2. Bundesliga

Roundup: Kiel verpasst Platz zwei, Rostock spät geschockt

Kiel hatte Nürnberg zu Gast. Foto: Getty Images
Kiel hatte Nürnberg zu Gast. Foto: Getty Images

In den Sonntagspartien des 11. Spieltags der 2. Bundesliga hat Holstein Kiel den Sprung auf einen direkten Aufstiegsplatz durch eine Heimniederlage gegen den 1.FC Nürnberg verpasst (0:2). Gleichzeitig verlor Hansa Rostock beim SV Wehen Wiesbaden (1:0), während der 1.FC Magdeburg gegen die SV Elversberg unterlag (1:2).

Kiel vs. Nürnberg

Der KSV Holstein winkte der Sprung auf einen direkten Aufstiegsplatz, während die Franken ihren Sieg über Hertha BSC vergolden wollten. Beide Mannschaften boten einen munteren Auftakt, kamen früh zu Halbchancen. Die erste größere Gelegenheit ging auf Nürnbergs Konto, Tim Handwerker scheiterte vom linken Fünfereck an Timon Weiner (18.). Fünf Minuten später zogen die Störche nach: Nach weitem Einwurf klärte Jannes Horn unzureichend ins Zentrum, aus dem Rückraum zog Lewis Holtby mit links volley ab, ließ damit die Querlatte vibrieren (23.). In der Folge neutralisierten sich die Teams, wobei der Club leichte optische Vorteile erlangte. Chancen waren nun Mangelware, fünf Minuten vor der Pause lud Christian Mathenia beinahe ein. Der FCN-Keeper griff bei einer Ecke daneben, Nicolai Remberg konnte am zweiten Pfosten allerdings kein Kapital daraus schlagen (40.).

Club erst glücklich, dann eiskalt

Das Unentschieden zur Pause ging letztlich in Ordnung, einen Leckerbissen hatten die Zuschauer bis dato von beiden Mannschaften nicht zu sehen bekommen. An diesem Eindruck änderte sich mit Beginn der zweiten Hälfte recht wenig. Nürnberg hatte etwas mehr vom Spiel, zu gefährlichen Abschlüssen kam es auf beiden Seiten zunächst nicht. Beim Führungstreffer waren die Franken so durchaus mit dem Glück im Bunde, ein mutmaßlich eher harmloser Flachschuss von Handwerker wurde von Colin Kleine-Bekel unhaltbar abgefälscht (68.). Kiel musste nun mehr anbieten, eine erste Top-Chance auf den Ausgleich köpfte Joker Benedikt Pichler knapp drüber (75.). Kurz darauf erhöhte der Club durch Youngster Can Uzun: Lukas Schleimer luchste Remberg die Kugel ab und schickte den Angreifer, der sich nicht zweimal bitten ließ und die Vorentscheidung per Tunnel besorgte (77.).

Die Gastgeber versuchten anschließend alles, um nochmal Zugang zur Partie zu finden, Mathenia machte den möglichen Anschlusstreffer aber gegen Tom Rothe zunichte (84.). Letztlich brach das zweite Gegentor den Störchen sprichwörtlich das Genick. Holstein Kiel verpasst durch die Niederlage den Sprung auf Rang zwei, beendet den Spieltag als vierter. Der 1.FC Nürnberg klettert bis auf Platz acht.

Wehen Wiesbaden vs. Rostock

In Hessen stieg ein tabellarisches Nachbarschaftsduell zweier Teams, die sich im Keller etwas mehr Luft verschaffen wollten. Der Gastgeber hätte dabei bereits nach rund 90 Sekunden in Führung gehen können, wenn nicht müssen, der Schuss von John Iredale über den zu weit vor dem Tor stehenden Markus Kolke ging aber knapp drüber (2.). Auch Hansa fand gut ins Spiel, kam mit einem abgefälschten Schuss von Nils Fröling dem 0:1 nahe (9.). Nach der recht wilden Anfangsphase verflachte die Begegnung zeitweise, ein kurioser Strafstoß sorgte nach einer halben Stunde für Belebung. Vor einem Abschlag hatte Torhüter Florian Stritzel mit dem Arm nach hinten ausgeschlagen und Rostock-Stürmer Juan-Jose Perea am Hals getroffen. Christian Kinsombi übernahm die Verantwortung, scheiterte aber mit einem halbhohen Versuch an Stritzel, der seinen Aussetzer sofort wiedergutmachen konnte (32.). Vor der Pause hatten die Gäste durch Damian Roßbach eine letzte gute Gelegenheit, sein Absatzkick nach einer einstudierten Eckenvariante landete jedoch in Stritzels Armen (35.).

Joker sticht spät

Insgesamt verzeichneten die Teams in den ersten 45 Minuten 18 Torschüsse, von denen zwölf aufs Konto von Hansa gingen, eine Führung wäre dementsprechend durchaus verdient gewesen. In Durchgang zwei bestimmte zunächst der Gastgeber das Geschehen. Kolke musste bei einem Schlenzer von Iredale sein ganzes Können aufbringen (47.), dann geriet Amar Catic in aussichtsreicher Schussposition in Rücklage (50.). Rostock konnte sich aus der Umklammerung nach und nach befreien, spielte Konter aber nicht mit letzter Konsequenz aus. Die Begegnung trudelte so der Schlussphase entgegen, ohne dass ein Treffer zwingend in der Luft gelegen hätte. Dann musste Stritzel doch mal wieder eingreifen, er lenkte einen starken Versuch von John-Patrick Strauß gekonnt über die Latte (76.). Auf der Gegenseite machte es Kolke gegen einen Gewalt-Volley von Gino Fechner nicht weniger gut (86.). Den nächsten Abschluss von Hyun-ju Lee konnte der Keeper aber nur nach vorn prallen lassen, sodass der eingewechselte Ivan Prtajin per Kopf zum späten 1:0 abstauben konnte (89.). 

Da die Gäste alles nach vorn warfen, boten sich dem SVWW Kontergelegenheiten, eine solche ließ Kianz Froese per Pfostenschuss aus (90.+2). In Gefahr geriet der Heimsieg aber nicht mehr. Der SV Wehen Wiesbaden springt damit in der Tabelle auf Rang elf, Hansa Rostock beendet den Spieltag auf Platz 15.

Magdeburg vs. Elversberg

Vor dem Duell am Sonntag war der FCM zuletzt fünfmal sieglos geblieben, die SVE hingegen sechsmal ungeschlagen. Beide Teams begannen gewohnt spielfreudig, der Ball war zumeist im Besitz der Hausherren, den ersten Stich setzte allerdings der Gast aus dem Saarland. Luca Schnellbacher behielt nach langem Ball gegen Jamie Lawrence die Oberhand, setzte Jannik Rochelt ein. Der hatte freie Fahrt vor dem Tor und schob eiskalt an Dominik Reimann vorbei ins Netz (13.). Magdeburg bestimmte auch im Rückstand weitgehend das Geschehen, fand aber keine Mittel gegen den gut organisierten Aufsteiger. Der musste nach vorn gar nicht viel investieren, weil er seine Chancen mit brutaler Effizienz verwertete: Nach einer feinen Kombination ohne großen Gegnerdruck kam Maurice Neubauer an die Kugel, zielte per Flachschuss von der Strafraumkante genau ins rechte untere Eck und erhöhte auf 0:2 (35.). Heim-Trainer Christian Titz hatte unmittelbar zuvor bereits doppelt gewechselt, was viel über die Leistung der Magdeburger aussagte.

FCM macht es doch noch spannend

Bis zur Pause blieben die Umstellungen der Gastgeber ohne Wirkung, die SVE geriet zu keinem Zeitpunkt in ärgere Bedrängnis. Titz wechselte zur zweiten Hälfte noch zweimal. Unter anderem kam Connor Krempicki, der gleich mal einen Warnschuss anmeldete, aber entscheidend geblockt wurde. Im Nachschuss zielte Silas Gnaka knapp über den Kasten (47.). Kurz darauf jagte Luc Castaignos die Kugel aus aussichtsreicher Position deutlich weiter drüber und verletzte sich offenbar dabei an der Leiste (49.). Der eingewechselte Stürmer musste wenig später runter, das Wechselkontingent des FCM war damit erschöpft (57.). Die Szenen zeigten jedoch, dass für die Hausherren womöglich doch noch etwas möglich war. Ein zurückgenommener Strafstoß nach vermeintlicher Notbremse von Leon Bell Bell befeuerte die Hoffnungen weiter (60.). Allerdings war der große Schwung der Anfangsphase inzwischen doch verpufft.

Dennoch belohnte sich Magdeburg für das größere Engagement mit dem Anschlusstreffer: Herbert Bockhorn gab von rechts ins Zentrum, dort konnte Krempicki auch deshalb vollenden, weil Baris Atik die Kugel schlau passieren ließ (70.). Die Gäste ließen sich davon aber kaum beeindrucken und ließen wenige klare Abschlüsse zu. In der Nachspielzeit entschied Schiedsrichter Lukas Benen plötzlich auf Strafstoß für den FCM, war aber einer Schwalbe von Tatsuya Ito aufgesessen. Nach Videobeweis korrigierte Benen auf Freistoß für die Gäste und Gelb für den Japaner (90.+4). Dies blieb der letzte Aufreger der Partie.

Der 1.FC Magdeburg muss sich als 13. in der Tabelle endgültig nach unten orientieren, die SV Elversberg überrascht auf Rang sieben und dockt an die Spitzengruppe an.

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Lars Pollmann  
29.10.2023