2. Bundesliga

Roundup: HSV und FCN nur Remis, Sandhausens Saisonpremieren

Der HSV und Darmstadt lieferten sich einen Schlagabtausch. Foto: Imago
Der HSV und Darmstadt lieferten sich einen Schlagabtausch. Foto: Imago

In den Sonntagsspielen der 2. Bundesliga hat der Hamburger SV daheim gegen den SV Darmstadt nach zeitweise wildem Ritt nur einen Punkt geholt. Gleichzeitig holte der 1.FC Nürnberg beim FC Ingolstadt lediglich ein torloses Remis, während der SV Sandhausen Erzgebirge Aue auswärts schlug.

Im Volkspark wollte der HSV nach der Derby-Niederlage beim FC St. Pauli Wiedergutmachung betreiben und zeigte von Beginn an einen beherzten Auftritt. Entgegen des frühen Spielverlaufs ging aber Darmstadt in Führung. Phillip Tietz verwandelte einen Foulelfmeter, den er selbst gegen Jonas David herausgeholt hatte (14.). Beinahe setzte es den Doppelschlag, doch Daniel Heuer Fernandes rettete in höchster Not gegen Marvin Honsak (19.). Dennoch zeigten die Rothosen eine gute Reaktion, die Kapitän Sebastian Schonlau mit dem Ausgleich belohnte. Bei einer Freistoßflanke von Sonny Kittel setzte er sich in der Luft durch, Lilien-Keeper Marcel Schuhen konnte nicht mehr ausreichend reagieren (30.). Der HSV drückte weiter und ging in der letzten Minute der regulären Spielzeit in Front. Darmstadt bekam einen flachen Freistoß von links nicht verteidigt, den Nachschuss von Jonas Meffert lenkte Moritz Heyer gekonnt mit dem Absatz ins Netz. Den Schlusspunkt einer ausnehmend unterhaltsamen 1. Hälfte hatte aber wieder der Gast aus Hessen. Heuer Fernandes parierte dabei einen Schuss von Jannik Müller, im Nachsetzen schnürte Tietz seinen Doppelpack (45.+4). Um ein Haar hätte Honsak vor der Pause sogar noch ein drittes Tor für den SVD nachgelegt.

Nach dem Seitenwechsel beruhigte sich die Partie im Vergleich zur wilden ersten Halbzeit etwas. Dem Hamburger SV gelang es im Ballbesitz, den SV Darmstadt tiefer in der eigenen zu beschäftigen. Großchancen blieben zunächst aus, dann hatte Anssi Suhonen den Führungstreffer auf dem Fuß. Schuhen parierte einen Abschluss von Meffert nach vorn, der Finne jagte den Nachschuss am Kasten vorbei (62.). Auf der Gegenseite musste Heuer Fernandes nach feiner Kombination gegen Benjamin Goller auf der Hut sein (66.). Zwei Minuten später flankte Bakery Jatta mustergültig, Robert Glatzel legte den Kopfball knapp vorbei. Der Stürmer spielte übrigens nach einem Zusammenprall mit Schuhen in der ersten Hälfte mit Kopfverband. In der Folge verflachte das Spiel merklich, der HSV schien sich die Zähne an der nun kompakteren Defensive der Gäste auszubeißen. Darmstadt verlegte sich auf Konter, kam aber auch nicht mehr zielstrebig in die Hamburger Gefahrenzone. Plötzlich aber bot sich Erich Berko die Chance auf den Siegtreffer, in der 4. Minute der Nachspielzeit schlenzte der Angreifer aber neben den Kasten. Auch Tietz hatte noch eine Chance, scheiterte aber an Heuer Fernandes. Die Punkteteilung ging so letztlich durchaus in Ordnung.

Der HSV bleibt mit 5 Punkten weiter hinter den Erwartungen, Darmstadt ist mit dem Remis im Volkspark sicher zufriedener.

Nürnberg bleibt ungeschlagen, FCI holt ersten Punkt

Als bisher ungeschlagene Mannschaft ging der 1.FC Nürnberg als klarer Favorit gegen die bis dato punktlosen Aufsteiger des FC Ingolstadt in die Partie. In der Wiederauflage des Relegations-Thrillers aus dem Juli 2020 waren aber die Schanzer zunächst besser in der Partie. Dennis Eckert Ayensa hatte nach neun Minuten die erste nennenswerte Gelegenheit, ehe kurz darauf Michael Heinloth einen Ball vor der Torlinie des FCI klärte. Nach diesem ordentlichen Auftakt taten sich beide Teams längere Zeit schwer damit, Chancen zu kreieren. Erst in der 38. Minute kam Nürnberg durch Tim Handwerker zur besten Gelegenheit der Partie, Denis Linsmayer rettete für seinen geschlagenen Keeper knapp vor dem Einschlag.

In der 2. Halbzeit deutete der 1.FC Nürnberg in Person von Tom Krauß an, mehr Betrieb vor dem gegnerischen Kasten bewirken zu wollen. Der erste Abschluss des Mittelfeld-Antreibers rauschte knapp vorbei am Pfosten (46.). Johannes Geis zielte aus der Distanz noch besser, scheiterte aber an Fabijan Buntic (55.). Auch der FC Ingolstadt zeigte sich nun offensivfreudig, Merlin Röhl setzte einen Schuss auf Vorlage von Eckert Ayensa knapp über die Torumrandung (56.). FCN-Keeper Christian Mathenia musste anschließend gegen Filip Bilbija seine ganze Klasse aufbieten (68.). Nach dieser guten Phase der Partie nahm sie sich bis in die Schlussminuten eine neuerliche Auszeit. Fatih Kaya läutete die mit einer Chance ein, die Asger Sörensen per Grätsche klärte (83.). Von einer großen Schlussoffensive konnte aber auf beiden Seiten nicht die Rede sein. So ging die Partie ohne weitere sportliche Aufreger zuende.

Der FCN bleibt ungeschlagen, der FCI freut sich über den ersten Punkt nach dem Wiederaufstieg. 

Sandhausen mit ersten Toren und erstem Sieg

Im Duell zweier Teams, die voraussichtlich eher gegen den Abstieg spielen werden, waren die Gäste vom SV Sandhausen in der ersten Hälfte über weite Strecken tonangebend. Alexander Esswein traf schon nach vier Minuten den Pfosten, Marcel Ritzmaier ließ kurz nach der Halbstunden-Marke einen Lattenkracher folgen. Auch Aue hatte eine Top-Chance, die Omar Sijaric alleine vor Patrick Drewes vergab (38.). Zur Pause war also durchaus nachvollziehbar, warum die beiden Teams an den ersten drei Spieltagen insgesamt nur einen Treffer erzielen konnten.

Auch der zweite Durchgang begann mit einer vergebenen Gelegenheit. Gaetan Bussmann setzte einen Kopfball nach Freistoß von Clemens Fandrich letztlich doch deutlich neben den Kasten (48.). Der nächste Hochkaräter aber saß und stellte auf Seiten des SVS das ersehnte erste Saisontor dar. Arne Sicker eroberte den Ball auf links, setzte Daniel Keita-Ruel ein. Der Angreifer bediente Esswein, der mutterseelenallein vor Männel die Nerven bewahrte und das 1:0 für die Gäste erzielte (52.). Eine schnelle Reaktion blieb aus, der Ausgleich fiel für Erzgebirge Aue so aus dem sprichwörtlichen Nichts. Ben Zolinski flankte von links, Babacar Gueye nutzte seine Lufthoheit für einen präzisen Kopfballtreffer (65.). Plötzlich hatten die Veilchen klar die Oberhand und kamen zu dicken Chancen, Dimitrij Nazarov und Gueye ließen den Führungstreffer aber beinahe sträflich liegen (71., 72.). Nazarov scheiterte zudem mit einem Versuch aus recht spitzem Winkel an Drewes (75.). Seine dritte Gelegenheit in dieser Phase nutzte Nazarov, allerdings stand der Aue-Angreifer dabei knapp im Abseits (79.). Sandhausen nutzte die vielen ausgelassenen Chancen der Hausherren eiskalt: Erik Zenga setzte Janik Bachmann herausragend ein, der überlegt zur zu diesem Zeitpunkt glücklichen Führung einschieben konnte (82.). Wie der Ausgleichstreffer von Aue hatte aber auch gar nichts auf das 2:1 für den SVS hingedeutet. Das Tor schien bei den Veilchen den Stecker zu ziehen. Eine Einzelaktion von Cebio Soukou machte den Deckel auf die Partie. Der Joker tankte sich durch und jagte den Ball ins Netz. Oder hatte Keita-Ruel die Kugel zuletzt berührt? So oder so, nach dem 1:3 war die Partie entschieden.

Sandhausen war letztlich der wohl nicht unverdiente Sieger, wenngleich Aue zwischenzeitlich hätte in Führung gehen müssen. Die Erzgebirgler müssen nach drei Remis erstmals als Verlierer vom Platz, für Sandhausen schaut die Tabelle mit vier Zählern freundlicher aus.

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Lars Pollmann  
22.08.2021