Der Ostersonntag in Liga zwei

Roundup: HSV verspielt 3:0 und ist trotzdem zweiter

Der HSV und Hannover boten sich einen tollen Fight. Foto: Imago
Der HSV und Hannover boten sich einen tollen Fight. Foto: Imago

Am Ostersonntag fanden in der zweiten Bundesliga gleich fünf Begegnungen statt. Neben dem Abstiegskampf stand dabei vor allem das Nordduell zwischen dem Hamburger SV und Hannover 96 im Fokus.

In Niedersachsen konnte der HSV mit einem Punktgewinn bei den heimstarken 96ern Platz zwei zurückerobern. Die Gäste traten in der ersten Halbzeit durchaus wie der Favorit auf, auch wenn Hannover über weite Strecken mehr Ballbesitz aufwies. Hamburg verteidigte stabil und setzte wiederholt Nadelstiche nach vorn. Den ersten konkreten Abschluss versenkte Aaron Hunt dann gleich zur Führung. Seinen eigentlich zu mittigen Schuss auf Vorlage von Manuel Wintzheimer mit dem schwächeren rechten Fuß hätte Torhüter Michael Esser freilich halten können (14.). Hannover musste sich im Anschluss schütteln, während der HSV an seiner Spielidee festhielt. Bei einem Konter vergab Sonny Kittel die Großchance aufs 2:0 beinahe fahrlässig, nachdem Hunt ihn auf rechts freigespielt hatte. Anstelle eines Abschlusses versuchte der Mittelfeldmann eine Rückgabe, verfehlte dabei aber mögliche Anspielstationen vor dem Tor. So musste es Routinier Hunt selbst richten. Wieder bediente Wintzheimer den Ex-Nationalspieler, der außerhalb des Strafraums viel zu viel Platz genoss und gefühlvoll abschließen konnte. Diesmal zielgenauer und mit links, und so schlenzte Hunt zur verdoppelten Führung (34.). Kurz darauf erspielte sich Hannover die erste echte Gelegenheit der Partie, Sven Ulreich schaufelte den Außenrist-Versuch von Valmir Sulejmani einhändig weg (38.). Kurz vor der Pause reklamierte Hannover noch vergeblich ein Foul von Jan Gyamerah an Marvin Ducksch, das einen Strafstoß nach sich gezogen hätte. Um eine eindeutige Fehlentscheidung handelte es sich aber wohl nicht. So ging der HSV mit seiner 2:0-Führung in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel machte das Spiel da weiter, wo es zuvor aufgehört hatte. Wintzheimer spielte auf Hunt, der Altmeister hatte wieder zu viel Platz und zielte wieder genau -- Hattrick (50.)! Die Vorentscheidung schien gefallen, doch Hannover steckte nicht auf. Nach einem kurzen Freistoß fasste sich Genki Haraguchi aus der Distanz ein Herz und erzielte ein Traumtor zum 1:3 (56.). Im direkten Gegenzug verpasste Bobby Wood die Wiederherstellung des Drei-Tore-Abstands auf Vorlage von Tim Leibold, ebenso in der 62. Minute auf Vorlage von Hunt. Die verschwendeten Chancen rächten sich, Hannover 96 kam noch näher ran. Sei Muroya flankte von rechts, Ducksch war innen komplett blank und köpfte per Aufsetzer zum 2:3 (68.). Daniel Thioune antwortete mit der Einwechslung von Simon Terodde, der wenige Augenblicke später jubelte, bei der Vorlage des ebenfalls eingewechselten Khaled Narey aber minimal im Abseits stand (73.). Die vermeintlich längst entschiedene Partie war nun völlig offen, es ging mitreißend hin und her. Nicht unverdient kam Hannover zum Ausgleich: Erst rettete Moritz Heyer noch kurz vor der Linie gegen Ducksch, im Nachsetzen traf Haraguchi auf dem Boden liegend zum 3:3 (84.). In der letzten Minute der regulären Spielzeit verzog David Kinsombi einen Distanzversuch nur denkbar knapp, eine letzte Pointe blieb diesem tollen Spiel so verwehrt.

Fortuna siegt in Darmstadt

Die Gäste hatten bei Spielbeginn noch sehr theoretische Chancen auf den Aufstieg, während die Lilien den Klassenerhalt noch nicht ganz sicher hatten. Nach 20 Minuten gingen die Rheinländer infolge einer Ecke in Führung. Luka Krajnc hielt dabei aus kurzer Distanz den Kopf in eine Verlängerung von Marcel Sobottka. Den stärkeren Eindruck hinterließ in der ersten Halbzeit aber Darmstadt, das recht spät zum verdienten Ausgleich kam. Florian Kastenmeier hatte Serdar Dursun zu Fall gebracht, der Stürmer behielt vom Strafstoßpunkt im gleichen Duell mit etwas Glück die Oberhand (37.).

Auch in der zweiten Hälfte ging Fortuna Düsseldorf in Front. Leonardo Koutris sammelte einen hohen Ballgewinn, setzte Dawid Kownacki ein. Der Pole fand sich in guter Schussposition knapp außerhalb des Strafraums wieder und versenkte zielsicher zum 2:1 (62.). Nach Wiederbeginn traf Fabian Schnellhardt auf der Suche nach dem postwendenden Ausgleich die Latte (64.). Trotz des Ansturms der Lilien hielt die Führung der Gäste bis Spielende stand.

Nürnberg befreit sich gegen Paderborn

Der FCN stand nach den Ergebnissen des Karsamstags durchaus unter Druck und zeigte zumindest eine couragierte Leistung, der es auf dem Weg nach vorn aber zumeist an Präzision fehlte. Nicht aber in der 37. Minute, als Enrico Valentini zielgenau auf Manuel Schäffler flankte. Der Stürmer nickte durchaus akrobatisch zum 1:0 ein. Die Führung hielt aber nur recht kurz, weil der Club Christopher Antwi-Adjei nicht zu Fassen bekam. Der Paderborner wurde steil geschickt, entwischte seinen Bewachern und traf durch die Hosenträger von Christian Mathenia zum 1:1-Halbzeitstand (44.).

Im zweiten Durchgang drückte der 1.FC Nürnberg auf die neuerliche Führung, unter anderem traf Tom Krauß den Pfosten. Die dickste Gelegenheit vergab Schäffler aus elf Metern, nachdem Marcel Correia einen Abschluss per Hand geblockt hatte. Den zu ungenauen Strafstoß parierte Leopold Zingerle (60.). Dennoch ging der FCN mit Eintritt in die Schlussphase in Führung. Dabei setzte Mats Möller Daehli zu einem Solo an und spielte auf Krauß. Der schloss aus rund 21 Metern ab und fand das Netz, auch weil Zingerle diesmal wenigstens unglücklich aussah (75.). Eine Top-Chance auf den Ausgleich erspielte sich der SC Paderborn nicht mehr, stattdessen vergab Schäffler die Gelegenheit auf die Entscheidung recht leichtfertig (82.). In der Nachspielzeit verpasste auch noch Nikola Dovedan das völlig leere Tor, als Zingerle für einen Standard nach vorn geeilt war.

Sandhausen versenkt Würzburg

Im Duell der beiden aktuell auf den Abstiegsplätzen liegenden Teams feierte das neue Trainergespann von Würzburg (Ralf Santelli und Sportvorstand Sebastian Schuppan) seinen Einstand. Wie kaum anders zu erwarten war, lieferten sich die Teams ein Kampfspiel, bei dem fußballerische Leckerbissen Mangelware blieben. Die etwas bessere Spielanlage zeigte Sandhausen, das kurz vor der Pause vom Elfmeterpunkt in Führung ging. Zuvor hatte Frank Ronstadt einen Abschluss von Kevin Behrens mit dem Arm geblockt. Aus elf Metern versenkte Behrens rechts unten zur Pausenführung (45.).

In der zweiten Hälfte boten sich weiter dem SVS bessere Gelegenheiten. Julius Biada scheiterte an der Latte (59.), Alexander Esswein alleine vor dem Tor an Würzburg-Keeper Hendrik Bonmann (73.). Marvin Pieringer bestrafte dies nicht, als er die bis dato beste Gelegenheit der Kickers vergab (81.). In der Nachspielzeit köpfte Rolf Feltscher die letzte Chance zum Ausgleich, der im Abstiegskampf wohl ohnehin zu wenig gewesen wäre, in die Arme von Stefanos Kapino.

Regensburg nur Remis gegen Aue

Mit seinen 30 Punkten gehörte auch der SSV Jahn vor Anpfiff der Ostersonntagsspiele zu den Teams, die im Abstiegskampf einen wichtigen Schritt machen wollten. Bereits nach wenigen Minuten brachte Jann George sein Team auf den Weg, traf nach feiner Vorarbeit von Andreas Albers zum frühen 1:0. Die Gastgeber zeigten sich in der Folge bei vielen Offensivaktionen verschwenderisch, während auch Aue zur ein oder anderen Gelegenheit kam. Florian Krüger erzielte das vermeintliche Ausgleichstor, stand zuvor aber knapp im Abseits.

Im zweiten Durchgang war weitgehend Leerlauf angesagt, Regensburg verpasste die erste gute Chance auf die Vorentscheidung in der 72. Minute. Albers scheiterte aus kurzer Distanz an Martin Männel, der den Abschluss an den Pfosten lenken konnte. Das verschwenderische Verhalten vor dem Tor rächte sich doch noch: Erzgebirge Aue kam zum späten Ausgleich. Dabei steckte Pascal Testroet auf Sören Gonther durch, der zielte ins lange Eck (85.). Erik Wekesser verpasste in der Nachspielzeit die letzte Chance auf einen Siegtreffer für den Jahn, der sich über zwei verschenkte Punkte ärgern musste.

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Lars Pollmann  
04.04.2021

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