2. Bundesliga

Roundup: Schalke mit zweitem Heimsieg, St. Pauli an der Spitze

Schalke hatte Ingolstadt zu Gast. Foto: Getty Images
Schalke hatte Ingolstadt zu Gast. Foto: Getty Images

In den Sonntagsspielen der 2. Bundesliga hat der FC Schalke 04 gegen den FC Ingolstadt einen Heimsieg gelandet. Gleichzeitig eroberte der FC St. Pauli zuhause gegen Dynamo Dresden die Tabellenführung, während der SV Darmstadt beim SV Sandhausen einen Kantersieg landete.

Im Duell zwischen Ab- und Aufsteiger auf Schalke tat sich der Favorit gegen ordentlich organisierte Gäste unter Neu-Trainer Andre Schubert zunächst schwer. Das erste Tor fiel so aus dem sprichwörtlichen Nichts. Rodrigo Zalazar setzte Marius Bülter ein, der fasste sich außerhalb des Strafraums ein Herz. Durch die Beine von Nico Antonitsch fand die Kugel den Weg ins Netz (25.). Das Tor hatte eine befreiende Wirkung auf die Königsblauen, die in Person von Simon Terodde kurz darauf eine Kopfball-Chance auf den Doppelschlag vergaben (28.). Anschließend verwaltete S04 den Vorsprung ohne größere Probleme, weil Ingolstadt zu harmlos agierte. Die Hausherren schienen auf die Lücke zu warten, um das Spiel vorentscheidend in die eigenen Bahnen zu lenken.

Nach dem Seitenwechsel kam der FCI energischer aus der Kabine und entwickelte erstmals über längere Zeiträume Druck nach vorn. Große Chancen kamen zunächst nicht dabei herum, Schalke wiederum ließ sich zum Unmut der eigenen Fans zu oft im eigenen Ballbesitz viel Zeit und hatte gewissermaßen die Handbremse jederzeit angezogen. Eine Einzelleistung nach Standard brachte Schalke dennoch die beruhigende Führung: Nach einer Ecke von Thomas Ouwejan nahm Mehmet Aydin volles Risiko und traf mit einem Scherenschlag sehenswert unter die Latte (65.). Der Widerstand der Schanzer schien dadurch gebrochen, Schalke hatte nun die Dinge im Griff. Die große Frage war so, ob Terodde den Tor-Rekord von Dieter Schatzschneider (153 Zweitliga-Tore) einstellen würde. Dominick Drexler hatte es vielleicht im Hinterkopf, als er uneigennützig für den Torjäger vorlegte, der es selten so einfach hatte zu treffen (78.). Anschließend hätten auf beiden Seiten noch weitere Tore fallen können, der Sieger war aber durch das Traumtor von Aydin bereits klar.

Durch den zweiten Heimsieg der Saison springt Schalke auf Tabellenplatz vier, Ingolstadt geht als Schlusslicht in die Länderspielpause.

St. Pauli erobert die Tabellenführung

Am Hamburger Millerntor konnte, anders als auf Schalke, von einem ruhigen Beginn kaum die Rede sein. Nach nicht einmal einer vollständigen Zeigerumdrehung klingelte es bereits im Tor von Dynamo Dresden. Daniel Kofi Kyereh hatte mustergültig mit der Hacke vorgelegt, Christopher Buchtmann einen Strahl ins Netz gejagt. Für den Mittelfeldmann das perfekte Startelf-Comeback nach über anderthalb Jahren voller Verletzungsprobleme. Der FC St. Pauli spielte mit der Führung im Rücken, wie es sich für eine Spitzenmannschaft gehört, ließ hinten kaum etwas zu und kam durch Guido Burgstaller fast zum 2:0. Der Österreicher scheiterte an einer Glanztat von Kevin Broll (21.), der fünf Minuten vor der Pause gegen Buchtmann deutlich einfacher zupacken konnte. Die Gäste aus Sachsen hatten selbst vor dem Halbzeitpfiff nicht eine Gelegenheit, bei der die Defensive der Hamburger ins Schwitzen kam.

Im zweiten Durchgang zeigte Dynamo eine deutlich selbstbewusstere Vorstellung, gestaltete das Spiel auf Augenhöhe mit den Kiezkickern. Die verteidigten allerdings sehr aufmerksam und ließen weiterhin wenig zu. St. Pauli zeigte in der Offensive selbst aber auch zu viele Ungenauigkeiten, um das Ergebnis deutlicher zu gestalten. Ein Foul von Michael Sollbauer an Marcel Hartel schenkte den Hausherren die goldene Chance vom Punkt. Guido Burgstaller ließ sich nicht zweimal bitten, knallte das Kunstleder über die Unterkante der Latte ins Netz (73.). Dynamo war angesichts der bisherigen Leistung kein Comeback zuzutrauen, tatsächlich erspielte sich das Team keine Großchance mehr, auch nur den Anschluss herzustellen. Stattdessen legten die Gastgeber einen dritten Treffer nach. Jakov Medic setzte den wenig zuvor eingewechselten Teenager Marcel Beifus mustergültig ein, der Joker setzte den Schlusspunkt (90.+4).

Der FC St. Pauli setzt sich durch den fünften Heimsieg zum Saisonstart an die Tabellenspitze, Dynamo Dresden liegt auf Rang elf.

Darmstadt zerlegt Sandhausen

Wie in St. Pauli fiel auch in Sandhausen ein ganz frühes Führungstor, hier allerdings für die Gäste vom SV Darmstadt. Tobias Kempe schlug einen Freistoß aus dem Halbfeld auf den Schädel von Philipp Tietz, der platziert einnickte (2.). Der SVS war davon allerdings kaum geschockt und suchte eine schnelle Antwort. Die erfolgte in der 19. Minute unter Mithilfe von Tietz, der in der Abwehr aushelfend erst zu zentral in den Fuß von Alexander Esswein klärte und dessen Schuss dann auch noch unhaltbar abfälschte. Daniel Keita-Ruel hätte nach Wiederanpfiff beinahe sofort nachgelegt, verfehlte jedoch knapp. So konnte sich Darmstadt die Führung zurückerobern, als Benjamin Goller Luca Pfeiffer einsetzte und der vor Patrick Drewes sehr zielsicher abschloss (35.). Unmittelbar vor der Pause legte der Torschütze nach, sein Doppelpack fand aber wegen einer Abseitsstellung keine Anerkennung.

So gingen die Lilien mit einer knappen Führung in die Kabinen. Direkt nach Wiederbeginn aber fiel das 3:1 für die Gäste aus Hessen, die Ereignisse wiederholten sich also sozusagen. Ein simpler langer Ball von Patric Pfeiffer fand Tietz, dessen Verlängerung zur Vorlage für Goller wurde, der nicht lange fackelte (47.). Darmstadt ließ diesmal nicht locker und legte nach. Sandhausen ließ Matthias Bader zu viele Räume, so konnte er ungestört an den langen Pfosten flanken, wo Pfeiffers Kopfball zum Doppelpack diesmal regulär fiel (57.). Und es kam noch schlimmer für die Hausherren: Wie vor dem 1:0 flankte Kempe per Freistoß, Tietz setzte sich in der Mitte zwischen zwei Gegenspielern wuchtig durch und köpfte seinerseits zum Doppelpack ein (59.). Das Spiel war durch diese Phase natürlich entschieden, fraglich nur die Höhe des Ergebnisses. Luca Pfeiffer kam dem 6:1 in der 65. Minute doppelt nahe, acht Minuten später machte es Emir Karic per Abstauber nach einer Ecke besser. Dabei beließ es Darmstadt, das gegen indisponierte Sandhäuser regelrecht Gnade zeigte.

Der SV Darmstadt springt durch den Kantersieg als neunter in die obere Tabellenhälfte, Sandhausen verharrt auf Relegationsplatz 16.

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Lars Pollmann  
03.10.2021