2. Bundesliga

Roundup: Kiel zieht mit St. Pauli gleich, Tumulte in Rostock

Das größte Geschehen bei Rostock vs. Schalke spielte sich auf den Rängen ab. Foto: Getty Images.
Das größte Geschehen bei Rostock vs. Schalke spielte sich auf den Rängen ab. Foto: Getty Images.

Holstein Kiel ist durch einen Sieg gegen Fortuna Düsseldorf (1:0) mit Tabellenführer FC St. Pauli gleichgezogen. Die SV Elversberg und der 1. FC Nürnberg lieferten sich parallel ein enges Duell (0:1), während die Partie zwischen Hansa Rostock und Schalke 04 (0:2) mit großer Verspätung beendet wurde.

Holtby macht alles klar

In einer offenen Anfangsphase suchten Fortuna Düsseldorf und Holstein Kiel gleichermaßen den Weg nach vorne. Akzente wurden über die Außenbahnen gesetzt, um den Ball mit Schärfe ins Zentrum zu bringen. Für Aufruhr sorgte ein Foul von Felix Klaus an Tom Rothe, das zunächst mit Rot geahndet wurde. Nach einer Überprüfung der Szene in der Review-Area erhielt der Düsseldorfer aber doch die Gelbe Karte und durfte weiter am Spiel teilnehmen (13.). Wenig später kassierten die Rheinländer einen Nackenschlag: Ein Distanzschuss von Philipp Sander prallte an die Latte, Lewis Holtby drückte den Ball im Nachsetzen per Kopf über die Linie – 1:0 für Kiel (18.). Die Fortuna war um eine direkte Antwort bemüht, trotz guter Ansätze blieben Chancen zunächst aber aus. Auf der Gegenseite hätte Kiel nach einem Eckball beinahe auf 2:0 gestellt, doch Ao Tanaka kratzte den Ball von der Linie (24.). Shuto Machino wollte Florian Kastenmeier in der 29. Minute auf die Probe stellen, sein Schuss war jedoch ungefährlich. In der Schlussphase der ersten Halbzeit nahmen Spielfluss und Tempo ab, Chancen ergaben sich kaum. Dementsprechend nahm Kiel die Führung mit in die Kabine.

Fortuna war auch nach dem Seitenwechsel ihr Engagement nicht abzusprechen, allerdings blieben die Rheinländer in der Anfangsphase der zweiten Halbzeit weiterhin erfolglos. Die Störche bemühten sich indes um Spielkontrolle und drängten kaum auf das zweite Tor, vielmehr wurde der Vorsprung verwaltet. In der 59. Minute hatte Christos Tzolis immerhin eine Gelegenheit für Düsseldorf, sein Kopfball segelte am Pfosten vorbei. Wenig später hatte Tzolis eine weitere Chance, sein Abschluss landete am Außennetz (64.). Plötzlich tänzelte der Ball fast auf der Düsseldorfer Linie und Jordy de Wijs wäre beinahe ein Eigentor unterlaufen – doch die Szene wurde so gerade noch bereinigt (71.). Auf der Gegenseite setzte Yannik Engelhardt den Ball bei einer Ecke per Hackentrick an die Latte (73.). Düsseldorf warf in der Schlussphase alles nach vorne, womit sich Räume für Konter ergaben. In der 90. Minute war Fiete Arp frei durch und umkurvte Kastenmaier, Dennis Jastrzembski kratzte den Ball per Grätsche von der Linie und verhinderte die Vorentscheidung. In der 95. Minute hatte Arp wieder die Entscheidung auf dem Fuß, diesmal dribbelte er auf das leere Tor zu – allerdings legte er sich den Ball zu weit vor und Shinta Appelkamp rettete in letzter Instanz. Der Fortuna fehlten bis zum Schluss die Mittel, um den Ausgleich zu erzielen, weshalb die Niederlage auch nach dem Abpfiff auf der Anzeigetafel stand.

Durch den Sieg zieht Holstein Kiel in der Tabelle mit dem FC St. Pauli gleich, das Spitzenduo hat jeweils 32 Punkte auf dem Konto. Fortuna Düsseldorf hätte mit einem Dreier den dritten Tabellenplatz erobern können, bleibt aber mit 27 Zählern auf Rang fünf.

Nürnberg mit Lucky Punch

Die SV Elversberg drückte nach Balleroberungen aufs Tempo, Salih Sahin verpasste das Tor in der vierten Minute jedoch knapp. Der 1. FC Nürnberg setzte in der siebten Minute den ersten Nadelstich. Kanji Okunuki zog aus der zweiten Reihe ab, der Ball rollte knapp am Pfosten vorbei. Die Anfangsphase verlief ausgeglichen, keine Mannschaft setzte sich ab. Die beste Gelegenheit für Nürnberg ergab sich aus einer flachen Hereingabe von Tim Handwerker: Nicolas Kristof ließ den Ball nach vorne prallen, Maurice Neubauer rettete in höchster Not gegen Daichi Hayashi (19.). Auf der Gegenseite verpasste Jannik Rochelt die Führung für Elversberg nach Vorarbeit von Sahin nur knapp (21.). Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit war der größte Aufreger eine Szene, in der Christian Mathenia von einem geworfenen Gegenstand aus dem Auswärtsblock getroffen wurde (35.). Der Nürnberger Keeper konnte dennoch weiterspielen. Unmittelbar vor der Halbzeitpause hatte Benjamin Goller die Führung für die Gäste auf dem Fuß, weil Carlo Sickinger den Ball als letzter Mann in der eigenen Hälfte verlor. Der Lupfer über Kristof hinweg prallte von der Latte ins Toraus (45.+4). Wenige Sekunden später wurde die erste Halbzeit mit 0:0 beendet.

Die zweite Halbzeit begann auf spielerischer Ebene unverändert. Beide Mannschaften leisteten sich zahlreiche Fouls, ein sauberes Fußballspiel fand nicht statt. Das sollte sich ab der 60. Minute ändern: Erst hatte Nürnberg Glück, als Luca Schnellbacher bei einem Angriff die Latte traf. Sahin hatte im Nachsetzen eine weitere Chance, die von Mathenia vereitelt wurde (61.). Die Hausherren erhielten leichtes Oberwasser, Paul Stock zwang Mathenia nach einer Ecke zur nächsten Parade (62.). Kurz darauf erlitt der FCN einen personellen Rückschlag, Mathenia konnte nicht weitermachen und wurde ausgewechselt. Für ihn rückte Carl Klaus zwischen die Pfosten. Der Club wurde in der 77. Minute gefährlich, Kristof kratzte Handwerkers flachen Freistoß von der Linie. In der 83. Minute erzielten die Gäste die Führung, Hayashi wurde nach einem Angriff über die rechte Außenbahn von Jan Gyamerah angespielt und beförderte den Ball über die Linie. Frederik Jäkel war um eine Antwort bemüht, sein Kopfball flog über das Tor (88.). Die Gäste konzentrierten sich in der Nachspielzeit ausschließlich auf die Abwehrarbeit, der Vorsprung sollte ins Ziel gerettet werden. Weil der Vorsprung sauber verteidigt wurde und Elversberg ausschließlich aus der Distanz zum Abschluss kam, wurde es für Klaus selten gefährlich. Alle drei Punkte gingen deshalb an den FCN.

Durch den Sieg zieht der 1. FC Nürnberg mit der SV Elversberg gleich. Das Duo hat genau wie der SC Paderborn 24 Punkte auf dem Konto, wobei Elversberg den achten Tabellenplatz belebt und Nürnberg auf Platz zehn rangiert.

S04 macht spät alles klar

Der Anhang von Hansa Rostock heizte die Atmosphäre zum Anstoß mit einer Menge Pyrotechnik an. Auf dem Rasen gingen die Hausherren gegen den FC Schalke 04 früh drauf, Königsblau sollte kaum Luft zum Atmen erhalten. Unter dem hohen Gegnerdruck litt der Spielaufbau. In einem von Zweikämpfen geprägten Spiel blieben Torchancen Mangelware, symptomatisch für das zerfahrene Spiel war ein Freistoß von Paul Seguin, der in der Mauer seiner Schalker Mitspieler landete (23.). Spielerisch war von beiden Mannschaften wenig zu sehen, auch weil wegen der vielen Duelle kein Spielfluss aufkam. In der 40. Minute wurde die Partie unterbrochen, weil laut Angaben des FC Hansa eine Sicherheitsscheibe im Gästeblock gebrochen und Pyrotechnik geworfen wurde.

Nach 28-minütiger Unterbrechung wurde die Partie fortgesetzt – und auf einmal spielte Rostock in Unterzahl. Ein Ellbogenschlag von Junior Brumado gegen Blendi Idrizi wurde vor der Unterbrechung mit Gelb geahndet, noch vor der Fortsetzung wurde Schiedsrichter Nicolas Winter in die Review-Area gebeten. Der Unparteiische entschied nach Sichtung der Bilder auf Rot für den Stürmer. Schalke agierte in der Folge druckvoll und drang häufiger ins letzte Drittel vor. Schalke erhielt aus gefährlicher Position einen Freistoß, Tobias Mohr knallte das Rund an die Latte (45.+5). Danach wurden beide Mannschaften erneut in die Kabine gebeten, diesmal wegen der Halbzeitpause.

Zu Beginn der zweiten Halbzeit hatte Mohr eine erste Chance, die zur Ecke geklärt wurde (48.). Schalke erhöhte sukzessive den Druck, ein Kopfball von Bryan Lasme prallte aber nur gegen die Latte (55.) und ein Schlenzer von Idrizi zog am Tor vorbei (58.). Lasme setzte einen weiteren Kopfball über das Tor (59.). Rostock bemühte sich darum, die Null mit allen Mitteln zu halten, während Schalke weitere Chancen hatte: Kenan Karaman setzte einen Schuss über das Tor (65.), auch Simon Terodde verpasste die Führung (68.). In der 72. Minute war der Bann gebrochen: Brunner leitete den Ball von der rechten Außenbahn weiter zu Terodde, der Idrizi bediente. Der Mittelfeldspieler brachte den Ball aus kurzer Distanz im Tor unter – 1:0 für Schalke. Das war keinesfalls eine Vorentscheidung, Hansa suchte durch aus den Weg nach vorne und war um Torchancen bemüht. Den ersten Abschluss nach dem Tor hatte aber S04 durch Derry Murkin, der sein Glück erfolglos aus der Distanz probierte (79.). Mit offensiven Wechseln versuchte Rostock den Druck zu erhöhen, gleichzeitig hatte Schalke nach Balleroberungen viel Raum für Umschaltaktionen. Ein solcher mündete im 2:0, Karaman setzte einen Schlenzer unhaltbar in die Maschen (86.). Königsblau blieb in den Schlussminuten konzentriert und ließ den Ball durch die eigenen Reihen laufen. In einer etwas hitzigeren Schlussphase mit mehreren Fouls war der Auswärtssieg nicht in Gefahr, das 2:0 hatte bis zum Abpfiff Bestand.

Durch den Sieg springt der FC Schalke 04 mit nun 19 Punkten auf den 13. Tabellenplatz. Der Vorsprung auf den Relegationsplatz beträgt allerdings nur zwei Zähler - denn dieser wird jetzt von Hansa Rostock bekleidet.

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Florian Bajus  
10.12.2023