2. Bundesliga

Roundup: Auch Schalke patzt, Jahn souverän, FCH springt auf drei

Schalke hatte Kiel zu Gast. Foto: Getty Images
Schalke hatte Kiel zu Gast. Foto: Getty Images

In den Sonntagsspielen der 2. Bundesliga hat der FC Schalke 04 die Vorlagen der Konkurrenz an der Tabellenspitze im Heimspiel gegen Holstein Kiel nicht nutzen können. Gleichzeitig siegten die Mitverfolger von Jahn Regensburg beim SV Sandhausen und 1.FC Heidenheim gegen den FC Ingolstadt gegen Teams aus dem Keller.

Auf Schalke ging es für die Knappen darum, mit einem Heimsieg Tabellenplatz drei zu erobern. Die Hausherren legten auch durchaus engagiert los, wobei sie nach vier Minuten einen Schreckmoment erlebten, als Malick Thiaw und Martin Fraisl beinahe ein Eigentor produzierten. Drei Minuten später traf Simon Terodde Aluminium, ein Tor hätte aber wohl wegen einer Abseitsstellung von Victor Palsson keine Anerkennung gefunden. Den nächsten Hochkaräter vergab Blendi Idrizi auf Vorlage von Terodde, indem er den Ball querzulegen versuchte, anstatt selbst aufs Tor zu zielen (14.). Das ansprechende Anfangstempo konnte Schalke in der Folge aber nicht halten, so entwickelte sich eine Partie, in der sich Kiel ohne große Probleme auf die Abwehrarbeit und gelegentliche Nadelstiche versetzen konnte. Ein Distanz-Hammer von Salif Sane war nochmal ein Wachmacher auf S04-Seite (35.), die letzte Chance war aber den Gästen vorbehalten. Mikkel Kirkeskov überraschte Fraisl dabei um ein Haar mit einem frechen Freistoß aufs linke untere Eck, der Keeper reagierte aber glänzend (45.). 

So ging es torlos in die Halbzeitpause, von Schalke musste im zweiten Durchgang wieder mehr Druck nach vorn kommen. Zunächst änderte sich das Bild aber kaum. Die Königsblauen liefen an, zerschellten aber immer wieder an der Abwehr der Störche. Die Gäste wiederum nutzten ihre Räume bei Kontern nicht konsequent genug, um echte Gefahr heraufzubeschwören. Dimitrios Grammozis reagierte nach etwas mehr als einer Stunde mit einem Doppelwechsel, brachte Marius Bülter und Dominick Drexler. In Führung ging aber aus dem sprichwörtlichen Nichts Holstein Kiel: Fin Bartels legte vor den Sechzehner in die Mitte auf Alexander Mühling, der den Ball per Dropkick ideal erwischte und mit viel Effet an den ausgestreckten Fingern von Fraisl vorbei ins Netz schickte (68.). Die Führung hatte aber nur fünf Minuten Bestand, weil Thiaw und Palsson mal direkt spielten und Terodde so blank vor des Gegners Tor stand. Der Rekordtorjäger der 2. Bundesliga lässt sich solche Chancen natürlich nicht nehmen und erzielte das 1:1 (73.). In der nun anbrechenden Schlussphase spielten beide Teams durchaus mutig auf Sieg. Die erste Gelegenheit zum 2:1 hatte Julian Korb für die Störche, der aus spitzem Winkel an Fraisl scheiterte (79.), vier Minuten vor Schluss war der Österreicher auch gegen Bartels' Distanzschuss zur Stelle. Für Schalke hatte Ko Itakura in der Nachspielzeit per Kopfball aufs kurze Eck die große Chance auf den Siegtreffer, Thomas Dähne passte auf.

Der FC Schalke 04 liegt nach dem 19. Spieltag nur auf Tabellenplatz sechs, Holstein Kiel kann mit dem Remis besser leben und belegt Rang 13.

Regensburg äußerst souverän

Am Sandhäuser Hardtwald hätten die Gastgeber mit einem Dreier gegen den SSV Jahn nach Punkten zu Hansa Rostock und Fortuna Düsseldorf aufschließen können. Ein erster Abschluss von Winter-Neuzugang Ahmed Kutucu (4.) deutete entsprechende Ambitionen auch an. Allerdings übernahm Regensburg in der Folge das Kommando und nutzte seine enorme Stärke bei Standards zur Führung. Sarpreet Singh flankte eine Ecke von rechts, in der Mitte war Steve Breitkreuz zur Stelle (11.). In der Folge hatten die Gäste weitgehend Kontrolle über das Spiel, das 2:0 lag in der Luft, ließ aber trotz mehrerer Gelegenheiten für Andreas Albers auf sich warten. Stattdessen schlug ein zweiter Abwehrmann zu: Nach langem Ball von Singh setzte Erik Wekesser Leon Guwara ein, der die Kugel in einer fließenden Bewegung annahm und mit links im Tor unterbrachte (33.). Fünf Minuten vor der Pause hätten die Gäste schon alles klar machen können, eine Doppelchance von Scott Kennedy und Benedikt Gimber blieb aber ungenutzt.

Sandhausen hatte nach ordentlichem Beginn wenig zu melden und so ging Regensburg verdient mit der komfortablen Führung in die Kabinen. Die Hausherren nahmen sich mit zwei offensiven Wechseln beim Gang aus der Kabine viel vor, die Pläne des SVS waren aber nach sieben Minuten in Halbzeit zwei Geschichte. Albers legte einen langen Hieb auf Carlo Boukhalfa ab, ohne großen Gegnerdruck schloss der zum 3:0 ab. Sandhausen musste in der Folge aufpassen, nicht komplett unter die Räder zu kommen. Boukhalfa und Breitkreuz hatten schnell Chancen aufs vierte Tor für einen starken SSV Jahn. Der ließ es in der Folge aber etwas ruhiger angehen, während Sandhausen offenbar den Abpfiff herbeisehnte. Tatsächlich geschah im letzten Drittel der Partie so kaum etwas Erwähnenswertes.

Der SV Sandhausen bleibt als Tabellen-16. drei Zähler hinter dem rettenden Ufer, Jahn Regensburg hat als -siebter weiter Tuchfühlung zum Relegationsplatz drei.

Heidenheim löst Pflichtaufgabe mit Mühen

Heidenheim hatte mit Ingolstadt den abgeschlagenen Tabellenletzten zu Gast, der für den Klassenerhalt im Jahr 2022 ein mittelgroßes Fußballwunder braucht. Auf dem Schlossberg zeigten die Schanzer über weite Strecken der ersten Halbzeit zwar eine ordentliche Defensivleistung, ließen nach vorn aber große Gefahr vermissen. Das galt auch für Heidenheim, das aber die Qualität hat, aus wenigen Chancen viel zu machen. Nach einer halben Stunde war es sogar die erste echte Gelegenheit, die Robert Leipertz zum Tor nutzte: Nach Verlagerung auf Tobias Mohr flankte Jonas Föhrenbach mustergültig, der ehemalige Ingolstädter ließ das Spielgerät gekonnt über die Stirn rutschen, unter Zuhilfenahme des Innenpfostens ging der Ball über die Linie. 

Das einzige Highlight bedeutete zugleich den Halbzeitstand einer Partie, die gemäß des Spielverlaufs auch ohne Treffer hätte bleiben können. Binnen weniger Sekunden der zweiten 45 Minuten entfachte der FCI mehr Torgefahr als in der gesamten ersten Hälfte, Christian Gebauer köpfte aber neben den Kasten. Ingolstadt war nun aber kaum wiederzuerkennen, die zweite Chance nutzte Gebauer nach einfachem Ballverlust der Heidenheimer und Flanke von Marcel Gaus zum Ausgleich (47.). Ein schlimmer Bock von FCI-Keeper Dejan Stojanovic stellte den Rückstand jedoch schnell wieder her. Nach kurz ausgeführtem Freistoß schoss Mohr aus der Distanz eigentlich ungefährlich, der Schlussmann ließ die Kugel jedoch durch die Hände ins kurze Eck flutschen (51.). Auch wenn der Schuss abgefälscht war, dieser Lapsus durfte dem im Winter gekommenen Torwart nicht passieren. Ingolstadt ließ sich davon nicht unterkriegen und blieb präsent, ließ allerdings auch eklatante Lücken in der Defensive. Dominik Franke rettete gegen Dzenis Burnic und Norman Theuerkauf zweimal vor der Linie (59., 60.). Das wilde Tempo der ersten Viertelstunde der zweiten Hälfte behielten die Teams anschließend nicht bei, Heidenheim gelang es besser, das Spiel zu kontrollieren. Erst in der 79. Minute kamen die Gäste mal wieder zu einem gefährlichen Abschluss, den Distanzversuch von Merlin Röhl parierte Kevin Müller mit einer starken Aktion. Drei Minuten später musste der Keeper auch gegen einen Kopfball von Nils Röseler auf der Hut sein. Es blieb das letzte Aufbäumen der Schanzer, die für die zweite Hälfte durchaus einen Punkt verdient gehabt hätten.

Der 1.FC Heidenheim springt durch den knappen Sieg auf Relegationsplatz drei, der FC Ingolstadt bleibt abgeschlagenes Schlusslicht der 2. Bundesliga.

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Lars Pollmann  
16.01.2022