2. Bundesliga

Roundup: HSV verpasst Platz zwei, Darmstadt reicht ein Eigentor

Hamburg gastierte am Freitagabend in Düsseldorf. Foto: Getty Images
Hamburg gastierte am Freitagabend in Düsseldorf. Foto: Getty Images

In den Freitagspartien zum Auftakt in den 26. Spieltag der 2. Bundesliga hat der Hamburger SV bei Fortuna Düsseldorf den Sprung auf einen direkten Aufstiegsplatz verpasst (2:2). Im Parallelspiel hat der SV Darmstadt beim 1.FC Nürnberg seine Tabellenführung gefestigt (0:1).

Im Rheinland feierte der HSV vor rund 20 000 mitgereisten Fans einen Traumstart: Die erste echte Offensivaktion der Gäste endete mit einem Strafstoßpfiff, nachdem Jordy de Wijs Robert Glatzel ungeschickt zu Fall brachte. Den schwach geschossenen Elfmeter von Laszlo Benes parierte Florian Kastenmeier, im Nachschuss konnte der Mittelfeldmann aber zum 0:1 abstauben (5.). Fortuna ließ sich also kalt erwischen und war anschließend um eine Antwort verlegen. Jedoch lud der HSV wie in den vergangenen Wochen des Öfteren zum Toreschießen ein.

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Nach Ecke von Felix Klaus sprang Javi Montero unter dem Ball durch, sodass Dawid Kownacki recht unbedrängt zum Ausgleich einköpfen konnte (21.).  Durch den Treffer aus dem Nichts bekam Düsseldorf Oberwasser und nutzte die gute Phase zur Führung, wobei erneut die HSV-Defensive mithalf. Diesmal ließ Miro Muheim seinen Gegenspieler Klaus nach Kopfballverlängerung von Rouwen Hennings davonlaufen, der Vorlagengeber des Ausgleichstors ließ sich zum Ende eines Solos nicht zweimal bitten und vollendete für den Moment das Comeback der Gastgeber (28.). Nun schien Hamburg vom Rückstand angeschlagen, es dauerte einige Minuten bis zur Antwort der Rothosen.

Dann stand Robert Glatzel mehrfach im Mittelpunkt, er vergab aber zwei Gelegenheiten in der 38. Minute und entschied sich in der Nachspielzeit wohl fälschlicherweise für einen Kopfball Richtung Tor, als vor dem Kasten ein mitgelaufener Mitspieler in der aussichtsreicheren Position war (45.+2). Ein Remis hätte die Verhältnisse nach 45 Minuten wohl etwas besser abgebildet, dafür allerdings zeigte sich der HSV defensiv zu anfällig und in der Offensive nicht mit der letzten Durchschlagskraft. In Halbzeit zwei versuchten die Gäste gleich das Kommando zu übernehmen, die erste Gelegenheit hatte dennoch Fortuna. Nach Ballgewinn von Marcel Sobottka spielte Hennings Klaus frei, dessen Flachschuss links am Tor vorbei ging (51.).

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Das Bemühen war dem HSV auch in der Folge nicht abzusprechen, gefährlich wurde es vor dem Kasten der Hausherren dabei höchst selten. Stattdessen konnten die Hanseaten wohl von Glück sagen, dass es nach einem Schubser von Noah Katterbach im Luftkampf mit Hennings keinen Strafstoß gab (65.).  Hamburg kam anschließend selbst durch einen ruhenden Ball zum ersten gefährlichen Abschluss der 2. Halbzeit, ein Freistoß von Sonny Kittel stellte für Kastenmeier nicht die allergrößte Prüfung dar (71.). Nach der folgenden Ecke ging ein Flachschuss von Jonas Meffert knapp vorbei (72.).

Mit Anbruch der Schlussphase machte sich der HSV also auf zu einer späten Offensive, die sich auch schnell auszahlen sollte: Nach feinem Ball von Ludovit Reis auf Glatzel setzte der Mittelstürmer Kittel ein; als der zum Schuss ansetzte, versuchte Christoph Klarer eine Klärungsaktion, die zum unglücklichen Eigentor wurde und den Ausgleich bedeutete (75.). Die Gäste rochen damit Lunte, Kittel war der plötzlichen Führung kurz nach dem 2:2 per Volleyabnahme nahe (77.). Aber auch Düsseldorf spielte auf Sieg, Klarer verpasste nach Ecke von Klaus per Kopf knapp (80.). In der absoluten Schlussphase schwächte sich der HSV nochmal selbst, als der bereits verwarnte Montero im Mittelfeld mit hohem Risiko gegen Jona Niemiec grätschte, ihn zwar nicht voll erwischte aber dennoch folgerichtig Gelb-Rot sah (89.).

In der Nachspielzeit bot sich der Fortuna in Überzahl die Chance auf den Sieg, Daniel Ginczek kam alleine vor Daniel Heuer Fernandes aber nicht zum konkreten Abschluss (90.+3). Die letzte Gelegenheit stellte ein Gewaltschuss von Tim Oberdorf aus der Distanz dar, der knapp am Kreuzeck vorbeistrich (90.+6). Mit dem Remis kann der Hamburger SV mutmaßlich besser leben, zumindest hält der Tabellendritte einen Verfolger auf Distanz. Fortuna Düsseldorf könnte Platz vier am weiteren Spieltag einbüßen.

Darmstadt reicht ein Eigentor

Im zweiten Spiel des Freitagabends wollte der SV Darmstadt seine Tabellenführung wenigstens bis Samstagabend ausbauen, während der 1.FC Nürnberg seine ordentliche Bilanz unter Dieter Hecking fortsetzen wollte. Dieses Unterfangen ließ sich auch gut an, denn der Club dominierte das Geschehen in den ersten Spielminuten durchaus. Lino Tempelmann (15.) und Kwadwo Duah (19.) sammelten dabei auch gefährliche Abschlüsse, eine Führung des FCN wäre nicht sonderlich unverdient gewesen.

Die Lilien blieben derweil über weite Strecken der ersten Hälfte hinter ihren Möglichkeiten. Wie es bei Spitzenmannschaften manchmal so läuft, half dann der Faktor Glück zur Führung: Matthias Bader flankte von rechts, Christopher Schindler hielt in Erwartung eines Gegenspielers in seinem Rücken das Bein rein, fälschte aber äußerst unglücklich ins eigene Tor ab (31.). Nach dem Eigentor spielte Darmstadt mit mehr Selbstverständnis, beschäftigte Heim-Keeper Peter Vindahl allerdings nicht weiter.

Darmstadt verteidigt schmale Führung gegen Nürnberg: Effiziente Defensivarbeit sichert Spitzenplatz in der Tabelle

Weil auch Nürnberg nicht mehr zu konkreten Abschlüssen kam, blieb es bei der vergleichsweise schmeichelhaften Führung der Hessen zum Pausenpfiff. Nach dem Seitenwechsel mussten die Gastgeber ihre Bemühungen intensivieren, nach einigem Anlauf kam dabei Johannes Geis zur ersten echten Ausgleichschance. Seinen noch leicht abgefälschten Distanzschuss wehrte Marcel Schuhen stark zur Ecke ab (57.). Insgesamt tat sich der Club jedoch weiterhin recht schwer, die gut stehende Abwehr von Darmstadt in Bedrängnis zu bringen.

Vorne schienen die Gäste auf Lücken zu warten, um das mutmaßlich entscheidende 0:2 zu erzielen. Eine solche Lücke bot sich Braydon Manu wenige Sekunden nach seiner Einwechslung, allerdings konnte er freistehend mit dem Rücken zum Tor seinen Kopfball nicht hinreichend platzieren (71.). Kurz zuvor hatte Vindahl das zweite Eigentor der Franken nach einem Missverständnis mit Jan Gyamerah verhindert (70.). Auf eine große Schlussoffensive des Club wartete man anschließend vergeblich. Der SV Darmstadt hatte so keinerlei Probleme, seine Führung nach Hause zu bringen. Dass die Lilien ein Spiel gewinnen, ohne auch nur einmal direkt aufs gegnerische Tor geschossen zu haben, spricht klar für die Aufstiegsambitionen des Klubs. An der Tabellenspitze hat der SVD nun fünf Punkte Vorsprung. Der 1.FC Nürnberg muss am restlichen Spieltag schauen, wie viele Teams am derzeitigen Tabellenzwölften vorbeiziehen. 

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Lars Pollmann  
31.03.2023