2. Bundesliga

Roundup: Siege für Hansa, Regensburg und Heidenheim

Rostock überraschte in Hannover. Foto: Imago
Rostock überraschte in Hannover. Foto: Imago

Hannover 96 hat am zweiten Spieltag der 2. Bundesliga daheim gegen Hansa Rostock mit 0:3 verloren. Jahn Regensburg holte gegen den SV Sandhausen einen 3:0-Sieg. Der FC Ingolstadt unterlag dem 1.FC Heidenheim mit 1:2.

Hannover hatte zum Auftakt in Bremen durchaus überzeugt und ging gegen den Aufsteiger von der Ostsee als Favorit in die Partie. Die Niedersachsen machten zunächst auch den dominanteren Eindruck, beinahe hätte ein Eigentor von Damian Roßbach die Führung bedeutet (12.). Hansa zog erst gegen Ende der ersten Hälfte an, entwickelte dann aber auch großen Druck. Ron-Robert Zieler vereitelte in der 39. Minute die bis dato beste Chance, indem er einen Kopfball von Streli Mamba aus der Luft fischte. Nur eine Minute später ging Rostock trotzdem in Front: Nach einer kurzen Ecke blockte Hannover den ersten Schussversuch von Hanno Behrens noch ab, im zweiten Anlauf schlenzte der Neuzugang aus Nürnberg aber wunderschön über Zieler hinweg ins Netz.

Wegen der besseren Chancen nicht unverdient ging Rostock so mit einer Führung in die Pause. Im zweiten Durchgang legte die Hansa-Kogge gleich nach. Infolge eines Einwurfs sah John Verhoek eine Schussbahn und schlenzte zum 2:0 ins Tor (47.). Hannover schien um eine richtige Reaktion verlegen und brachte nach vorn weiter wenig Konstruktives zustande. Stattdessen setzte Hansa weiter Nadelstiche. Mamba hätte alles klar machen können, scheiterte aber aus spitzem Winkel an Zieler (62.). Im Gegenzug kam Marvin Ducksch eher zufällig zur Chance auf den Anschluss, war aber zu sehr überrascht, um die Gelegenheit zu nutzen (63.). Hannover steckte in den folgenden Minuten nicht auf, machte es Rostock aber zu einfach, die Führung souverän zu verteidigen. Eine echte Top-Gelegenheit auf den Anschlusstreffer bot sich den Niedersachsen so nicht. In der dritten Minute der Nachspielzeit legten die Gäste stattdessen durch Nik Omladic sogar noch das 3:0 nach, nachdem sich Marc Lamti im eigenen Strafraum einen hanebüchenen Ballverlust leistete.

Für Hannover bleibt ein ernüchternder Start mit nur einem Punkt stehen, zudem gab es ein gellendes Pfeifkonzert. Rostock kann sich über einen ersten Sieg nach dem Aufstieg freuen.

Regensburg mit Traumstart

Jahn Regensburg wollte es dem Karlsruher SC gleichmachen und einen Auftaktsieg am zweiten Spieltag vergolden. Gegen den SV Sandhausen zeigte das Team von Mersad Selimbegovic früh eine dominante Vorstellung, bei der lediglich die Torchancen ausblieben. Die Gäste feuerten in Person von Cebio Soukou einen Warnschuss knapp neben den Pfosten (17.), anschließend spielte vor allem Regensburg druckvoll nach vorne. Beinahe unweigerlich folgte die Führung: Der SSV Jahn fing einen Einwurf des SVS ab, Sarpreet Singh verlor die Kugel kurzzeitig, eroberte sie im Gegenpressing aber schnell zurück. Letztlich setzte Carlo Boukhalfa einen verdeckten Flachschuss ab, der unhaltbar ins rechte Eck einschlug (34.). Alexander Esswein verpasste den postwendenden Ausgleich, weil Steve Breitkreuz für seinen geschlagenen Keeper vor der Torlinie aushalf (35.). 

Bis zum Pausenpfiff blieb Regensburg danach tonangebend, ohne sich eine Top-Chance auf einen zweiten Treffer zu erspielen. Nach dem Seitenwechsel hätten die Hausherren gleich nachlegen können, Andreas Albers vergab aber freistehend nach individuellem Patzer von Immanuel Höhn die Gelegenheit aufs 2:0 (46.). Patrick Drewes parierte und stand anschließend immer öfter im Fokus. Der Keeper vereitelte nochmal gegen Albers (54.) und Singh (60.) und hielt Sandhausen so in der Begegnung. Seine beste Parade zeigte Drewes gegen David Otto, der einen Abschluss von Konrad Faber gefährlich aufs Tor abgefälscht hatte (64.). 20 Minuten vor Schluss fiel der erlösende zweite Treffer endlich. Faber flankte von rechts mustergültig vor den Kasten, wo Scott Kennedy einnickte. Kurz darauf schwächte sich Sandhausen selbst, Verteidiger Oumar Diakhite sah nach einer Vielzahl von Fouls für eine Attacke gegen Otto Gelb-Rot (75.). Regensburg nutzte die Überzahl zur endgültigen Entscheidung. Wieder ging ein Einwurf des SVS voraus, Albers fand Singh frei vor dem Tor. Die Leihgabe des FC Bayern legte uneigennützig auf den gerade eingewechselten Joel Zwarts ab, der nur noch einschieben musste (81.). Sandhausen erspielte sich danach noch ein paar Gelegenheiten, unter anderem traf Daniel Keita-Ruel in der Nachspielzeit die Latte. Am Resultat änderte sich aber nichts mehr.

Der SSV Jahn macht damit den Traumstart mit sechs Punkten perfekt und grüßt gleichauf mit Karlsruhe von der Tabellenspitze. Sandhausen liegt nach zwei Pleiten am anderen Ende der Tabelle.

Kleindienst trifft aus 45 Metern

Im Duell zweier Teams, die am ersten Spieltag ohne Tor geblieben waren, blieb Torgefahr über weite Strecken der ersten Halbzeit Mangelware. Die Annäherungen sowohl des FC Ingolstadt als auch des 1.FC Heidenheim in der Anfangsphase zerschellten an gegnerischen Abwehrbeinen, Marc Stendera scheiterte mit einem Fernschuss vergleichsweise knapp (23.). Als Heidenheim durch ein Eigentor von Thomas Keller in Führung ging, war dies durchaus unvermittelt. Allerdings hatte der Abwehrmann vor Christian Kühlwetter klären wollen, der ihn aus einer klaren Abseitsposition hinaus unter Druck setzte. Dementsprechend fand das Tor keine Anerkennung (25.). 

Es blieb der letzte große Aufreger in einer eher zähen ersten Hälfte. In Halbzeit zwei kam der Aufsteiger besser aus der Kabine und belohnte sich. Nach einem schnell ausgeführten Freistoß von Stendera rollte ein Vorstoß von Ingolstadt, an dessen Ende Filip Bilbija nach Doppelpass mit Merlin Röhl aus kurzer Distanz nur einschieben musste (59.). Der FCI hatte nun mächtig Oberwasser, kam über Dennis Eckert Ayensa zu gleich drei Gelegenheiten auf den schnellen Doppelschlag. Heidenheim hatte zunächst keine Antwort, zwei Einwechslungen von Frank Schmidt brachten aber den entscheidenden Impuls. Robert Leipertz flankte von rechts, Patrick Schmidt schloss per Volley ab (73.). Es folgte die wildeste Szene des Spiels: Ein Knaller von Ingolstadts Rico Preißinger klatschte an die Latte, nach dem Rebound verloren die Hausherren die Kugel an Tim Kleindienst. Der Angreifer schloss sofort ab, weil er Fabijan Buntic sehr weit vor seinem Kasten erwischte. Aus 45 Metern fand Kleindienst das Netz und drehte die Partie (75.). Ingolstadt schüttelte sich kurz, spielte dann auf den Ausgleich. Maximilian Beister verzog bei einer ersten Chance einen Schlenzer aufs linke Eck (82.), dann verpasste Eckart Ayensa eine Standard-Hereingabe nur knapp (84.). Bis in die vierminütige Nachspielzeit rannte der FCI an, kam aber nicht mehr zum Ausgleichstreffer.

Ingolstadt steht also nach zwei Spielen ohne Punkt da, Heidenheim kann mit vier Zählern zufrieden sein.

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Lars Pollmann  
31.07.2021