2. Bundesliga

Roundup: Schalke legt vor, Heidenheim lässt weiter Federn

Paderborn war auf Schalke zu Gast. Foto: Getty Images
Paderborn war auf Schalke zu Gast. Foto: Getty Images

In den Freitagsspielen der 2. Bundesliga wollten die Vorwochen-Verlierer aus dem Kreis der Aufstiegsfavoriten Wiedergutmachung betreiben und vorlegen. Dabei ging es für den FC Schalke 04 daheim gegen den SC Paderborn, während der 1.FC Heidenheim bei Dynamo Dresden gastierte.

Dass es für die Königsblauen kein leichtes Spiel würde, zeigte vor Anpfiff ein Blick auf die Tabelle: Immerhin kam mit dem SCP das einzige auf fremden Plätzen noch ungeschlagene Team der 2. Liga. Durchaus nicht überraschend also, dass sich Schalke zu Spielbeginn recht schwer tat. Mutig anlaufende Ostwestfalen störten schon den Spielaufbau effektiv, sodass sich kaum ein Spielrhythmus einstellte. Nach beidseitig eher harmlosen Annäherungen war es so beinahe zwangsläufig ein ruhender Ball, der zum Brustlöser mutieren sollte. Dabei flankte Thomas Ouwejan aus dem linken Halbfeld und fand sich Marius Bülter zwischen zwei Verteidigern mit zu vielen Freiräumen, sodass er platziert ins kurze Eck köpfen konnte (22.).

Die Hausherren bekamen durch den Treffer Oberwasser und hatten ihre beste Phase, die sie aber nicht zu ganz konkreten Chancen aufs zweite Tor nutzen konnten. Paderborn schüttelte sich kurz, kam dann mit einem Schlenzer von Julian Justvan dem Ausgleich durchaus nahe (37.). Weil auch Simon Terodde mit einem Drehschuss am Block von Uwe Hünemeier scheiterte (45.+2), ging es mit der knappen S04-Führung in die Kabinen. Im zweiten Durchgang deutete sich ein etwas flotterer Schlagabtausch der beiden Seiten an, dabei kamen Yaroslav Mikhailov, Ouwejan und Darko Churlinov zu ersten Abschlüssen für die Knappen, die aber keine ganz große Gefahr mit sich brachten.

Deutlich gefährlicher wurde es bei einem Versuch von Philipp Klement, der nur knapp über den Kasten flog (56.), kurz darauf köpfte Bülter auf Flanke von Terodde aufs Tordach (57.). Die Top-Chance zum 2:0 ließ wieder nur drei Minuten später Churlinov liegen. Nachdem ihn Ouwejan mustergültig freigespielt hatte, traf der Nordmazedonier aus kurzer Distanz den Außenpfosten. Auch Paderborn ließ das Gebälk zittern, dabei lenkte Martin Fraisl einen gefährlichen Schuss von Denis Srbeny mit einer starken Parade an den Pfosten (63.). Die Alu-Parade ging munter weiter, weil auch Jannik Huth einen Kopfball von Terodde stark an die Torumrandung lenkte (66.).

Ein zweites Tor lag also definitiv in der Luft und fiel nach einer kurzen Ruhephase auf Seiten der Gastgeber. Florian Flick schickte Churlinov nach verheerendem Ballverlust des SCP steil, der Angreifer schien sich die Kugel erst zu weit vorgelegt zu haben, konnte sie dann aber mit einem grätschenden Abschluss doch noch im Tor unterbringen (74.). Die Vorentscheidung schien damit gefallen zu sein, doch Paderborn gab sich nicht auf. Fraisl musste etwa einen durch Ouwejan abgefälschten Abschluss von Kai Pröger mit einer guten Reaktion über die Latte lenken (76.). Pröger vergab auch die nächste Chance auf den Anschlusstreffer, als er nach einer Ecke das Außennetz traf (87.). Einen Treffer hätten die Gäste durchaus verdient gehabt, der Dreier für die Königsblauen ging insgesamt aber völlig in Ordnung.

Durch den Heimsieg springt der FC Schalke 04 auf 40 Punkte, bleibt aber auf Rang fünf. Der SC Paderborn rangiert nach der ersten Auswärtsniederlage der laufenden Spielzeit auf Tabellenplatz acht.

Heidenheim lässt weiter Federn

In Elb-Florenz deutete sich schnell an, dass die Zuschauer intensive Zweikampfführung zu erwarten hatten, aber kein Feuerwerk des Offensivfußballs. Tatsächlich entwickelte sich eine Partie, deren Niveau mit 'überschaubar' noch unzureichend beschrieben wäre. In der ersten Hälfte brachte Dynamo nach vorn überhaupt nichts zustande, Heidenheim war erheblich besser im Spiel, bei zwei Halbchancen lag der Torschrei aber auch nicht eben auf den Lippen. Bemerkenswerterweise war so ein Doppelwechsel nach 29 Minuten das spannendste, was die Begegnung zu bieten hatte: Dresden-Coach Alexander Schmidt hatte wohl schon genug gesehen, brachte Guram Giorbelidze und Oliver Batista Meier für Chris Löwe und Vaclav Drchal. 

Das Spiel konnte in den zweiten 45 Minuten nur besser werden und tatsächlich schienen sich die Teams durchaus etwas vorgenommen zu haben. Auch Frank Schmidt hatte gewechselt, und das gewinnbringend: Sein Joker Stephan Schimmer traf auf Flanke von  Tobias Mohr mit einem sehenswerten und platzierten Kopfball ins linke Eck (55.), der Vorlagengeber hatte sich glücklich gegen Giorbelidze behauptet. Die Freude währte aber nur kurz, weil Jan Schöppner bei einer Klärungsaktion mit dem Arm den Kopf von Julius Kade traf und Schiedsrichter Franz Bokop nach Videostudium auf Strafstoß entschied. Den schnappte sich Christoph Daferner und verwandelte wuchtig zum 1:1 (60.) Es handelte sich um den ersten echten Torschuss für Dynamo, insofern war der Ausgleich durchaus glücklich, zumal der Elfmeter wenigstens diskutabel wirkte.

Daferner war es egal, er legte kaum 60 Sekunden später aus der Distanz beinahe direkt das zweite Tor nach. Nach dieser kurzen auch vor den Toren hektischen Phase schaukelte sich das Spiel zu einem emotionalen Fight hoch, bei dem die Unparteiischen ihre Mühe hatten, ihn unter Kontrolle zu behalten. Fußballerische Highlights blieben aber doch wieder Mangelware, so lebte die Partie von der Spannung und ihrer Intensität. In der absoluten Schlussphase fasste Dynamo nochmals mehr Mut auf dem Weg nach vorn, erspielte sich zeitweise ein optisches Übergewicht und kam in Person von Daferner zu einer Großchance auf den 'Lucky Punch': Nach einem Konter zielte der Torschütze ins linke Eck, Kevin Müller zeigte eine Glanztat mit dem rechten Fuß (90.). In der Nachspielzeit kam auch Yannick Stark noch zu einer Chance auf den Siegtreffer, sein gefühlvoller Distanzversuch ging knapp links vorbei. So konnte der lange klar bessere FCH am Ende sogar noch zufrieden sein, wenigstens einen Zähler mitzunehmen.

Dynamo Dresden bleibt durch den Punktgewinn zunächst Tabellenzwölfter, der 1.FC Heidenheim muss als sechster weiter Federn im engen Kampf an der Spitze des Tableaus lassen.

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Lars Pollmann  
18.02.2022