Der Sonntag in Liga zwei

Roundup: HSV-Blamage in Würzburg, Fortuna siegt in Unterzahl

Hamburg war in Würzburg zu Gast. Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
Hamburg war in Würzburg zu Gast. Foto: Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

In den Sonntagsspielen der zweiten Bundesliga hat der Hamburger SV bei den Würzburger Kickers verloren. Gleichzeitig holte Fortuna Düsseldorf gegen Hannover 96 einen Sieg trotz langer Unterzahl, während der Karlsruher SC gegen den 1.FC Nürnberg verlor.

Die Vorzeichen in Franken schienen eindeutig: Der HSV reiste nach elf Spielen ohne Niederlage als Spitzenreiter zum Schlusslicht. In der Anfangsphase wirkten die Gäste auch absolut dominant und verzeichneten durch einen direkten Freistoß von Sonny Kittel die erste Großchance, die aber am Pfosten der Kickers endete (10.). Ein Beinahe-Fauxpas von Sven Ulreich (11.) läutete dann aber einen bemerkenswerten Wandel ein. Den Führungstreffer bereitete dabei Jan Gyamerah unfreiwillig vor. Einen angedachten langen Schlag platzierte er in die Bauchgegend von Moritz Heyer, von wo der Ball ideal für Martin Hasek abprallte. Der Mittelfeldmann spazierte bis an die Strafraumkante, da schaute er sich ein Eck aus und zielte sicher zum 1:0 (19.). 

Ulreich vereitelte gegen einen Kopfball von Marvin Pieringer noch das zweite Würzburger Tor (28.), kurz darauf war er chancenlos. Von außen flog eine Hereingabe in den Strafraum, die Gideon Jung passieren ließ. Douglas kam an die Kugel und versenkte zum nicht unverdienten 2:0 für das Schlusslicht. Der Hamburger SV war derweil schon nach dem ersten Treffer um jede Antwort verlegen und dürfte die Halbzeitpause herbeigesehnt haben.

Nach dem Seitenwechsel versuchte es der HSV mit zwei Neuen, Jeremy Dudziak und Manuel Wintzheimer kamen in die Partie. Erneut aber luden die Rothosen zum Toreschießen ein. Tim Leibold verlor den Ball in der eigenen Gefahrenzone, er gelangte letztlich zu Patrick Sontheimer, der ohne Gegnerdruck zur vermeintlichen Vorentscheidung abfeuern konnte (54.). Wenige Augenblicke zuvor hatte Daniel Hägele einen Abschluss von Leibold vor der Torlinie geklärt. Nach dem dritten Gegentor erarbeitete sich Hamburg zunächst nur Halbchancen, die das Schlusslicht kaum in Verlegenheit brachten.

In der 72. Minute brach der HSV den Bann. Leibold gab den Ball in die Mitte, Simon Terodde legte ab. Der eingewechselte Dudziak nahm das Kunstleder mit der Brust an und versenkte sehenswert zum 1:3. Daniel Thioune wechselte nochmal offensiv, brachte unter anderem Bobby Wood. Der US-Amerikaner köpfte in der 89. Minute den Anschlusstreffer, nachdem Josha Vagnoman eine Flanke von Moritz Heyer in die Mitte gebracht hatte. Nach dem Anstoß stoppte Amadou Onana einen Angriff der Hausherren mit unfairen Mitteln und sah Gelb-Rot (90.). In Unterzahl ergab sich für die Rothosen keine konkrete Chance auf den Ausgleich mehr.

Der HSV könnte am Montagabend die Tabellenführung an an Holstein Kiel oder die SpVgg Greuther Fürth verlieren, Würzburg wittert im Abstiegskampf bei fünf Punkten Rückstand auf den Relegationsplatz wieder Luft.

Fortuna siegt in Unterzahl

Das Verfolgerduell in Düsseldorf ließ sich zäh an, Fortuna und Hannover 96 neutralisierten sich weitgehend zwischen den Strafräumen. Beinahe zwangsläufig ging beiden Treffern der 1. Halbzeit ein Lapsus in der Abwehrarbeit zuvor. Im Strafraum der Niedersachsen langte Kingsley Schindler gegen Felix Klaus hin, den fälligen Strafstoß verwandelte Rouwen Hennings mit etwas Glück flach rechts (28.). Auf der Gegenseite lud Torhüter Florian Kastenmeier die Gäste zum Ausgleichstreffer ein. Ein weiter Pass im Spielaufbau missglückte völlig, landete auf dem Fuß von Florent Muslija. Der Mittelfeldmann dribbelte sich in Schussposition und verlud Kastenmeier mit einem Flachschuss (37.). Vor der Pause passierte offensiv nicht viel mehr, dafür schwächte Florian Hartherz die Fortuna mit zwei unnötigen Gelben Karten binnen sechs Minuten, es ging für ihn in der Nachspielzeit vorzeitig unter die Dusche.

Den zweiten Durchgang bestritten die Hausherren also in Unterzahl. Hannover deutete mit zwei Abseitstoren binnen weniger Minuten an, dass man den personellen Vorteil schnell zu nutzen gedachte. Jedoch schlug Fortuna Düsseldorf zu: Leonardo Koutris flankte an den zweiten Pfosten, wo Klaus völlig freistehend per Direktabnahme die Führung wiederherstellte (52.). Hannover brachte für die letzte halbe Stunde Top-Scorer Marvin Ducksch, der trotz diagnostizierter Muskelverletzung zur Verfügung stand. Das Team schnürte Düsseldorf nun phasenweise tief in der eigenen Hälfte ein, kam aber noch nicht entscheidend durch.

Die Hausherren machten es trotz Unterzahl besser. Einen Konter über Dawid Kownacki schloss Shinta Appelkamp eiskalt zum 3:1 ab. Hannover aber steckte nicht auf und traf selbst im Gegenstoß. Ducksch steckte auf Moussa Doumbouya durch, der fand im Strafraum Mick Gudra. Drei Joker kombinierten also, Gudra war selbst nur wenige Sekunden auf dem Platz, als er das Spiel wieder spannend machte (79.). In der Schlussphase waren beide Teams nur noch zu zehnt, weil Timo Hübers verletzt nicht mehr weitermachen konnte und Hannover schon fünfmal gewechselt hatte. In der vierminütigen Nachspielzeit hielt Fortuna wilden Angriffen der Gäste stand und brachte den Sieg über die Zeit.

Düsseldorf überholt damit Hannover und liegt auf Platz sechs, mit sechs Zählern hinter dem Spitzentrio sind zarte Hoffnungen auf den Aufstieg erlaubt.

Nürnberg macht es ganz spät

Im Wildpark empfing die formstärkste Mannschaft der Liga den schwächelnden 1.FC Nürnberg. Doch waren es die Gäste, die in der ersten Halbzeit in Sachen Chancen den Ton angaben. Marius Gersbeck im KSC-Kasten verhinderte jedoch den Einschlag mehrfach. Vor allem im Duell mit Fabian Nürnberger konnte er sich auszeichnen, dessen Lupfer letztlich Christoph Kobald vor dem Überschreiten der Torlinie wegschlagen konnte (21.). Karlsruhe brachte auf dem Weg nach vorn vor dem Seitenwechsel kaum etwas zustande. 

In der zweiten Hälfte änderte sich das Geschehen zunächst nicht. Der KSC hatte viel Ballbesitz, machte daraus aber wenig. Der FCN kam in dieser Phase aber auch nicht mehr zu Gelegenheiten. So plätscherte die Begegnung eine ganze Weile vor sich hin. Erst in der 62. Minute verpasste Dennis Borkowski das Gehäuse nur knapp, ein KSC-Abwehrbein fälschte entscheidend ab. Bei der resultierenden Ecke köpfte Nikola Dovedan knapp neben das Tor. Bis in die Schlussphase hinein war es das mit wirklich gefährlichen Szenen. Dann hatte Malik Batmaz die erste nennenswerte Chance der Hausherren, vergab aber wohl auch wegen eines Platzfehlers. Der 1.FC Nürnberg hatte dann doch noch eine Pointe in der Hinterhand. Mats Möller-Daehli nutzte dabei zweimaliges Ping-Pong in der Abwehr des KSC, um aus kurzer Distanz den späten Führungstreffer zu erzielen (90.). Eine Ausgleichschance ergab sich für die Badener nicht mehr.

Nürnberg springt so auf Rang zwölf und legt sechs Punkte zwischen sich und den Relegationsplatz. Der KSC bleibt nach der ersten Niederlage im Kalenderjahr 2021 Tabellenfünfter, verpasst aber eine Chance, sich endgültig in den Kreis der Aufstiegsfavoriten zu mischen.

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Lars Pollmann  
21.02.2021