2. Bundesliga

Roundup: Magdeburg siegt im Ostderby, Bielefeld mit Big Points

Bielefeld war in Kiel zu Gast. Foto: Getty Images
Bielefeld war in Kiel zu Gast. Foto: Getty Images

In den Sonntagspartien des 26. Spieltags der 2. Bundesliga stand der Abstiegskampf im Fokus. Dabei hat der 1.FC Magdeburg im Ostderby gegen Hansa Rostock klar gewonnen (3:0), während Arminia Bielefeld bei Holstein Kiel Big Points holte (2:3). In der dritten Begegnung holte der SC Paderborn gegen die SpVgg Greuther Fürth einen Heimsieg (3:2).

In Magdeburg wollten die Gastgeber mit einem Sieg den Vorsprung auf Hansa und den ersten Abstiegsplatz auf sechs Punkte vergrößern. Der FCM übernahm sogleich in gewohnter Manier die Spielkontrolle, biss sich aber zunächst die Zähne an Rostock aus, das beim Trainer-Debüt von Alois Schwartz auf defensive Stabilität bedacht war. So dauerte es eine Weile zur ersten guten Chance, bei der Jason Ceka knapp links vorbei schoss (22.). Dem Aufsteiger gelang es nun mehr und mehr, Hansa in der eigenen Hälfte einzuschnüren, das Führungstor bahnte sich bei immer häufigeren Abschlüssen an. In seiner Entstehung war es aber kurios: Ryan Malone klärte erst vor seinem aufnahmebereiten Torwart Markus Kolke in die Mitte und fälschte dann den mutmaßlich harmlosen Schuss von Amara Conde unhaltbar ab (29.). Rostock schüttelte sich einige Minuten, kam dann mal etwas aus der Defensive, ohne jedoch zu echten Chancen auf den Ausgleich zu kommen.

Magdeburg konnte sich hingegen wohl sogar ärgern, eine dominante erste Hälfte nicht in mehr Tore umgemünzt zu haben. In Halbzeit zwei änderte sich an diesen Eindrücken zunächst wenig, die Hausherren verpassten auch weiter nachzulegen, Jamie Lawrence etwa scheiterte aus bester Position an Kolke (49.). In der Folge schwächte sich Rostock selbst, als der bereits verwarnte John Verhoek mit dem Arm ausschlug und Daniel Heber am Hals traf; die logische Folge war Gelb-Rot, Hansa musste über eine halbe Stunde in Unterzahl agieren (57.). Die Gastgeber nutzten diese Situation quasi umgehend aus: Mo El Hankouri leitete ein Anspiel von Herbert Bockhorn zu Ceka weiter, der ließ sich nicht zweimal bitten und markierte das überfällige 2:0 (60.).

Das Spiel schien damit entschieden, Hansa zeigte dennoch ein kurzes Aufbäumen, Kai Pröger traf aus heiterem Himmel den Pfosten (67.). Magdeburg schien das nochmal anzustacheln, Baris Atik verpasste das 3:0 quasi im Gegenzug noch knapp (68.). Dann durfte Conde durchs Zentrum mit dem Ball spazieren gehen und Ceka einsetzen, der mit einem Schlenzer den Doppelpack schnürte (70.). Damit ging es nur noch um die Höhe des Siegs, dem FCM ließ die Gelegenheit, am Torverhältnis zu arbeiten, allerdings aus.

Der klare Derbysieg lässt den 1.FC Magdeburg bis auf Rang elf springen, Hansa Rostock bleibt nach dem verkorksten Debüt von Schwartz Tabellenvorletzter.

Bielefelder Big Points

An der Ostsee ging Bielefeld vom Relegationsplatz aus in den Sonntag, mit einem Sieg in Kiel winkte aber ein Satz nach vorn. In einer munteren Anfangsphase schien Holstein kurz davor, den ersten Stich zu landen, Steven Skrzybski zielte jedoch freistehend etwas zu hoch (4.). Die Arminia machte es bei ihrer ersten Gelegenheit besser: Nach Ecke von links bekamen die Störche die Szene nicht bereinigt, Frederik Jäkel staubte so aus kurzer Distanz zum 0:1 ab (11.). Die Gäste drückten sofort auf den Doppelschlag, den Robin Himmelmann mit zwei starken Paraden gegen Fabian Klos (14., 16.) zu verhindern wusste. Beim nächsten Mal war es aber so weit, Himmelmann musste mit ansehen, wie Robin Hack nach feinem Steckpass von Masaya Okugawa einschieben konnte (29.). Von Kiel war in dieser Phase kaum etwas zu sehen, dann lud Lukas Klünter den Gegner ein. Der Außenverteidiger vertändelte die Kugel in der eigenen Hälfte gegen Lewis Holtby, der aufs Tor zu lief und uneigennützig für Skrzybski auflegte, für den es die leichteste Übung war, das 1:2 zu markieren (32.). Die Hausherren kamen dem Ausgleich zeitweise nahe, in der Schlussphase der ersten Hälfte stand wieder Himmelmann im Mittelpunkt. Mit Abwehraktionen gegen Kopfbälle von Jäkel und Guilherme Ramos (43., 44.) vereitelte der stärkste Kieler einen höheren Rückstand zur Pause.

Nach dem Seitenwechsel war für Himmelmann nichts zu machen, als Okugawa vom rechten Flügel ins Zentrum dribbelte, zwei Gegenspieler aussteigen ließ und mit einem feinen Flachschuss zum 1:3 ins lange Eck zielte (55.). Die schnelle Antwort von Skrzybski aus der Distanz vereitelte Martin Fraisl (58.), lange hielt der Zwei-Tore-Vorsprung aber auch diesmal nicht: Fabian Reese flankte von links, der keine 60 Sekunden zuvor eingewechselte Holmbert Aron Fridjonsson nickte zum Anschlusstor ein (67.). Plötzlich schwamm Bielefeld gehörig, der ebenfalls eingewechselte Kwasi Wriedt wurde erst von Klünter geblockt und köpfte dann knapp vorbei (68., 71.). Anschließend schaffte es der DSC besser, für Entlastung zu sorgen und wurde dabei sogar gefährlich. Himmelmann rettete gegen Joker Theo Corbeanu, Janni Serra köpfte nach Ecke neben den Kasten (76., 79.).

Von den Störchen kam nach vorn kaum noch etwas, erst in der fünfminütigen Nachspielzeit bot sich Wriedt die große Chance auf das späte Remis, sein Zirkelschuss ging jedoch hauchzart am Kasten vorbei (90.+3). So blieb es beim Auswärtssieg für Arminia Bielefeld, das in der Tabelle bis auf Rang 14 klettert. Holstein Kiel rutscht aus der oberen Hälfte des Tableaus.

Paderborn muss nach 3:0 zittern

Ob sich Paderborn vor dem Heimspiel gegen Fürth noch minimale Hoffnungen auf einen Eingriff in das Aufstiegsrennen machen konnte, sei dahingestellt. Auf jeden Fall wollten die Ostwestfalen nach vier Spielen ohne Sieg mal wieder gewinnen. Diesen Anspruch unterstrich Florent Muslija in der Anfangsphase mit einem Freistoß, bei dem Leon Schaffran im Tor des Kleeblatts eine erste Prüfung bestand (4.). Auch die Gäste zeigten sich zu Beginn offensivfreudig, vor allem Armindo Sieb war sehr umtriebig und sammelte Abschlüsse, denen es noch an Präzision fehlte. Das 1:0 für den SCP folgte einem Standard: Nach Ecke von Muslija verlängerte Bashir Humphreys, letztlich köpfte Ron Schallenberg ohne großen Gegnerdruck ein (13.). Die Teams boten sich in der Folge einen unterhaltsamen Schlagabtausch, Sieb schaffte dabei den vermeintlichen Ausgleich. Nach Video-Studium wurde das Tor allerdings aberkannt, weil im Vorfeld auf ein vermeintliches Foul von Branimir Hrgota im Mittelfeld erkannt wurde (33.). 

Ein 1:1 wäre nach 45 Minuten nicht unverdient gewesen, auch wenn Paderborn insgesamt ein leichtes Chancenplus verzeichnet hatte. In der zweiten Hälfte nahm die Frequenz der Torchancen ab, den besseren Eindruck machte der Hausherr, der dann auch den zweiten Treffer nachlegen konnte, dabei aber von einem Torwartfehler profitierte: Muslija versuchte einen weiteren direkten Freistoß, den Schaffran hätte wegfausten können; stattdessen versuchte der Schlussmann, die Kugel festzuhalten und ließ sie so äußerst unglücklich ins eigene Netz flutschen (61.). Auf ein Comeback der Fürther deutete anschließend wenig, stattdessen stach der SCP im Konter nochmals zu. Sirlord Conteh war nach Anspiel von Raphael Obermair auf und davon und lupfte über Schaffran hinweg zum 3:0 ins Tor (76.).

Die sprichwörtliche Messe schien damit eigentlich gelesen, Fürth ließ sich aber nicht hängen und kam zum Ehrentreffer, der auch absolut verdient war. Yannick Huth im Kasten von Paderborn parierte einen Schuss von Hrgota unzureichend, im Nachsetzen bugsierte Dickson Abiama das Spielgerät zum 1:3 ins Netz (82.). Weil Hrgota anschließend nach Zuspiel von Luca Itter im Strafraum Übersicht und Coolness behielt, wurde es mit dem 2:3 in der absoluten Schlussphase sogar nochmal richtig spannend (87.). Tief in der Nachspielzeit parierte Huth gegen Damian Michalski, im Nachschuss setzte Ragnar Ache einen Fallrückzieher knapp vorbei (90.+3).

Der SC Paderborn bringt seinen Heimsieg also glücklich über die Zeit und ist nun Tabellenfünfter, während die SpVgg Greuther Fürth auf Rang zwölf rutscht.

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Lars Pollmann  
02.04.2023