2. Bundesliga

Roundup: Hertha schießt Elversberg ab, KSC rettet Remis

Hertha BSC empfing am Sonntag die SV Elversberg. Foto: Getty Images.
Hertha BSC empfing am Sonntag die SV Elversberg. Foto: Getty Images.

Hertha BSC hat vor dem Pokal-Duell gegen den Hamburger SV einen deutlichen Heimsieg über die SV Elversberg gefeiert (5:1). Parallel blieb der SC Paderborn auch im neunten Spiel gegen Hannover 96 ungeschlagen (1:0), während der Karlsruher SC im Kellerduell mit Hansa Rostock eine Niederlage verhinderte (2:2).

Elversberg spielt, Hertha trifft

Die SV Elversberg legte gegen Hertha BSC einen vermeintlichen Traumstart hin und erzielte durch Paul Wanner das 1:0. Die Leihgabe des FC Bayern berührte den Ball zuvor jedoch mit der Hand, woraufhin das Tor für ungültig erklärt wurde (4.). Im Gegenzug hatte Pascal Klemens nach Vorarbeit von Fabian Reese eine Schusschance aus der zweiten Reihe und zirkelte das Spielgerät knapp am langen Pfosten vorbei (6.). In der achten Minute hatte Stock eine Großchance für Elversberg, weil Deyovaisio Zeefuik einen eklatanten Fehlpass spielte, Linus Gechter blockte den Ball so gerade noch zur Ecke ab. Beim darauffolgenden Standard wurde es wieder gefährlich, Tjark Ernst rettete zweimal aus kurzer Distanz (8.). Das erste reguläre Tor erzielte allerdings Hertha, nach einem langen Einwurf von Reese stocherte Gechter den Ball über die Linie (12.). Der Ausgleich ließ nicht lange auf sich warten, in der 15. Minute netzte Thore Jacobsen einen Linksschuss aus knapp 20 Metern ein. Nach einer etwas ruhigeren Phase war Hertha ein zweites Mal erfolgreich, nach einer Flanke von der rechten Außenbahn traf Florian Niederlechner zum 2:1 (24.). Die Führung war nur bedingt verdient, Elversberg war die spielerisch überzeugende Mannschaft und schaffte häufiger den Durchbruch ins letzte Drittel. Die nächste Gelegenheit ergab sich erst durch Paul Stock, dessen Versuch über das Tor segelte (37.). Zum Ende der ersten Halbzeit wurde Hertha sicherer im Ballbesitz und dämmte die Gefahr der SVE ein. Zeefuik machte es mit einem Fehlpass im Strafraum noch einmal spannend, doch Wanner vergab den Ausgleich (45.+2). Zum Glück des Verteidigers hielt die Führung bis zur Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel verzeichnete Elversberg wieder mehr Ballbesitzanteile und fiel mit sauberen Passstafetten auf – doch wie in der ersten Halbzeit stach Hertha zu, Niederlechner traf in der 62. Minute zum 3:1. Für die Saarländer kam es noch dicker, weil Niederlechner nach einem Angriff über die linke Seite per abgefälschtem Schuss auf 4:1 erhöhte und seinen Hattrick vollendete (67.). Die Berliner hatten noch immer Lust auf mehr: Derry Scherhant bediente Fabian Reese, dessen geblockter Schuss landete vor den Füßen von Jonjoe Kenny, der wuchtig aus 15 Metern auf 5:1 erhöhte (71.). Das Ergebnis spiegelte den Spielverlauf nur bedingt wider, Hertha war keinesfalls so hoch überlegen. Der große Unterschied war die Effizienz im Abschluss: Während Elversberg in der Anfangsphase des Spiels viele Möglichkeiten ungenutzt ließ, münzte Hertha fast jede Chance in einen Treffer um. Das 5:1 war zugleich der Endstand.

Paderborn gelingt der Lucky Punch

Der SC Paderborn hatte gleich nach wenigen Augenblicken die erste Großchance. Kai Klefisch setzte einen Kopfball innerhalb des Strafraums an die Latte (2.). Die Hausherren agierten gegen Hannover 96 druckvoll, spielten mit hoher Intensität und hatten durch Moritz Flotho eine weitere Kopfballchance (7.). Ab der 20. Minute agierte Hannover 96 in Unterzahl: Referee Robin Braun hatte nach einem rüden Einsteigen von Louis Schaub an Marcel Hoffmeier erst auf Gelb entschieden und zeigte dem Österreicher nach einem Review den roten Karton. Paderborn kontrollierte das Geschehen und ließ den Ball sauber laufen, die Chancen waren aber nicht von allerhöchster Qualität. So kam Maximilian Rohr zu einem Abschluss, mit dem er Ron-Robert Zieler vor keine Probleme stellte (29.). Auch der Freistoß von Florent Muslija war ungefährlich (32.). Hannover verlagerte den Fokus auf kompakte Abwehrarbeit mit gezielten Nadelstichen, Torchancen ergaben sich dabei nur selten. Somit gingen beide Mannschaften mit einem 0:0 in die Kabine.

Hannover wäre nach dem Gang aus der Kabine beinahe kalt erwischt worden, weil Zieler eine Flanke nicht abfing und Muslija dadurch zum Abschluss kam. Die Niedersachsen hatten Glück, dass daraus kein Tor resultierte (47.). Im Anschluss sortierten sich die Gäste wieder, Paderborn fand kaum Mittel, um in den Strafraum einzudringen. In Minute 61 wurde es erstmals wieder brenzlig, Sebastian Klaas feuerte aus kurzer Distanz über die Latte, nachdem er von Bright Arrey-Mbi angeschossen wurde. In der 70. Minute hatte immerhin auch Hannover eine Chance durch Marcel Halstenberg, die geblockt wurde. Am Rande der Schlussviertelstunde wagten die 96er häufiger den Weg nach vorne. Auf einmal tauchte Fabian Kunze im Strafraum auf, der Mittelfeldspieler schlug jedoch ein paar Haken zu viel und verpasste den richtigen Moment für einen Abschluss (78.). Nachdem Derrick Köhn im gegnerischen Strafraum zu Boden ging, forderte Hannover vergeblich einen Strafstoß und Chef-Coach Stefan Leitl wurde wegen Reklamierens mit Gelb verwarnt (86.). In der 91. Minute erfolgte dann der große Nackenschlag: Muslija schlug eine Flanke aus dem Halbfeld, die immer länger und länger wurde, bis sie auch an Zieler vorbei in die Maschen flog - 1:0 für Paderborn! Zwei Minuten später wurde es richtig brenzlig, weil SCP-Keeper Pelle Boevink den Ball außerhalb des Sechzehners herschenkte. Boevink parierte aus spitzem Winkel gegen Havard Nielsen, Nicolo Tresoldi kam jedoch aus fünf Metern an den Ball und schob ihn neben den Pfosten (93.). Das war die letzte Chance zum Ausgleich, weil die Partie kurz darauf abgepfiffen wurde. Die drei Punkte blieben somit in Paderborn.

KSC holt 0:2-Rückstand auf

Der Karlsruher SC hatte in der Anfangsphase Schwierigkeiten, das Pressing von Hansa Rostock zu überspielen. Die Badener wählten den Weg über lange Bälle. In der siebten Minute hatte Lars Stindl die erste nennenswerte Torchance, mit der er Markus Kolke aber keine Probleme bereitete. In der 16. Minute ging Rostock mit der ersten Chance in Führung: Nach einer Balleroberung schalteten die Gäste schnell um und Sebastian Vasiliadis bediente Junior Brumado, der im zweiten Versuch gegen Patrick Drewes erfolgreich war. Kurz darauf hatte Brumado eine weitere Chance, die er neben den Pfosten setzte (20.). Noch knapper wurde es bei Kai Pröger, Drewes parierte zur Ecke (26.). In der 34. Minute erhöhte Rostock die Führung, nach einem Eckball jagte Damian Roßbach das Leder unter die Latte. Kurz vor der Halbzeit meldete sich der KSC zurück, nach einer hohen Balleroberung traf Igor Matanovic auf Vorlage von Lars Stindl (44.). Das 1:2 aus Karlsruher Sicht war zugleich der Pausenstand.

Die zweite Halbzeit war 20 Sekunden alt, da hatte Marvin Wanitzek die Chance aufs 2:2. Aus spitzem Winkel strich der Ball an der Torlinie vorbei (46.). Auch Rostock wurde gefährlich, die Versuche von Brumado und Pröger wurden jedoch rechtzeitig geblockt (57.). Wenige Minuten erhöhte Brumado auf 3:1, wegen eines Foulspiels von Vorlagengeber Svante Ingelsson wurde der Treffer jedoch für ungültig erklärt (63.). Obwohl der KSC davon profitierte, war kein Aufbäumen wahrzunehmen, die Hausherren ließen Intensität und Esprit vermissen. Stattdessen verpasste Rostock mehrfach das dritte Gegentor: Erst scheiterte Roßbach aus bester Position an Drewes (72.), dann legte Kai Pröger den Ball am Tor vorbei (74.). Plötzlich aber meldete Matanovic den KSC wieder an und verpasste den Ausgleich aus elf Metern nur knapp (77.) – dafür war Budu Zivzivadze in der 81. Minute erfolgreich, weil er eine Unaufmerksamkeit von Roßbach nutzte und den Ball aus kurzer Distanz über die Linie stocherte – 2:2! Kurz darauf prüfte Zivzivadze Kolke erneut, diesmal war der Hansa-Keeper zur Stelle (85.). In den Schlussminuten entwickelte sich ein Kampf mit offenem Visier, beide Mannschaften hofften auf den Lucky Punch. Dieser sollte nicht mehr fallen, bis zum Schlusspfiff blieb es beim 2:2.

Profile picture for user Florian Bajus
Florian Bajus  
03.12.2023