2. Bundesliga

Roundup: Schalke dreht sein Spiel, Werder-Serie hält

Schalke hatte Regensburg zu Gast. Foto: Getty Images
Schalke hatte Regensburg zu Gast. Foto: Getty Images

Der Samstagmittag stand in der 2. Bundesliga ganz im Zeichen der Absteiger. Der FC Schalke drehte sein Heimspiel gegen Jahn Regensburg, während die Siegesserie von Werder Bremen gegen den Karlsruher SC hielt. Im dritten Spiel schlug der SV Sandhausen im Abstiegskampf-Duell Erzgebirge Aue.

Auf Schalke wollten die Gastgeber Revanche nehmen für die empfindliche 1:4-Niederlage im Hinspiel und den Jahn so im Verfolgerfeld der Aufstiegsränge auf Distanz halten. Die Königsblauen kamen auch durchaus gut ins Spiel, hatten in Person von Simon Terodde binnen neun Minuten zwei Halbchancen. Zudem traf Thomas Ouwejan per Freistoß die Latte, wobei der Niederländer vermutlich eher eine Hereingabe vors Tor spielen wollte (14.). Nach diesem guten Start erlitt das Spiel des S04 aber einen Bruch, Regensburg gelang es nun, das Geschehen aus der eigenen Gefahrenzone zu halten. Und der Jahn ging sogar in Führung, äußerst sehenswert obendrein: Nach Ballverlust von Marvin Pieringer hatte Andreas Albers keinerlei Gegnerdruck, konnte so bis 25 Meter vors Tor stolzieren. Da nahm sich der Däne ein Herz und hatte bei seinem kraftvollen Abschluss etwas Glück, dass Victor Palsson entscheidend abfälschte (32.). Um eine Antwort blieb Schalke bis zum Pausenpfiff verlegen, was der Mannschaft ein kleines Pfeifkonzert von Teilen der 10 000 anwesenden Fans einbrachte.

Auch nach Beginn von Durchgang zwei gelang es den Knappen zunächst nicht, großen Druck auf den Jahn auszuüben. Die Gäste verteidigten sicher und kamen selbst zu den besseren Torchancen. Die größte davon ließ das Schalker Tor wackeln: Carlo Boukhalfa hatte einen Konter per Distanzschuss abschließen wollen, traf die Latte (62.). Schon zuvor hatte er aus 18 Metern denkbar knapp neben den Kasten gezielt. Nur eine Minute nach dem Lattenkracher stach aber Terodde zu und egalisierte den Spielstand für Schalke. Marcin Kaminski flankte an den langen Pfosten, wo der Sekunden zuvor eingewechselte Marius Bülter per Kopf auf seinen Sturmpartner ablegte, der sich so eine Chance aus kurzer Distanz nicht entgehen lässt (63.). Die Königsblauen bekamen durch den Ausgleich merklich Oberwasser und drängten Regensburg immer tiefer in die Defensive. Ein ruhender Ball sorgte fürs 2:1: Ouwejan flankte, Bülter verlängerte, im Zentrum hielt Malick Thiaw den Kopf entscheidend rein (73.). Wie der doppelte Assistgeber war der Abwehrmann nach etwas mehr als einer Stunde eingewechselt worden. In der nun anbrechenden Schlussphase nahm Regensburg nochmal allen Mut zusammen und drückte Schalke tief in die eigene Hälfte, konkrete Abschlüsse erspielte sich der Jahn aber auch bis Ablauf der dreiminütigen Nachspielzeit nicht mehr. 

Der FC Schalke 04 liegt nach dem Heimsieg wenigstens bis Samstagabend auf Tabellenplatz drei. Jahn Regensburg muss als achter weiter abreißen lassen.

Sechs aus sechs: Werder-Serie hält

Nach fünf Siegen in fünf Spielen unter Ole Werner gilt Werder Bremen vielen Experten wieder als Top-Favorit auf den Aufstieg. Im Heimspiel gegen den Karlsruher SC wurden die Hanseaten dieser Stellung zunächst eher leidlich gerecht. Erst nach 20 Minuten gab mit Niclas Füllkrug ein Angreifer der Grün-Weißen den ersten ansatzweise gefährlichen Abschluss ab, sein Kopfball auf Halbfeld-Flanke von Milos Veljkovic ging aber doch deutlich am Kasten vorbei. In der Folge konnten die Hausherren etwas mehr Druck aufbauen, beinahe profitierte Marvin Ducksch von einem Abspielfehler. Weil er aber Marius Gersbeck im Tor des KSC übertölpeln wollte und schnell abschloss, fehlte die Genauigkeit (28.). Kurz vor der Pause wiederum fehlte es einem Ducksch-Schuss aus eigentlich aussichtsreicher Position an Kraft, sodass Werder torlos in die Kabine ging. Die Gäste aus Baden hatten in den ersten 45 Minuten nicht eine nennenswerte Offensiv-Aktion zustande gebracht, durften mit der Abwehrarbeit aber über weite Strecken einverstanden sein.

In der zweiten Halbzeit knackte Werder das Bollwerk früh, wobei sich Christian Groß erst mit einem Ballgewinn im Zentrum gegen Philipp Hofmann und dann einer perfekten Vorlage auf Ducksch auszeichnete. Nach dem Steilpass in seinen Lauf bewahrte der Torjäger die Nerven und brachte sein Team nicht unverdienterweise in Führung (51.). Karlsruhe schien in der Folge etwas zu taumeln, Ducksch hätte so um ein Haar schnell nachgelegt, seine Direktabnahme konnte Gersbeck geradeso noch parieren (55.). Drei Zeigerumdrehungen später war der KSC aber plötzlich wieder im Spiel, weil Hofmann eine Ecke von Marvin Wanitzek ins Netz köpfte. Zu diesem Zeitpunkt fiel der Ausgleich aus dem sprichwörtlichen Nichts und war der Zwischenstand nach einer Stunde dementsprechend ziemlich glücklich für die Gäste. Die zuvor dominanten Werderaner schienen vom Gegentreffer aber durchaus hart getroffen, so musste der Gastgeber aufpassen, das Spiel nicht komplett aus der Hand zu geben. Hofmann nach Vorlage von Marco Thiede und Philipp Heise per sehenswerter Direktabnahme kamen zu guten Chancen auf die Führung (68. und 69.). Ein Kopfball von Füllkrug deutete dann aber doch an, dass die Hanseaten in der Schlussphase durchaus gewillt waren, auf Sieg zu spielen (74.). Zwei Minuten später ging Werder tatsächlich wieder in Front: Jean-Manuel Mbom flankte butterweich, Anthony Jung köpfte präzise zum 2:1 ein. KSC-Coach Christian Eichner reagierte mit frischen Offensivkräften, Werder verteidigte die Bemühungen der Gäste aber ziemlich souverän weg. Ein Kopfball von Fabian Schleusener nach einer Ecke, der recht deutlich über das Tor ging, blieb so die letzte klare Chance auf einen Punktgewinn für die Badener, der auch nicht zwingend verdient gewesen wäre (88.).

So holte Werder Bremen den sechsten Sieg unter Werner und springt mindestens für einige Stunden auf den direkten Aufstiegsplatz. Der Karlsruher SC bleibt für den Moment zehnter.

Fünf Punkte: Sandhausen distanziert Aue

Für den SV Sandhausen und Erzgebirge Aue ging es im direkten Duell um die vielzitierten Big Points, immerhin traf der Tabellen-16. auf das Team, das den ersten direkten Abstiegsplatz belegt. Obwohl das kaum nach 'fußballerischem Leckerbissen' klingt, legten beide Teams mit viel Offensivgeist los und kamen binnen weniger Minuten zu ersten Abschlüssen. Allerdings verflachte die Partie nach einer sehenswerten Anfangsphase merklich, neutralisierten sich die Teams in den Räumen zwischen den Gefahrenzonen. Ein 0:0 zur Pause wäre durchaus folgerichtig gewesen, allerdings bot sich dem SVS per Strafstoß die Chance zur Führung. Anthony Barylla hatte einen Kopfball von Aleksandr Zhirov mit dem Ellbogen geblockt, nach eingehendem Videostudium entschied Schiedsrichter Michael Bacher auf Elfmeter. Den verwandelte Cebio Soukou mit etwas Glück über die ausgestreckten Arme von Martin Männel, der in die linke Ecke gehechtet war (45.).

Aue musste in der 2. Halbzeit also zwingend mehr nach vorne machen. Den ersten halbwegs gefährlichen Abschluss sammelte aber das Ex-Veilchen Pascal Testroet für Sandhausen, wobei ihm aus dem Lauf kein großer Druck auf die Kugel gelang (51.). Vier Minuten später wurde es auch im Strafraum der Hausherren mal gefährlich, wobei Aue aber keinen ganz konkreten Abschluss abfeuerte, als nach einem Halbfeld-Freistoß großes Tohuwabohu herrschte. Insgesamt blieb es aber zu wenig von den Veilchen, während  Sandhausen seine nächste Top-Chance zu nutzen wusste. Christian Kinsombi luchste Sam Schreck den Ball ab, wurschtelte sich dann gegen mehrere Gegenspieler und Torhüter Männel durch, ehe er zum 2:0 einschieben konnte (69.). Nach den bisherigen Eindrücken war Aue kein Comeback mehr zuzutrauen, immerhin aber bäumte sich das Team nochmal auf. Dimitrij Nazarov per Volley kam wenigstens mal zu einer nennenswerten Gelegenheit (75.). Deutlich enger war es bei Erik Zenga, der das 3:0 auf dem Fuß hatte, aber den Pfosten traf (80.). Danach wehrte Gaetan Bussmann auf der Linie den Nachschuss ins Toraus ab. Bei der anschließenden Ecke köpfte Zhirov auf das Tordach, nachdem Männel sich verschätzte. Die endgültige Entscheidung lag also eindeutig in der Luft, vonnöten war sie aber nicht, weil sich Aue nicht mehr großartig wehrte.

Der SV Sandhausen liegt nun nur noch wegen des schwächeren Torverhältnisses hinter Fortuna Düsseldorf auf dem Relegationsplatz. Fünf Punkte Vorsprung sind es auf Erzgebirge Aue, das als Tabellenvorletzter zudem schon eine Partie mehr absolviert hat.

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Lars Pollmann  
05.02.2022