2. Bundesliga

Roundup: St. Pauli machts spannend, Elversberg auf Rang drei

St. Pauli festigte die eigene Tabellenführung. Foto: Getty Images
St. Pauli festigte die eigene Tabellenführung. Foto: Getty Images

In den Samstagspartien des 14. Spieltags der 2. Bundesliga hat der FC St. Pauli mit einem Auswärtssieg bei Hansa Rostock seine Tabellenführung unterstrichen. Parallel holte die SV Elversberg gegen den SC Paderborn einen klaren Dreier, während der VfL Osnabrück gegen den 1.FC Magdeburg unterlag.

Rostock vs. St. Pauli (2:3)

Im Nordduell wollten die Gäste den Abstand auf den Hamburger SV an der Tabellenspitze wieder auf drei Punkte ausbauen. Hansa schielte auf den zweiten Sieg in Folge. Die Kogge überraschte den Favoriten zu Anfang womöglich, in den ersten Minuten drückte der Hausherr auf die Führung. Ein Handspiel von Eric Smith brachte sie auf den Weg, er wehrte einen Schuss sogar mit beiden Armen ab, nachdem Hansa im Gewühl zuvor schon den Pfosten getroffen hatte. Den fälligen Strafstoß verwandelte Junior Brumado sicher zum 1:0 (9.). St. Pauli ließ sich davon nicht schocken und antwortete im Stile einer Spitzenmannschaft recht schnell.

Dabei war es ein absolutes Traumtor von Manolis Saliakas, das den Ausgleich bedeutete. Die Direktabnahme des Griechen hatte fraglos Potenzial zum Tor des Monats (15.). Die Gäste waren nun auf einmal drückend überlegen und ließen schnell einen zweiten Treffer folgen. Diesmal gab Saliakas von rechts ins Zentrum, den Volley von Marcel Hartel konnte Markus Kolke noch parieren. Im Nachsetzen war aber erneut Hartel zur Stelle und drehte die Partie (18.). Zeitweise fegte ein Sturm über Rostock hinweg, St. Pauli zeigte sich eiskalt. Das 1:3 durch Oladapo Afolayan von der Strafraumkante erwischte Kolke dabei auf dem falschen Fuß (23.). Anschließend ließen die Gäste Hansa mal etwas Luft zum Atmen, drehten erst kurz vor der Pause wieder auf. Da wäre das vierte und mutmaßlich vorentscheidende Tor eigentlich fällig gewesen, jedoch verhinderte unter anderem Kolke gegen Eggestein einen weiteren Einschlag (43.).

Tabellenführer wird zu passiv

Trotz ihres guten Starts waren die Gastgeber so gewissermaßen gut bedient mit nur zwei Toren Rückstand zum Halbzeitpfiff. Bei denen blieb es auch nach der ersten Topchance des zweiten Durchgangs, bei der Elias Saad auf Vorlage von Jackson Irvine freistehend ins Außennetz traf (48.). Die Szene stand stellvertretend dafür, wie die Hamburger weiterhin alles im Griff hatten. Da der Tabellenführer es aber nicht mehr so stark auf weitere Treffer anlegte, ging es in der zweiten Hälfte wesentlich gemächlicher zu als in den ersten 45 Minuten. Mit Anbruch der Schlussphase intensivierte Rostock nochmal die eigenen Bemühungen, mit einem Anschlusstreffer war schließlich vielleicht doch noch etwas zu holen.

Eggestein ließ erneut das vierte Tor liegen (75.), kurz darauf gab es den zweiten Strafstoß für die Hausherren, nachdem Karol Mets Juan Jose Perea zu Boden gerissen hatte. Erneut trat Junior Brumado an und erneut war der Brasilianer erfolgreich (80.). Für die Kiezkicker war es die Strafe für zu große Passivität und vergebene Chancen, der sicher geglaubte Sieg wackelte nun. Junior Brumado hatte den Ausgleich erstmals auf dem Kopf, zielte aber knapp drüber (86.). Dann schob der eingewechselte Kevin Schumacher knapp flach am rechten Pfosten vorbei (90.). Kurz zuvor hatte Kolke gegen Saliakas den Knockout verhindert (89.).

In der anschließenden siebenminütigen Nachspielzeit ergab sich allerdings keine klare Torchance mehr. Hansa Rostock rutscht so auf Rang 14 ab, der FC St. Pauli geht als Spitzenreiter mit drei Punkten Vorsprung auf den HSV ins Stadtderby.

Elversberg vs. Paderborn (4:1)

Im Saarland empfing das heimische Überraschungspaket die Ostwestfalen im ersten Spiel nach der Trennung von Max Kruse. Beide Teams erwischten dabei einen guten Start und hatten frühe Chancen. Aufseiten des SCP wurden Raphael Obermair und Robert Leipertz geblockt (2.), bei der SVE setzte Luca Schnellbacher einen Kopfball knapp vorbei (3.). In der Folge war Elversberg weitgehend spielbestimmend, der Partie fehlte es aber an Highlights. Eher aus dem Nichts fiel so die Führung für Paderborn. Sebastian Klaas zeigte dabei eine feine Einzelleistung und zielte per Flachschuss genau (22.). 

Die Hausherren schienen phasenweise durchaus beeindruckt, intensivierten ihre Bemühungen vor der Pause aber nochmal entscheidend. Kapitän Schnellbacher bestellte so noch den Ausgleich, als er auf Vorlage von Semih Sahin zwar nicht hart, aber platziert ins lange Eck kullern ließ (41.). Kurz darauf jubelte Jannik Rochelt über den vermeintlichen Führungstreffer für Elversberg, der wegen einer vorangegangen Abseitsposition aber keine Anerkennung fand (43.). Zur Pause ging es damit bei Gleichstand in die Kabinen.

Unwiderstehliche Konter

In Halbzeit zwei konterte Elversberg auf eigenem Platz erfolgreich: Paul Stock schickte Schnellbacher tief, der schnürte mit einem trockenen Linksschuss den Doppelpack (50.). Torhüter Nicolas Kristof machte kurz darauf die schnelle Antwort der Paderborner mit einer Mehrfach-Parade zunichte (53.). Grundsätzlich blieb aber die SVE am Drücker und legte auch nach. Maurice Neubauer legte an der Strafraumkante auf Stock, dessen Schuss von gleich zwei Abwehrleuten unhaltbar ins Netz abgefälscht wurde (57.). Die Ostwestfalen waren nun von der Rolle und ließen sich beim nächsten Konter erwischen. Jannik Huth parierte einen Schuss von Rochelt zur Seite, dort konnte jedoch Neubauer per Flugkopfball zum 4:1 abstauben (61.). Paderborn drohte ein echtes Debakel, Neubauer ließ den fünften Treffer ausnahmsweise aus (63.). Schnellbacher machte es besser, ihm blieb der Hattrick wegen einer Abseitsstellung jedoch verwehrt (68.).

Die Gäste fingen sich nach einigen Wechseln und spielten zeitweise nach vorn, um zumindest ein erträglicheres Ergebnis zu erzielen. Gefährlicher blieben aber die Hausherren, die noch einige weitere Gelegenheiten auf das 5:1 ausließen. 

Auch in der Höhe war der Heimsieg der SV Elversberg so verdient, der Aufsteiger springt für den Moment auf Relegationsplatz drei. Der SC Paderborn rutscht auf Rang zwölf ab.

Osnabrück vs. Magdeburg (0:2)

An der Bremer Brücke hatte das Schlusslicht mit dem FCM einen Gegner zu Gast, den man mit einem Sieg tiefer in den Abstiegskampf ziehen wollte. Die Sachsen-Anhaltiner ließen sich den Negativlauf der vergangenen Wochen allerdings kaum anmerken und zogen über weite Strecken der ersten Hälfte ihr üblich dominantes Spiel auf. Baris Atik sorgte beinahe früh für die Belohnung (4.), anschließend musste Lennart Grill seinen Teamkollegen Niklas Wiemann vor einem Eigentor bewahren, indem er die Kugel an die Latte lenkte (14.). 

Auf der Gegenseite hatte Christian Conteh die beste Gelegenheit vor der Pause, geriet der Winkel aber etwas zu spitz (25.). Näher dran war Luc Castaignos, der einen Drehschuss knapp vorbei setzte (28.). Insgesamt wäre eine Halbzeitführung für Magdeburg sicher in Ordnung gegangen, wenngleich Osnabrück mit der eigenen Abwehrleistung nicht unzufrieden gewesen sein dürften.

FCM belohnt sich

Nach dem Seitenwechsel belohnte sich allerdings der Gast für seinen Aufwand: Bockhorn fand bei einem Gegenstoß Atik auf halblinks, der Kapitän überwand Grill mit einem Aufsetzer auf glitschigem Untergrund (52.). Mit der verdienten Führung im Rücken hatte Magdeburg endgültig die volle Kontrolle inne, der Gast spielte geduldig auf das mutmaßlich schon entscheidende zweite Tor hin. Osnabrücks Interimscoach Martin Heck vollzog in dieser Phase einen Dreifachwechsel, der den Hausherren mehr Mumm verlieh. Allerdings gab es keine klaren Chancen, anders beim FCM: Atik zog eine Freistoßflanke auf Luca Schuler, der wenige Minuten zuvor reingekommene Joker vollendete mit einer sehenswerten Direktabnahme zum 0:2 (71.).

Der Gast wollte nun für ganz klare Verhältnisse sorgen, zweimal Schuler und der ebenfalls eingewechselte Tatsuya Ito ließen Gelegenheiten auf einen Doppelschlag aus (73., 77.). Große Relevanz hatte dies nicht mehr, weil die Hausherren sich nicht entscheidend aufbäumen konnten.

Durch die Heimniederlage bleibt der VfL Osnabrück Schlusslicht der Tabelle, der 1.FC Magdeburg verbessert sich durch den ersten Dreier seit September auf Rang 13.

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Lars Pollmann  
25.11.2023