2. Bundesliga

Roundup: SVS stoppt Fortuna, Fürth weiter sieglos

Fürth und Karlsruhe wollten den endgültigen Fehlstart verhindern. Foto: Getty Images
Fürth und Karlsruhe wollten den endgültigen Fehlstart verhindern. Foto: Getty Images

In den Freitagsspielen des 3. Spieltags der 2. Bundesliga hat Fortuna Düsseldorf beim SV Sandhausen den dritten Saisonsieg verpasst. Gleichzeitig holte die SpVgg Greuther Fürth gegen den Karlsruher SC nur ein Remis.

Das Hardtwaldstadion zu Sandhausen war Schauplatz eines Duells zweier an den ersten beiden Spieltagen ungeschlagener Mannschaften. Da der Gast aus Düsseldorf sogar beide Partien zum Auftakt gewonnen hatte, ging es für die Rheinländer mit Anpfiff in der Live-Tabelle auf Platz eins. Zu sehen war vom positiven Start beider Teams in die Saison in der ersten Halbzeit jedoch herzlich wenig. Mit einigem Wohlwollen ließe sich sagen, dass das Spiel taktisch geprägt und intensiv war, genauso gut könnte man aber von einer markanten Ereignislosigkeit sprechen. Fortuna übernahm dabei mehr Initiative und war im Ballbesitz und der Torschussstatistik durchaus dominant, Großchancen blieben aber auf beiden Seiten absolute Mangelware. Am nächsten war die Partie einem Tor bereits nach vier Minuten gekommen, als Tom Trybull für den SVS einen aussichtsreichen Schuss von Shinta Appelkamp blockte. Sandhausen wurde nur einmal ansatzweise gefährlich, als Erik Zenga letztlich deutlich über den Kasten abschloss (36.)

Der torlose Zwischenstand zur Pause war die logische Konsequenz der ersten 45 Minuten. In den zweiten dauerte es dafür keine 50 Sekunden bis zum 1:0. Chima Okoroji genoss auf links zu viele Freiheiten und flankte flach ins Zentrum, dort entwischte Janik Bachmann seinem Bewacher mit einem schnellen Schritt und ließ den Ball gekonnt ins Tor abtropfen (46.). Gemessen an den Spielanteilen war die Führung für Sandhausen glücklich, Düsseldorf allerdings hatte bis dato keine derart hochkarätige Einschussgelegenheit produziert. Der SVS gewann infolge des Führungstreffers merklich Oberwasser und kam zu guten Chancen auf das 2:0. Dabei war es zweimal Trybull, der die potenzielle Vorentscheidung verpasste. Erst parierte Florian Kastenmeier sehenswert, dann rettete Rouwen Hennings kurz vor der eigenen Torlinie für seinen bereits überwundenen Keeper nach der anschließenden Ecke (57.).

Düsseldorf war zwischenzeitlich über Dawid Kownacki zu einer Ausgleichschance gekommen, insgesamt war den Gästen aber doch anzumerken, dass der Gegentreffer Wirkung hinterlassen hatte. Dieser Zustand hatte bis zum Anbruch der Schlussphase Bestand, auch ohne ganz konkrete Chancen wirkte Sandhausen dem zweiten Treffer näher als Düsseldorf dem Ausgleich. Die Gäste warfen mit dem Mute der Verzweiflung immer mehr Kräfte nach vorn, wo die Defensive der Hausherren aber so massiv stand, dass die meisten Angriffe regelrecht zerschellten. Für Entlastung sorgten die Kurpfälzer kaum noch, ein Abschluss nach Konter von David Kinsombi stellte den gedanklich womöglich schon mit der Spieleröffnung befassten Kastenmacher durchaus vor Probleme (85.).

Fortuna Düsseldorf gelang auch in der vierminütigen Schlussphase zunächst nicht mehr, zu ganz großen Ausgleichschancen zu kommen, dann aber war es um ein Haar soweit: Ein Drehschuss von Daniel Ginczek forderte Patrick Drewes zu einer sensationellen Abwehraktion heraus (90.+4). Spätestens damit verdiente sich der SV Sandhausen den Heimsieg.

Fürth weiter sieglos

Die SpVgg Greuther Fürth stand beim Heimspiel gegen den Karlsruher SC durchaus schon unter Druck: Nach dem Frankenderby gegen den 1.FC Nürnberg hatte das Kleeblatt auch in der ersten Runde des DFB-Pokals beim Oberligisten Stuttgarter Kickers verloren. Der KSC wiederum ging als Schlusslicht aus den ersten beiden Spieltagen hervor. Beiden Teams war das fehlende Selbstvertrauen in der ersten Hälfte durchaus anzumerken. Wie in Sandhausen fehlte es auch dem Spiel am Ronhof an knackigen Offensivszenen, vor dem Seitenwechsel kam es zu keiner nennenswerten Torchance hüben wie drüben. Den einzigen Aufreger hielt so Schiedsrichter Dr. Arne Aarnink bereit, der den bereits verwarnten Gäste-Profi Paul Nebel für ein Foul an Sebastian Griesbeck wohl mit Gelb-Rot hätte vom Feld stellen müssen, aber Gnade vor Recht ergehen ließ (40.). 

Auch das zweite Freitagsspiel hatte einen Treffer in der ersten Halbzeit schlichtweg nicht verdient und konnte in Halbzeit zwei nur deutlich ansehnlicher werden. Tatsächlich war gerade dem Kleeblatt etwas verstärktes Bemühen in der Anfangsphase nicht abzusprechen, so wurde es nach Vorlage von Armindo Sieb auch mal ernsthaft gefährlich, wobei Daniel Gordon nur knapp einem Eigentor entkam (52.). Wenige Minuten später belohnte sich Fürth für den Aufwand: Ragnar Ache und Branimir Hrgota spielten sich einen Doppelpass zu, der der Leihgabe von Eintracht Frankfurt genügend Platz verschaffte, um von der Strafraumkante sehr platziert flach links zu treffen (57.).

Der KSC schüttelte sich nur kurz und intensivierte dann die eigenen Offensivbemühungen. Eine erste Annäherung zum Ausgleich führte zur goldenen Chance: Marvin Wanitzek zog ab, Oussama Haddadi blockte den Schuss mit dem Unterarm (62.). Den nach intensivem Videostudium zugesprochenen Strafstoß versenkte Wanitzek souverän ins linke untere Eck (66.). Beide Tore taten dem Spiel offensichtlich gut, im Vergleich zur ersten Hälfte war es regelrecht ein Schlagabtausch, der nicht allein von der Spannung des Ergebnisses lebte. Zehn Minuten vor Schluss schien Wanitzek den Doppelpack zu schnüren, als er die Kugel unter die Latte jagte, allerdings fand der Treffer zurecht keine Anerkennung, weil Jerome Gondorf zuvor im strafbaren Abseits gestanden hatte. 

Der KSC blieb auch im Anschluss die etwas zwingendere Mannschaft, bereits in der Nachspielzeit fiel eine Chance auf das Siegtor auf den Fuß von Gordon, der aber zu zentral auf Fürth-Keeper Andreas Linde zielte (90.+1). Eine Minute später musste sein Gegenüber Marius Gersbeck bei einem Versuch von Simon Asta eine starke Parade auspacken, um den späten Knockout zu verhindern. 

Dank der deutlichen Leistungssteigerung beider Mannschaften im zweiten Durchgang wurde es doch noch ein ansehnliches Spiel. Mit dem Remis ist aber weder der SpVgg Greuther Fürth, noch dem Karlsruher SC sonderlich geholfen.

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Lars Pollmann  
05.08.2022