2. Bundesliga

Roundup: Schalke fertigt Darmstadt ab, Werder erarbeitet sich einen Punkt

Der FC Schalke 04 hat das Spitzenspiel gegen den SV Darmstadt gewonnen. Foto: Getty Images.
Der FC Schalke 04 hat das Spitzenspiel gegen den SV Darmstadt gewonnen. Foto: Getty Images.

Am 30. Spieltag der 2. Bundesliga hat der FC Schalke 04 einen fulminanten 5:2-Sieg gegen den SV Darmstadt gefeiert, parallel trennten sich Werder Bremen und der 1. FC Nürnberg mit 1:1. Unterdessen feierte Erzgebirge Aue einen Sieg beim 1. FC Heidenheim (2:0), während sich Hansa Rostock und Jahn Regensburg (1:1) auf eine Punkteteilung einigten und der SC Paderborn gegen den FC Ingolstadt gewann (1:0).

Bülter schießt Schalke zum Sieg

In einem von zwei Aufstiegsduellen dieses Sonntags gelang dem SV Darmstadt ein druckvoller Start. Erst setzte Phillip Tietz seinen Schuss über das Tor (2.) und Lasse Sobiechs Kopfball ging knapp über die Latte (4.). In der elften Minute belohnten sich die Hausherren für den engagierten Auftakt: Tim Skarke brachte eine Flanke von der linken Seite an den langen Pfosten, wo Tietz im ersten Versuch den Pfosten traf und im Nachsetzen das 1:0 erzielte. Nur drei Minuten später stellte Simon Terodde alles auf null, der S04-Torjäger köpfte den Ball nach einer Hereingabe von Rodrigo Zalazar ins Netz. Nach verletzungsbedingten Wechseln – Thomas Isherwood kam für Sobiech ins Spiel (23.), der von Terodde unterlaufen wurde, kurz darauf wechselten die Gäste Victor Palsson für Danny Latza ein (24.), der nach einem Pressschlag mit Fabian Holland vom Platz humpelte – erzielte Terodde das 2:1 für Schalke: Zalazar schickte den Stürmer wieder mit einer Flanke, erneut köpfte Terodde mit Augenmaß ein (29.). Kurz darauf erzielte auch Tietz per Kopf einen Doppelpack und stellte auf 2:2 (34.). Vor der Halbzeitpause traf Marius Bülter nach einem Solo auf der rechten Außenbahn zum 3:2 für Schalke (42.). Trotz sieben Minuten Nachspielzeit blieb es bei diesem Spielstand.

Nur zwei Minuten nach Wiederbeginn erzielte Tietz das vermeintliche 3:3, das aufgrund einer Abseitsstellung aber nicht zählte. Im Gegenzug erhöhte Schalke auf 4:2: Nach einer Kopfballverlängerung im Mittelfeld ließ Patric Pfeiffer Bülter passieren, der anschließend Morten Behrens ausspielte und den Ball ins Tor schob (49.). Darmstadt legte den Fokus auf scharfe Hereingaben von außen, diese erwiesen sich allerdings nicht als effektives Mittel. Auf der anderen Seite hatte Zalazar die Chance zum 5:2, traf aber nur die Latte (56.). Dafür erzielte Bülter in der 63. Minute das fünfte Tor, der Angreifer veredelte mit einem Flachschuss ins lange Eck seinen Hattrick. Zwar gab sich Darmstadt nicht auf, die Niederlage wurde aber nicht mehr verhindert.

Während der SV Darmstadt mit 51 Punkten auf dem vierten Tabellenplatz steht und zwei Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz hat, bleibt der FC Schalke 04 mit nun 56 Zählern Spitzenreiter und hat vier Partien vor Schluss fünf Punkte Vorsprung auf einen Nichtaufstiegsplatz.

Weiser rettet Werder einen Punkt

Der 1. FC Nürnberg setzte gegen Werder Bremen in der Anfangsphase auf ein intensives Pressing, anstelle von hohen Ballgewinnen zeichneten sich die Franken allerdings mit langen Bällen aus. Beide Mannschaften zeigten sich in der gegnerischen Hälfte, verbuchten aber keine richtigen Torchancen. Den ersten Abschluss verbuchte Romano Schmid, Christian Mathenia parierte den Distanzschuss problemlos (12.). In Minute 22 erhielt Nürnberg nach einem Foul von Milos Veljkovic an Lino Tempelmann einen Elfmeter, den Nikola Dovedan zur 1:0-Führung verwandelte. Werder reagierte druckvoll und geriet in einen Konter, an dessen Ende Jiri Pavlenka gegen Dovedan rettete (26.). Kurz darauf setzte sich Leonardo Bittencourt in Szene, seine Flanke landete auf dem Tornetz (28.). Nürnberg zog sich tiefer in die eigene Hälfte zurück und ließ Bremen das Spiel machen, doch die Gastgeber hatten Schwierigkeiten, den Abwehrblock zu knacken. Entsprechend nahm der FCN die Führung mit in die Kabine.

Werder kam mit Schwung in die zweite Halbzeit, Nürnberg setzte weiterhin Nadelstiche nach Balleroberungen und kam mit Tempo in die Tiefe. Lukas Schleimer hatte in der 53. Minute die erste Top-Chance, doch Pavlenka war zur Stelle. Mit zunehmender Spielzeit wurde Nürnberg passiver, Bremen war gezwungen, Lücken in die kompakte Defensive zu reißen. Die Bemühungen wurden in der 64. Minute belohnt, der kurz zuvor eingewechselte Mitchell Weiser erzielte infolge einer mustergültigen Vorlage von Marco Friedl den Ausgleich. Für einen kurzen Schock sorgte Pascal Köpke, dessen Treffer wegen einer Abseitsstellung aber nicht zählte (68.). In der Schlussviertelstunde spielte Werder druckvoll, drängte Nürnberg tief in den eigenen Strafraum, Weiser scheiterte jedoch an Mathenia (75.). Weil Marvin Ducksch kurz vor Schluss nur die Latte (87.) traf, endete die Partie unentschieden. 

Zwar bleibt Werder Bremen auf dem zweiten Tabellenplatz, aufgrund der Punkteteilung haben die Grün-Weißen mit 54 Punkten allerdings zwei Zähler Rückstand auf Spitzenreiter Schalke. Nürnberg rangiert hingegen auf Platz fünf mit 50 Punkten. 

Aue überrascht in Heidenheim

Der 1. FC Heidenheim fand gut ins Spiel und hatte nach wenigen Sekunden die erste Chance: Christian Kühlwetter kam nach einem Freistoß von Tobias Mohr zum Abschluss, der Ball ging aus knapp zehn Metern über das Tor. Auch in der Folge hatten die Gastgeber das Zepter in der Hand, während Aue mit hohen Bällen operierte und nur mäßig in die Partie fand. Es entwickelte sich ein ausgeglichenes Spiel, in dem keine Mannschaft dem Spiel ihren Stempel aufdrücken konnte. Die erste Halbzeit endete torlos.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit zeichnete sich ein ähnliches Bild ab, doch dann brachte Ben Zolinski Aue nach einer Freistoßflanke von Nicolas Kühn in Führung (54.). Nach dem Treffer war von Tempo keine Spur, beide Mannschaften lieferten sich einen Schlagabtausch, der insbesondere im Mittelfeld stattfand. In der 69. Minute kam Kühlwetter zum Abschluss, der geblockt wurde. Nach 77 Minuten hatte Kevin Sessa die beste Chance für den FCH, verpasste den Torerfolg aber knapp. Auf der anderen Seite erhöhte Aue auf 2:0, nach ansehnlicher Kombination war Zolinski wieder zur Stelle (79.) und besiegelte den Dreier.

Angesichts von acht Punkten Rückstand auf die Aufstiegsplätze und 16 Punkten Vorsprung auf die Abstiegszone kann der 1. FC Heidenheim auf Platz sieben liegend die Niederlage gegen Aue verkraften. Die Erzgebirgler haben indes nur eine extrem geringe und theoretische Chance auf den Klassenerhalt, mit nun 22 Punkten ist das rettende Ufer 13 Zähler entfernt und der Relegationsplatz sieben Punkte. 

Intensives Remis in Rostock

Hansa Rostock startete schwungvoll ins Heimspiel gegen Jahn Regensburg: Zunächst verzog Hanno Behrens aus elf Metern (4.), dann zwang Ryan Malone Jahn-Keeper Alexander Meyer mit einem Kopfball zu einer Parade (6.). Im Anschluss bemühten sich die Gäste um mehr Ballbesitz, um Rostock den Wind aus den Segeln zu nehmen. Durch hohe Ballgewinne blieb Hansa gefährlich, verpasste es aber, sich Torchancen zu erspielen. Regensburg hatte derweil in der 19. Minute eine Möglichkeit durch Andreas Albers, dessen Kopfball keine Gefahr darstellte. Nach etwas mehr als einer halben Stunde kam David Otto per Kopf zum Zug und setzte diesen ans Außennetz (32.). In der 44. Minute brachte John Verhoek die Rostocker in Führung: Nach einer Hereingabe von der Grundlinie legte Behrens den Ball ab, Verhoek erzielte sein 16. Saisontor (44.) und setzte kurz vor Pausenpfiff den Schlusspunkt der ersten Hälfte.

Auch in der zweiten Halbzeit lieferten sich Rostock und Regensburg ein intensives Duell, doch diesmal stachen die Gäste zu: Nicklas Shipnoski kam nach einem Zuspiel an den langen Pfosten zum Abschluss, Markus Kolke gab bei der Parade eine unglückliche Figur ab und blockte den Ball ins eigene Tor (60.). Die nächstbeste Gelegenheit hatte Albers, dessen Kopfball knapp neben dem Kasten landete (72.). Beide Mannschaften gingen allerdings wenig Risiko ein und wollten lieber den Punkt behalten, statt ihn im schlimmsten Fall zu verlieren, weshalb es beim 1:1 blieb. Der einzige Aufreger in der Schlussphase war eine Rudelbildung, an deren Ende Danylo Silkan wegen einer Tätlichkeit vom Platz gestellt wurde (90.+4).

Während Hansa Rostock mit 38 Punkten auf dem zwölften Tabellenplatz bleibt, klettert Jahn Regensburg mit einem Zähler mehr auf Rang neun.

Muslija trifft für Paderborn

Beim FC Ingolstadt hatte der SC Paderborn in der ersten Minute eine gute Gelegenheit durch Florent Muslija. Der Außenbahnspieler setzte sich auf der linken Außenbahn durch, zirkelte das Rund aus spitzem Winkel in Richtung langes Eck und verpasste knapp das Tor. Im Anschluss präsentierte sich die Ingolstädter Defensive stabil, mit der Zeit wurden die Schanzer auch bei eigenem Ballbesitz mutiger. Im weiteren Verlauf wurde Ingolstadt die aktivere Mannschaft, Torchancen waren auf beiden Seiten aber Mangelware. Dennis Srbeny kam nach 42 Minuten immerhin per Kopf zum Zug, Robert Jendrusch war jedoch zur Stelle. Somit blieb es beim 0:0.

Nach dem Seitenwechsel hatte Dennis Eckert Ayensa die erste Chance für Ingolstadt, der Kopfball ging knapp über das Tor (49.). Für Paderborn hatte Philipp Klement eine gute Gelegenheit, eine Flanke wurde ungewollt zum Torschuss und landete auf der Latte (55.). In der 69. Minute erhielten die Ostwestfalen nach einem Foul an Srbeny einen Elfmeter, Muslija trat an und erzielte das 1:0. Die Gäste blieben am Drücker und waren darum bemüht, die Führung auszubauen, bis zum Schlusspfiff kam jedoch kein weiterer Treffer hinzu.

Der FC Ingolstadt bleibt mit 19 Punkten das Tabellenschlusslicht der 2. Bundesliga, der Abstieg in die 3. Liga ist angesichts von 16 Zählern Rückstand auf Platz 15 und zehn Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz kaum zu verhindern. Paderborn bleibt indes Tabellenachter mit 44 Punkten.

Florian Bajus  
17.04.2022