2. Bundesliga

Roundup: HSV gewinnt Nord-Duell gegen Rostock, Karlsruhe schlägt Heidenheim

Der HSV und Hansa Rostock haben sich ein intensives Duell geliefert. Foto: Getty Images.
Der HSV und Hansa Rostock haben sich ein intensives Duell geliefert. Foto: Getty Images.

Am 17. Spieltag der 2. Bundesliga hat der Hamburger SV einen Heimsieg über Hansa Rostock gefeiert. Während sich Dynamo Dresden bei Erzgebirge Aue durchgesetzt hat, errang der Karlsruher SC gegen den 1. FC Heidenheim drei Punkte.

HSV gewinnt deutlich gegen Rostock

In einem zu Beginn munteren Spiel unterlief dem Hamburger SV beinahe ein Eigentor. Nach einem Fehler im Aufbauspiel von Sebastian Schonlau schaltete Haris Duljevic um. Der Angreifer von Hansa Rostock brachte den Ball in die Mitte, wo HSV-Verteidiger Mario Vuskovic klären wollte – hätte Marko Johansson nicht pariert, wäre der Ball im eigenen Tor gelandet (7.). Wenige Augenblicke später ging der HSV in Führung: Nach einem Diagonalpass von Sonny Kittel auf die linke Außenbahn spielte Faride Alidou das Rund in den Strafraum, wo Robert Glatzel aus wenigen Metern einköpfen konnte (8.). Die Hausherren agierten druckvoll, suchten den Weg nach vorne und hatten in Minute 17 die nächste gute Chance, als Glatzel an Hansa-Keeper Markus Kolke scheiterte. Kurz darauf erhöhte Ludovit Reis auf 2:0: Jan Gyamerah kombinierte sich mit Kittel durch die Rostocker Abwehr und spielte den Ball beinahe der Grundlinie zurück zu Reis, der nur noch einschieben musste (18.). Im Laufe der Zeit wurde Rostock mutiger, setzte sich allerdings kaum in Szene. Auf der anderen Seite spielte der HSV weiter nach vorne, verpasste es aber, das dritte Tor vor der Halbzeitpause nachzulegen.

Auch die zweiten 45 Minuten waren von einem intensiven Spiel geprägt. Beide Mannschaften suchten den Weg nach vorne, die erste Chance hatte Bakery Jatta (49.). Rostock stellte von der ursprünglichen 4-2-3-1-Formation auf ein 4-4-2 um, ließ aber weiterhin die letzte Präzision im Angriffsdrittel vermissen, weshalb die Flanke von Jonathan Meier weder bei Streli Mamba noch bei John Verhoek landete (56.). In der 59. Minute hatte Kittel eine weitere Chance für den HSV, in Minute 64 kam dann Glatzel zum Abschluss und traf das Außennetz. Aufgrund der Führung konnte sich die Mannschaft von Tim Walter auf Umschaltsituationen konzentrieren, spielte diese aber unsauber aus – und im eigenen Aufbau leistete sie sich regelmäßig Fehlpässe. Auf der anderen Seite mangelte es an ernsthaften Chancen für Rostock, um den Rückstand zu verkürzen. Erst in der 75. Minute hatte Verhoek eine Top-Chance, der Stürmer schoss jedoch Johansson an. Dann folgte die Entscheidung: Jatta wurde auf dem rechten Flügel nicht attackiert, konnte daher den Ball zu David Kinsombi spielen, der aus zentraler Position Glatzel bediente. Der Stürmer ließ sich die Chance nicht nehmen und erzielte das 3:0 (80.). In der 86. Minute erhöhte Joker Mikkel Kaufmann vermeintlich auf 4:0, wegen einer Abseitsstellung wurde der Treffer aber annulliert. Gefährlich wurde es für den HSV aber nicht mehr, weshalb die Partie mit 3:0 endete.

Durch den Sieg überholt Hamburg den FC Schalke 04 und springt dank des besseren Torverhältnisses auf den dritten Tabellenplatz. Im direkten Aufeinandertreffen am kommenden Samstag kann sich die Walter-Elf einen Vorsprung von drei Punkten erarbeiten. Rostock hingegen liegt auf Platz 14 und hat fünf Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone. 

Dresden siegt in Aue 

Vom Anstoß weg war Dynamo Dresden die auffälligere Mannschaft, die besseren Chancen hatte allerdings Erzgebirge Aue. Dimitrij Nazarov scheiterte nach fünf Minuten aus wenigen Metern an Kevin Broll, in der 16. Minute hatte der Angreifer der Erzgebirgler eine weitere gute Gelegenheit. Auf der anderen Seite parierte Martin Männel gegen Yannick Stark und Chris Löwe (13., 16.), während Antonio Jonjic nach einer guten Einzelaktion von Vorbereiter Nicolas Kühn aus wenigen Metern am Tor vorbeischoss (20.). Dresden fiel neben einem ordentlichen Pressing durch ansehnliche Ballbesitzpassagen auf, Möglichkeiten ergaben sich auf beiden Seiten zumeist aber nur durch individuelle Fehler. Da diese zum Ende hin weniger wurden, verabschiedeten sich beide Mannschaften mit einem 0:0 in die Kabine.

Nach dem Seitenwechsel hatte Kühln die erste Chance, Broll war allerdings zur Stelle (48.). In einem intensiven, aber fairen Duell profitierte Dynamo von einem fatalen Fehler im Auer Aufbauspiel: Männels Pass landete genau in den Füßen von Ransford-Yeboah Königsdörffer, der frei auf den Keeper zustürmen durfte und den Ball zur Führung im Netz unterbrachte (61.). Aue war somit gefordert, den Druck zu erhöhen, Dresden bemühte sich derweil in erster Instanz darum, die Führung über die Zeit zu bringen. Nazarov setzte sich in der 78. Minute wieder einmal in Szene, Broll parierte aber gegen den FCE-Angreifer. Wenige Augenblicke später hätten die Gastgeber gerne einen Elfmeter erhalten, das vermeintliche Handspiel von Michael Akoto wurde aber nicht geahndet (80.). In der 86. Minute hatte Antonio Mance plötzlich die Chance zum Ausgleich, der Joker lupfte den Ball allerdings über das Tor. Dresden verteidigte das eigene Tor mit allen Mitteln, hielt dem Druck stand und nahm drei Punkte mit nach Hause.

Durch den Sieg klettert Dresden mit 22 Punkten auf den elften Tabellenplatz. Aue bleibt derweil mit 14 Punkten auf dem Relegationsplatz - und das auch nur wegen des besseren Torverhältnisses (-13) als der SV Sandhausen auf Platz 17 (-17).

Gersbeck rettet drei Punkte für den KSC

Der Karlsruher SC und der 1. FC Heidenheim boten sich in den ersten 45 Minuten ein ansehnliches Duell. Bereits nach sechs Minuten ging Heidenheim durch einen Distanzschuss von Tim Kleindienst in Führung, wenig später erzielte Malik Batmaz nach einem Eckball für den KSC den Ausgleich (8.). Zunächst hatten die Gäste aus Heidenheim die besseren Chancen: Gleich dreimal kam Christian Kühlwetter zum Abschluss, einmal schoss er jedoch am Tor vorbei (11.), einmal scheiterte er am Außennetz (17.) und einmal an KSC-Keeper Marius Gersbeck (19.). Der FCH hatte aufgrund vieler Ballgewinne mehr vom Spiel, dann allerdings setzte sich Karlsruhe in Szene: Jerome Gondorf war im Strafraum völlig frei und bediente Philipp Hofmann; Kevin Müller kam dem Angreifer zuvor und faustete ihn an – der Ball ging knapp am Tor vorbei (29.). Nach einer Kopfballchance für Hofmann, die aus einem Freistoß resultierte (32.), brachte Batmaz die Hausherren mit seinem zweiten Tor in Führung: Eine Balleroberung von Hofmann mündete in einem Konter, an dessen Ende Batmaz im Strafraum bedient wurde, der den Ball mit dem ersten Kontakt über Müller ins Netz hob. Die Führung nahmen die Gastgeber mit in die Kabine.  

Zu Beginn der zweiten Halbzeit war Karlsruhe optisch überlegen, Chancen blieben vorerst aus. In der 56. Minute erhielten die Gastgeber jedoch nach einem Handspiel von Marnon Busch im eigenne Strafraum einen Strafstoß. Marvin Wanitzek trat an und brachte den Ball zum 3:1 flach im linken Toreck unter. Vom dritten Tor beflügelt, übernahm Karlsruhe die Spielkontrolle. Die Gastgeber schalteten in den Verwaltungsmodus, Heidenheim fand kein probates Mittel, um diesen zu durchbrechen und das Spiel offener zu gestalten. Ein Eckball schaffte Abhilfe und machte die Partie mächtig spannend: Kleindienst löste sich im Strafraum und köpfte den Ball aus der Drehung ins kurze Eck zum 2:3 (73.). Wenig später kam Maurice Malone zum Abschluss, Gersbeck parierte (76.). Heidenheim warf in der Schlussphase alles in die Waagschale, kam in der 86. Minute durch Robert Leipertz zum Kopfball - doch wieder war Gersbeck zur Stelle. In der Nachspielzeit gelang Kleindienst der vermeintliche Ausgleich, bei der Verlängerung der Flanke stand der Stürmer jedoch im Abseits, weshalb der Treffer für ungültig erklärt wurde. Obwohl die Gäste bis zum Schluss alles daran setzten, den Ausgleich zu erzielen, blieben die drei Punkte in Karlsruhe. 

Karlsruhe hält auf Platz zehn liegend weiterhin Kontakt zur oberen Tabellenhälfte, liegt nur zwei Zähler hinter Werder Bremen. Heidenheim hätte mit einem Sieg auf den Relegationsplatz klettern können, belegt nun allerdings Rang acht mit 27 Punkten. 

Florian Bajus  
12.12.2021