2. Bundesliga

Roundup: HSV hält Kurs, Kleindienst-Viererpack vermöbelt FCN

Der HSV hatte Bielefeld zu Gast. Foto: Getty Images
Der HSV hatte Bielefeld zu Gast. Foto: Getty Images

In den Sonntagspartien des 21. Spieltags der 2. Bundesliga hat der Hamburger SV durch ein 2:1 gegen Arminia Bielefeld den Aufstiegskurs gehalten. Der 1.FC Heidenheim schlug derweil den 1.FC Nürnberg deutlich (5:0), während im Tabellenkeller dem Karlsruher SC mit einem 3:0 beim SV Sandhausen ein weiterer Schritt gen Klassenerhalt gelang.

Im Volkspark galt es für den HSV, der Vorlage der Tabellenführer vom SV Darmstadt vom Samstagabend (1:0 bei Hansa Rostock) zu antworten. Nach durchaus schwungvollem Beginn der Gastgeber war es jedoch die Arminia, die für Highlights in den Strafräumen sorgte. Dass das 0:1 durch Frederik Jäkel nach Videobeweis nicht zählte, war wegen einer klaren Abseitsposition unstrittig (13.); schon wesentlich diskutabler, dass es keinen Elfer für die Ostwestfalen gab, als Jonas Meffert bei einer Flanke auf den Fuß von Sebastian Vasiliadis stieg (20.). Der HSV tat sich durchaus schwer, seine Ballbesitz-Dominanz in Torgefahr umzumünzen, nutzte dann aber mit etwas Glück die erste echte Chance zum 1:0. 

Dabei kombinierten die Rothosen fein über links, Miro Muheim steckte per Absatzkick durch die Beine eines Gegenspielers auf Ludovit Reis. Der Niederländer dribbelte sich in Schussposition und zog ab, sein Versuch wurde vom Kopf von Guilherme Ramos entscheidend und unhaltbar ins linke untere Eck abgefälscht (26.). Kurz vor der Pause hätte Hamburg noch mehrfach nachlegen können, Martin Fraisl entschärfte aber einen Freistoß von Jean-Luc Dompe und rettete nach Ballverlust vor Glatzel, (42., 45.+3), zudem verzog Laszlo Benes knapp neben das Tor (43.). Von Bielefeld kam nach dem Gegentreffer kaum noch etwas Konstruktives auf dem Weg nach vorn, die Halbzeitführung verdiente sich der HSV sozusagen im Nachhinein.

Nach dem Seitenwechsel nutzte Bielefeld eine seltene Unachtsamkeit in der Hintermannschaft des HSV zum frühen Ausgleich. Daniel Heuer Fernandes parierte gegen Fabian Klos noch stark, im Nachsetzen war Bastian Oczipka aber völlig alleine und schob so ein (51.). Die Rothosen antworteten beinahe postwendend: Erst klatschte ein Freistoß von Benes an die Latte, den von Andrade noch abgefälschten Nachschuss von Jonas David bugsierte dann Fraisl mit einem Weltklasse-Reflex über das Aluminium (53.). Wenige Minuten später war der Österreicher aber machtlos, als Dompe perfekt an den langen Pfosten flankte und Bakery Jatta per Volley unter die Latte aus kurzer Distanz die Führung wiederherstellte (57.).

Bielefeld zeigte sich unbeeindruckt und machte Betrieb, um den neuerlichen Ausgleich zu schaffen, hatte zunächst aber keine ganz konkreten Chancen aufs 2:2. Halbwegs gefährlich wurde es so erst, als Heuer Fernandes mit einem Ausrutscher eine Einladung an den gerade eingewechselten Janni Serra verteilte, der aus schwierigem Winkel aber verzog (74.). Kurz darauf war mit Bryan Lasme ein weiterer Joker fast schon durch, der Armine brauchte dann zu lange, um sich im Strafraum zu entscheiden und vertändelte so die Gelegenheit (75.). Deutlich ernster wurde es für den HSV, als Theo Corbeanu wenige Sekunden nach Einwechslung von der Strafraumkante abzog und denkbar knapp auf der falschen Seite neben den Pfosten traf (85.). 

Der zweite Abschluss des Kanadiers landete in den Armen von Heuer Fernandes (89.) und stellte sogleich die letzte Ausgleichschance für die Gäste dar. Der Hamburger SV bleibt so mit jetzt 44 Punkten Tabellenzweiter, Arminia Bielefeld belegt Relegationsplatz 16. 

Viererpack! Nürnbergs Leid ist Kleindiensts Freud

Auf dem Heidenheimer Schlossberg wollte der gastgebende 1.FCH Relegationsplatz drei vom SC Paderborn zurückerobern, während es für den 1.FC Nürnberg darum ging, im Abstiegskampf Luft zwischen sich und die Gefahrenzone zu bringen. Dieses Vorhaben konterkarierte der Club mit desaströsen ersten 45 Minuten komplett. Bereits das 1:0 durch Tim Kleindienst war einem fatalen Abwehrfehler von Jan Gyamerah zu verdanken, der unbedrängt eine harmlose Flanke von links auf den Torschützen klärte (18.). Den Doppelpack schnürte Kleindienst auf Vorlage von Florian Pick, dem Jens Castrop die Kugel regelrecht überlassen hatte und so zum Konter einlud (23.). Den dritten Treffer von Kleindienst erlebten die Franken derweil schon nur noch zu zehnt: Enrico Valentini hatte für einen Tritt in den Achillessehnenbereich von Jan-Niklas Beste glatt Rot gesehen (34.).

Ob der Club mit elf Mann besser verteidigt hätte, muss nach den Eindrücken bis dahin bezweifelt werden. Jedenfalls konnte Kleindienst nach gehobener Flanke von Pick mutterseelenallein einköpfen und so seinen Hattrick perfekt machen (39.). Beim Spielstand von 3:0 und in numerischer Unterzahl der Gäste schien die Begegnung bereits zum Pausenpfiff entschieden. In Durchgang zwei konnte Heidenheim so in den Schongang schalten, Nürnberg war einzig an Schadensbegrenzung gelegen. Echte Highlights waren so Mangelware. Die Gastgeber machten dennoch durchaus den Eindruck, jederzeit nachlegen zu können und taten dies in der Schlussphase nochmal. Jonas Föhrenbach flankte aus dem linken Halbfeld, natürlich war Kleindienst schon wieder zur Stelle und besorgte auch das 4:0 (81.).

Auch nach der Auswechslung des Viererpackers war die Sache für den FCN nicht ausgestanden, der fünfte Streich gelang Marnon Busch mit zielsicherem Flachschuss aus rund 20 Metern (86.). Damit ließ es der 1.FC Heidenheim dann gut sein und sicherte sich wieder Relegationsplatz drei. Für den 1.FC Nürnberg bedeutet das Debakel zwar weiter Tabellenplatz 13, aber sicher eine unruhige Woche.

Karlsruhe siegt souverän

Das Südwest-Duell am Hardtwald war zugleich ein Aufeinandertreffen im Abstiegskampf: Der SV Sandhausen empfing als zwischenzeitliches Schlusslicht den Karlsruher SC, der von Platz 13 ins Spiel ging. Die Badener haben zuletzt aber durchaus Selbstvertrauen getankt und zeigten dies schon früh. Quasi mit dem ersten zuende gespielten Angriff schlug der KSC in Person von Jerome Gondorf zu. Nach Anspiel von Philip Heise schob der Kapitän überlegt ins lange Eck und ließ Patrick Drewes auch trotz des spitzen Winkels keine Abwehrchance (8.). Der Torwart verhinderte acht Minuten später gegen Marvin Wanitzek die ganz kalte Dusche (16.), dies blieb allerdings auch der letzte Hochkaräter der gesamten ersten Hälfte.

Karlsruhe verteidigte geschickt, Sandhausen fehlte es an Ideen; die Führung der Gäste ging so allemal in Ordnung. Vom SVS musste nach der Pause mehr kommen, tatsächlich feuerte Alexander Esswein mit einem Schuss ans Außennetz die erste Warnung ab (49.). Dann aber spielte der KSC einen traumhaften Angriff über links über Heise und Wanitzek, Mikkel Kaufmann musste nur noch einschieben und bestellte das 0:2 (52.). Gemessen am bisherigen Spielverlauf war das die mutmaßliche Vorentscheidung; die wohl endgültige ließ Tim Breithaupt mit einem zu hoch angesetzten Schuss aus (61.).

Sandhausens erste Annäherung an den Anschluss folgte eher dem Zufallsprinzip, denn ein Hereingabe von Marcel Ritzmeier wurde vor allem deshalb gefährlich, weil sie ans Außennetz abgefälscht wurde (65.) Wesentlich konkreter blieb Karlsruhe, das in Person von Kaufmann das 3:0 auf dem Kopf hatte, das Drewes mit guter Parade noch vereiteln konnte (71.). Kurz darauf war es aber doch soweit: Fabian Schleusener setzte Kaufmann ein, der verzögerte im Strafraum stark und flankte butterweich wieder auf Schleusener, der ins lange Eck nickte (73.). Damit war das Spiel zugunsten der deutlich überlegenen Mannschaft entschieden.

Nur die Höhe des Auswärtssieg galt es noch zu bestimmen. Der zweifache Vorlagengeber Wanitzek etwa hätte aus großer Distanz beinahe noch ein viertes Tor nachgelegt (86.), Drewes parierte gegen Heise (89.). Es blieb aber beim 3:0, durch das der Karlsruher SC auf Platz elf springt. Der SV Sandhausen präsentierte sich in der Tat seinem Tabellenrang angemessen: Man bleibt Letzter.

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Lars Pollmann  
19.02.2023