2. Bundesliga

Roundup: HSV und Darmstadt die Sieger am Tag der Top-Duelle

In Hannover (gegen den HSV) stieg eines von zwei Spitzenspielen des Freitags. Foto: Getty Images
In Hannover (gegen den HSV) stieg eines von zwei Spitzenspielen des Freitags. Foto: Getty Images

Die 2. Bundesliga ist mit einem besonderen Schmankerl aus der Länderspielpause zurückgekommen: In den Freitagsspielen standen sich die vier bestplatzierten Mannschaften der Tabelle in direkten Duellen gegenüber. Dabei hat der Hamburger SV bei Hannover 96 spät gewonnen (1:2), während der SC Paderborn gegen den SV Darmstadt die erste Heimniederlage der Saison kassierte (1:2).

In Niedersachsen verteilten die Gäste aus der Hansestadt ein frühes Geschenk an die Hausherren: Miro Muheim rutschte nach Anspiel von Daniel Heuer Fernandes aus und überließ so Sei Muroya die Kugel. Der Japaner nutzte die hohe Position des Torhüters im Spielaufbau und schob zum blitzartigen 1:0 für die Hausherren ein (4.). Der HSV ließ sich davon wenig beeindrucken und zog sein gewohntes Ballbesitzspiel auf, das in ersten Gelegenheiten für Robert Glatzel (7.) und Sonny Kittel (13.) mündete. Beim Ausgleich revanchierte sich aber Hannover für das Geschenk der Rothosen: Moritz Heyer gab einen Ball flach vors Tor und suchte Glatzel, Julian Börner grätschte jedoch dazwischen und bugsierte den Ball ins eigene Netz (15.). 

Nach diesem wilden Auftakt verflachte das Spiel in Sachen Torchancen, stattdessen bestimmten knackige Zweikämpfe das Geschehen. Den gefälligeren Eindruck auf dem Weg nach vorn machte auch in dieser Phase der Gast aus Hamburg, der fünf Minuten vor der Pause über Glatzel und Muheim zu zwei guten Chancen auf den Treffer zum 2:1 kam. Gegen den Flachschuss des Stürmers parierte Ron-Robert Zieler stark, nach der folgenden Ecke zielte der Unglücksrabe des 0:1 aus HSV-Sicht knapp am Tor vorbei (40.).

Gemessen an diesen Eindrücken wäre eine Halbzeitführung für den Gast durchaus in Ordnung gegangen, Hannover war mit sehr geringem Ballbesitz in der Offensive weitgehend unsichtbar geblieben. Auch in der zweiten Hälfte blieb der Hamburger SV zunächst die wesentlich druckvollere Mannschaft, Glatzel sammelte etwa zwei weitere Abschlüsse auf der Suche nach seinem 50. Tor in der 2. Bundesliga (51., 52.). Die bis dato beste Gelegenheit aufs 2:1 für die Hanseaten vereitelte Zieler gegen Kittel, der eine Flanke von Bakery Jatta sehenswert verarbeitet und per Direktabnahme abgeschlossen hatte (66.). Anschließend nahm sich die Partie sozusagen eine Ruhepause bis in die Schlussphase hinein. Dann musste Zieler mal wieder eingreifen, als der eingewechselte Ransford Königsdörffer einen Flachschuss aufs kurze Eck absetzte (85.). Der Joker stach anschließend in der Nachspielzeit mit einem Sensationstor nach einer Ecke für die Gastgeber: Der frischgebackene Nationalspieler Ghanas setzte sich mit einem langen Dribbling gegen mehrere Verteidiger durch und bewahrte dann auch die Nerven im Duell mit Zieler (90.+2).

Durch diesen späten Nackenschlag verlor Hannover 96 erstmals seit Anfang August. Der Hamburger SV hingegen setzt sich durch den fünften Sieg am Stück an der Tabellenspitze auf drei Punkte Vorsprung ab.

Paderborn kassiert erste Heimniederlage

Auch in Ostwestfalen legte die Heimmannschaft einen Blitzstart hin, der SC Paderborn ging ebenfalls in der 4. Spielminute in Führung. Maximilian Rohr schlug das Leder lang in den Lauf von Robert Leipertz, der den Ball technisch anspruchsvoll herunterpflückte und an Marcel Schuhen vorbei ins Netz spitzeln konnte. Die Gastgeber hätten kurz darauf den Doppelschlag landen können, nach Foul von Patric Pfeiffer an Denis Srbeny gab es Strafstoß. Den Versuch von Marvin Pieringer aber konnte Marcel Schuhen im Tor des SV Darmstadt aus der von ihm aus linken Ecke fischen, der Schlussmann parierte auch den Nachschuss von Julian Justvan (7.). Sah es für die Lilien erst nach der ganz kalten Dusche aus, brachte die Doppel-Parade von Schuhen den Gast ins Spiel zurück. Das sollte sich schnell auszahlen, denn Braydon Manu sorgte per Flugkopfball für den Ausgleich. Einen Distanzversuch konnte Jannik Huth noch abwehren, im Nachgang schlug Tobias Kempe aber eine butterweiche Flanke ins Zentrum, wo der Paderborner Torhüter gegen Manu dann machtlos war (10.).

Dieses halsbrecherische Tempo konnte die Begegnung nicht dauerhaft aufrecht halten, es folgte eine Phase der Beruhigung, in der vor allem der SCP auf Kontrolle bedacht war. Dabei gab es für Leipertz dennoch eine gute Chance auf den Doppelpack, leicht abgefälscht zischte sein Abschluss knapp neben den Kasten (17.). Die Gäste setzten eher auf Gegenstöße, in Führung brachte sie ein Standard: Kempe zog eine Freistoßflanke von rechts lang in Richtung des zweiten Pfostens, wo Jannik Müller den längsten Luftstand hatte und platziert ins lange Eck köpfte (24.). In der Folge gelang es den Gästen, sich defensiv stabiler zu positionieren, Paderborn biss sich eine ganze Weile die Zähne beim Versuch aus, die Lilien-Abwehr in die Bredouille zu bringen. 

So war es für Darmstadt kein großes Problem, die 2:1-Führung mit in die Halbzeit zu nehmen. Die wackelte nach wenigen Minuten im zweiten Durchgang aber doch, weil der agile Leipertz mit einem Anspiel auf Pieringer nur knapp scheiterte und der kurz darauf infolge eines schlimmen Ballverlusts von Pfeiffer neben das Tor schlenzte (48., 51.). Auch ein Flachschuss von Justvan kurz vor der Stundenmarke verfehlte sein Ziel nur knapp. Darmstadt sorgte in dieser Phase nur gelegentlich für Entlastung, diese Angriffe hatten es aber bisweilen in sich. Fabian Holland prüfte Huth aus der Distanz, nur eine Zeigerumdrehung später klatschte ein Versuch von Matthias Bader an den Pfosten (66., 67.).  Wieder kurz darauf lenkte Huth ein versuchtes Anspiel von Manu in die Mitte per Fußabwehr an die Torumrandung (73.). Auf der Gegenseite verhinderte Schuhen gegen den eingewechselten Kelvin Ofori den Ausgleich (74.). Mit Anbruch der Schlussviertelstunde schien weiter alles möglich, in der Endphase gab es dann aber kaum noch konkrete Abschlussmöglichkeiten hüben wie drüben.

Durch die erste Heimniederlage der Saison rutscht der SC Paderborn auf Rang drei ab, der SV Darmstadt zieht auf Tabellenplatz zwei vorbei.

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Lars Pollmann  
30.09.2022