2. Bundesliga

Roundup: Thioune siegt zum Debüt vs. S04, auch Darmstadt patzt

Fortuna hatte Schalke zu Gast. Foto: Getty Images
Fortuna hatte Schalke zu Gast. Foto: Getty Images

In den Sonntagsspielen der 2. Bundesliga hat Fortuna Düsseldorf beim Debüt von Cheftrainer Daniel Thioune gegen den FC Schalke 04 gewonnen. Gleichzeitig holte Hannover 96 gegen den SV Darmstadt ein Remis, während sich der FC Ingolstadt und der SV Sandhausen torlos trennten.

Im Rheinland stand Schalke nach den Siegen der Konkurrenten am bisherigen Spieltag unter Erfolgsdruck, während bei der gastgebenden Fortuna Daniel Thioune seinen Einstand auf der Trainerbank des Tabellen-16. gab. Düsseldorf war von Beginn an anzumerken, dass der Trainerwechsel großen Schwung mit sich brachte. Nach neun Minuten fiel beinahe das 1:0, doch Daniel Ginczek traf infolge einer Ecke per Kopf den Pfosten und Jordy de Wijs beim Nachschuss einen Mitspieler. Fortuna war über weite Strecken der ersten Hälfte die spielbestimmende Mannschaft, es fehlte aber im letzten Drittel an der Präzision, etwa auch, als Khaled Narey von Shinta Appelkamp freigespielt wurde und frei zum Abschluss kam (37.). Von Schalke kam lange Zeit nichts, dann aber schlugen die Königsblauen eiskalt zu: Nach langem Schlag von Malick Thiaw brach Rodrigo Zalazar mit einem Doppelpass mit Marvin Pieringer über rechts durch und brachte einen scharfen Ball ins Zentrum. Dort verpasste Simon Terodde, sodass Blendi Idrizi am zweiten Pfosten abstauben konnte (42.).

Das 1:0 für die Gäste hatte sich nicht angedeutet und war auch nicht sonderlich verdient, hatte aber auch zum Pausengang Bestand. Nach der Unterbrechung korrigierte Düsseldorf den Rückstand binnen weniger als zwei Minuten. Ein langer Ball von Torwart Martin Fraisl wurde zum Bumerang, letztlich ließ sich Marcin Kaminski von Narey die Kugel abluchsen, der auffälligste Fortune auf dem Feld schob im Anschluss souverän zum 1:1 ein (47.). Rouwen Hennings gelang kurz drauf beinahe der schnelle Doppelschlag, sein Kopfball ging aber knapp am linken Pfosten vorbei (49.). Kaum drei Zeigerumdrehungen später leistete sich Ko Itakura einen fatalen Lapsus, Hennings konnte auf Vorlage von Ginczek aber kein Kapital schlagen, weil er zu überhastet abschloss. Der dritte Hochkaräter aber saß: Zimmermann durfte auf rechts dribbeln, setzte Narey ein. Dessen Vorlage auf Hennings geriet perfekt, seine dritte Chance nutzte der Routinier zur verdienten Führung (56.). Der wie aufgedreht spielende Stürmer jagte wieder nur zwei Minuten später einen Fernschuss knapp am Pfosten vorbei und scheiterte später mit einem weiteren Kopfball an Fraisl (64.). Schalke wirkte in dieser Phase mächtig beeindruckt von der Energie, die Düsseldorf aufs Feld brachte.

Ein harmloses Schüsschen von Marius Bülter stellte noch keine geeignete Antwort auf die Drangphase der Gastgeber dar (68.). Stattdessen hatte Ginczek die Entscheidung auf dem Fuß, als er einen abgefälschten Schuss von Narey aus kurzer Distanz nicht aufs Tor brachte (69.). Im Gegenzug musste Florian Kastenmeier gegen Darko Churlinov retten und fehlte bei einem abgefälschten Außenrist-Versuch von Thomas Ouwejan denkbar wenig zum Ausgleich. Die Partie hatte in dieser zweiten Halbzeit absolut Topspiel-Niveau, die tabellarischen Unterschiede zwischen den Teams waren nicht erkennbar. Im Gegenteil: Fortuna war insgesamt die klar bessere Mannschaft, während Schalke zu selten gefährlich wurde. Passenderweise scheiterte der bis dahin kaum sichtbare Terodde mit Anbruch der letzten zehn Minuten mit einem zu zentral angesetzten Kopfball. Schon vier Minuten vor Schluss kam Salif Sane dem Ausgleich deutlich näher, der gerade eingewechselte Abwehrmann orientierte sich für Standards nach vorn, setzte seinen Drehschuss aber über den Kasten. Tief in der Nachspielzeit vergab Terodde auch die letzte Ausgleichschance mit einem artistischen Volley.

Durch den Debüt-Sieg von Thioune rückt Fortuna Düsseldorf bis auf einen Zähler an Platz 15 heran. Der FC Schalke 04 geht als Verlierer des Spieltags hervor und hat als fünfter jetzt vier Punkte Rückstand auf die direkten Aufstiegsplätze.

Standard-Fest in Hannover

Wie in Düsseldorf trafen sich in Niedersachsen ein Traditionsklub aus dem Tabellenkeller und ein Aufstiegskandidat. Dabei ging es für den SV Darmstadt, der ohne den Corona-positiven Chefcoach Torsten Lieberknecht antreten musste, bei Hannover 96 darum, mit einem Auswärtssieg wieder den Spitzenplatz zu übernehmen. In der ersten Hälfte machten aber die Hausherren den stärkeren Eindruck, Sebastian Kerk mit einem direkten Freistoß verzeichnete schon nach wenigen Minuten die erste vielversprechende Torannäherung. Die Lilien gingen trotzdem in Führung, wobei sie mit dem Glück im Bunde waren. Eine Ecke von links verlängerte Thomas Isherwood auf den Kopf von Sebastian Stolze, der die Kugel unhaltbar ins eigene Tor lenkte (18.). Bemerkenswert auch, weil Stolze erst während des Aufwärmens von einer Verletzung eines Teamkollegen profitierend in die Startelf gerückt war. Hannover ließ sich vom Rückschlag nicht umhauen, allerdings erspielte sich zunächst Darmstadt Chancen aufs zweite Tor. Tim Skarke (25.), Mathias Honsak (29.) und Luca Pfeiffer (32.) verpassten aber ihre Gelegenheiten. Die Niedersachsen machten es besser: Kerk schickte Cedric Teuchert in die Tiefe, der Angreifer überwand den in dieser Situation schlecht positionierten Marcel Schuhen mit einem sehenswerten Schlenzer (35.). Bis zur Pause spielte nur noch 96, dabei konnte der Darmstadt-Keeper seinen Anteil am Ausgleich wiedergutmachen. Einen Abschluss aus kürzester Distanz von Niklas Hult drehte Schuhen mit einem sensationellem Reflex noch um den Pfosten (45.). 

So konnte Darmstadt mit dem ausgeglichenen Halbzeitstand durchaus gut leben. Er sollte in Halbzeit zwei aber kaum fünf Minuten Bestand haben. Bei einer Kerk-Ecke von rechts stand Julian Börner völlig blank und konnte so ohne Probleme einköpfen (50.). Das Standard-Fest ging aber auch auf Seiten der Lilien weiter. Bei einer Freistoßflanke von Tobias Kempe von rechts stand Aaron Seydel denkbar knapp nicht im Abseits und köpfte ins Netz. Das Schiedsrichtergespann verweigerte dem Treffer zunächst die Anerkennung, die Intervention aus dem Kölner Keller stellte den Gleichstand wieder her (61.). Klaus Gjasula bot sich nach dem nächsten ruhenden Ball die Chance aufs 3:2 für Darmstadt, er zielte aber zu hoch (66.). Aufseiten Hannovers klatschte ein wuchtiger Abschluss von Hult an den Pfosten (69.). 

Mit Eintritt in die Schlussphase schien ein Sieg für beide Mannschaften absolut in Reichweite. Den ersten Hochkaräter dieser Phase konnte Ron-Robert Zieler im Kasten von 96 entschärfen, Frank Ronstadt hatte auf Vorlage des ebenfalls kurz zuvor eingewechselten Braydon Manu aus spitzem Winkel abgeschlossen (79.). Bei Hannover fehlte es hingegen an ganz konkreten Abschlusssituationen, womöglich konnten die Niedersachsen mit der Punkteteilung auch einfach besser leben als Darmstadt. Bei ihr blieb es, weil sich auch die Lilien nicht mehr entscheidend vors Tor von Zieler begaben.

Hannover 96 beendet den Spieltag auf Rang 13, der SV Darmstadt liegt aufgrund des Torverhältnisses hinter dem punktgleichen Hamburger SV auf Platz vier.

Ingolstadt und Sandhausen torlos

Nach dem Kantersieg über den 1.FC Nürnberg keimte beim FC Ingolstadt zuletzt wieder leise Hoffnung auf ein kleines Wunder im Abstiegskampf auf. Dafür brauchte es aber wohl einen neuerlichen Erfolg gegen den SV Sandhausen, der vor Anpfiff auf Platz 15 rangierte. Allerdings erwischten die Gänze der Schanzer den besseren Start, Cebio Soukou zwang Dejan Stojanovic bereits nach sieben Minuten zu einer starken Fußabwehr. In einer insgesamt schwachen ersten Hälfte hatte der FCI-Keeper deutlich mehr zu tun als sein Gegenüber, war aber auch bei einem Kopfball von Tom Trybull auf dem Posten (26.).

Das torlose Remis zur Pause war angesichts des Spielverlaufs nur folgerichtig. Zur zweiten Hälfte brachte Ingolstadt-Coach Rüdiger Dehm Valmir Sulejmani für mehr Offensivstärke. Bemerkenswert: Der Stürmer hatte während des Aufwärmens zunächst noch passen müssen, sodas Abwehrmann Thomas Keller in ungewohnter Rolle aushelfen musste. Doch auch mit Sulejmani tat sich Ingolstadt in Durchgang zwei zunächst schwer. Weil auch Sandhausen wenig zustande brachte, blieb es eine Partie auf ausnehmend überschaubarem Niveau. Immerhin krachte es in den Zweikämpfen, wobei der bereits verwarnte Hans Sarpei übers Ziel hinaus schoss und für einen Arm-Einsatz im Gesicht von Janik Bachmann Gelb-Rot sah (72.).

In Unterzahl gab es plötzlich die beste Chance des Spiels, Dominic Franke schlenzte an den Pfosten. Der Treffer hätte vermutlich nicht gezählt, weil Sulejmani die Sicht von SVS-Torhüter Patrick Drewes behindert hatte (74.), jedenfalls wurde die Szene abgepfiffen. In der Schlussphase gab auch Sandhausen nochmal ein offensives Lebenszeichen, echte Gefahr kam beim Versuch von Marcel Ritzmeier aber auch nicht auf (86.). Deutlich knapper war es bei Pascal Testroet, dessen Flachschuss von der Strafraumkante beinahe der sogenannte Lucky Punch gewesen wäre (89.). Einen Sieger hatte dieses Spiel aber nicht verdient.

Der FC Ingolstadt kann seinen Sieg über Nürnberg also nicht veredeln und bleibt Schlusslicht, der SV Sandhausen bleibt Tabellen-15.

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Lars Pollmann  
13.02.2022