2. Bundesliga

Roundup: Hannover rettet Remis, Regensburg verpasst Spitze

Fortuna wollte die Revanche für den DFB-Pokal. Foto: Getty Images
Fortuna wollte die Revanche für den DFB-Pokal. Foto: Getty Images

In den Samstagsspielen der 2. Bundesliga haben sich die Probleme von Fortuna Düsseldorf und Hannover 96 durch ein Remis verstärkt. Gleichzeitig misslang Jahn Regensburg im Spiel gegen Hansa Rostock der Sprung an die Tabellenspitze, während der SC Paderborn gegen den FC Ingolstadt einen Heimsieg feierte.

In Düsseldorf wollte sich die gastgebende Fortuna bei Hannover 96 für das Ausscheiden im DFB-Pokal vor anderthalb Wochen revanchieren. Es entwickelte sich schnell eine muntere Partie, in der die Hausherren das Kommando übernahmen und schon nach vier Minuten erfolgreich waren. Dabei verwertete Christoph Klarer eine Ecke von Khaled Narey, bei der sich auf Seiten der Niedersachsen ausgerechnet der im Vorjahr für Düsseldorf aktive Luka Krajnc verschätzte. Zwölf Minuten später hätte Marcel Sobottka nachlegen können, setzte seinen Schuss aber zu hoch an. Zwischenzeitlich war die Partie nach einem Zusammenprall mehrere Minuten unterbrochen, Fortuna-Verteidiger Andre Hoffmann musste auf der Trage vom Feld. Auf Seiten der Hannoveraner vergab Gael Ondoua die bis dato beste Chance, als er nach einer Freistoßflanke völlig frei stand (25.). Die Fahne des Schiedsrichter-Assistenten ging nach oben, eine Video-Überprüfung hätte einen Treffer aber wohl zählen lassen. Erst in der Nachspielzeit folgte noch ein Aufreger, als Felix Klaus das Spielgerät aus aussichtsreicher Position vermutlich vor Überraschung am Tor vorbei bugsierte.

Nach dem Seitenwechsel erspielte sich Hannover 96 leichte optische Vorteile und kam auch zu Gelegenheiten. Die zunächst beste blockte Tim Oberdorf mit dem Oberkörper gegen Sebastian Kerk (53.). Zwei Minuten später hatte Narey recht plötzlich das 2:0 auf dem Fuß, sein Abschluss fand aber lediglich das Außennetz. Insgesamt blieb Hannover in dieser Phase stärker, Dominik Kaiser verpasste den möglichen Ausgleich nach einer Stunde. Fortuna blieb bei eigenen Angriffen aber durchaus gefährlich. Ein Distanzversuch von Shinta Appelkamp brachte Martin Hansen in Verlegenheit, der Schlussmann musste seine einhändige Abwehr korrigieren (68.). Hannover gelang in der Folge kaum noch, gefährliche Szenen heraufzubeschwören. Die Abwehr der Düsseldorfer arbeitete so ziemlich alles weg, was die Gäste versuchten, Torhüter Florian Kastenmeier musste deshalb kaum eingreifen. In der Nachspielzeit gelang Hannover dennoch der Ausgleich: Florent Muslija dribbelte von links ins Zentrum, schlenzte die Kugel wundervoll ins lange Eck (90.+2). Düsseldorf fuhr nochmal wütende Angriffe, dabei kam Jakub Piotrowski zum Abschluss. Valmir Sulejmani wehrte den Ball mit der linken Hand ab, Schiedsrichter Robert Kampka entschied aber nach Videostudium gegen einen Handelfmeter.

So blieb es bei einer Punkteteilung, die letztlich wohl auch in Ordnung ging. Fortuna Düsseldorf liegt als Tabellen-12. weiter drei Punkte vor Hannover 96 auf Rang 15.

Regensburg verpasst die Tabellenführung

Wegen der Absage des Spiels vom FC St. Pauli gegen den SV Sandhausen bot sich Jahn Regensburg die Chance, mit einem Heimsieg gegen Hansa Rostock die Tabellenführung zu übernehmen. Zudem ging es auch für den Jahn um eine Pokal-Revanche gegen die Gäste von der Ostsee. Die Gastgeber nahmen so auch gleich das Heft des Handelns in die Hand, unter anderem Joel Zwarts verpasste die frühe Führung (4.). Die ganz großen Torchancen erspielte sich der SSV Jahn in der Folge nicht, so musste es eine Einzelaktion richten: Sarpreet Singh hatte zu viel Platz und schlenzte sehenswert mit dem eigentlich schwächeren rechten Fuß in den Winkel (34.). Jan-Niklas Beste hätte rasch nachlegen können, der Winkel geriet in der 41. Minute aber zu spitz. Es rächte sich kurz vor der Pause: Calogero Rizzuto flankte von links, John Verhoek nahm die Kugel an und schloss mit links in den Winkel ab (43.). Der erste Schuss aufs Tor brachte den gut organisierten Gästen den gar nicht unverdienten Ausgleich ein.

In Halbzeit zwei ging Rostock sogar in Führung, wobei Hansa in der Vorbereitung etwas Glück hatte: Ein langer Ball prallte vom Kopf eines Regensburgers an den Rücken von Verhoek und von da in den Fuß von Kevin Schumacher. Er legte direkt auf Hanno Behrens weiter, der an Torhüter Alexander Meyer vorbei ging und ins verwaiste Tor schob (49.). Hansa legte gleich nach: Nico Neidhart brach auf rechts durch, legte vor den Kasten. Dort schloss Torjäger Verhoek eiskalt zum 3:1 ab (52.). Regensburg war um eine Antwort auf den Doppelschlag zunächst verlegen, musste sich zehn Minuten lang schütteln. Anschließend intensivierten die Gastgeber ihre Bemühungen, brachten Rostock aber zunächst kaum in Verlegenheit. Erst in der 74. Minute wackelte die Zwei-Tore-Führung, als ein Schuss von Benedikt Gimber von kurz vor der Strafraumgrenze an den Pfosten klatschte. Die ganz große Schlussoffensive läutete es jedoch nicht ein, Hansa verteidigte die Führung mit großer Abgeklärtheit und fuhr selbst noch den ein oder anderen gefährlichen Konter. In der 90. Minute schaffte der Jahn doch noch den Anschluss: Joker Charalambos Makridis (keine zwei Minuten auf dem Feld) staubte ab, nachdem Markus Kolke gegen Andreas Albers stark mit dem Fuß pariert hatte. Eine echte Ausgleichschance gab es aber nach dem 2:3 nicht mehr.

Jahn Regensburg dürfte Tabellenplatz zwei in die Länderspielpause mitnehmen, Hansa Rostock springt für den Moment auf Platz zehn und legt weiter Meter zwischen sich und die Abstiegszone.

Paderborn schlägt Ingolstadt mit Mühe

In Ostwestfalen schienen die Rollen im Spiel des viertplatzierten SC Paderborn gegen Schlusslicht FC Ingolstadt klar verteilt. Jedoch waren die Gäste sofort gut in der Partie und drückten ihr anfänglich sogar den eigenen Stempel auf. Die erste größere Chance ging dennoch an die Hausherren, als Sven Michels Kopfball von Stefan Kutschke vor der Torlinie geklärt wurde (8.). Sechs Minuten später wurde ein Versuch von Kai Pröger entscheidend geblockt, quasi im Gegenzug rettete SCP-Keeper Jannik Huth gegen Maximilian Beister. Die Partie blieb weiter munter, jedoch vergaben Pröger und Beister zwei weitere gute Chancen (22., 31.). Das Spiel hätte also durchaus Treffer sehen können, der unentschiedene Halbzeitstand ging aber allemal in Ordnung.

Im zweiten Durchgang dauerte es keine 30 Sekunden bis zum ersten Aufreger: Jasper van der Werff traf beim Versuch, den Ball wegzuschlagen, zuerst Beister, folgerichtig gab es Strafstoß. Kutschke trat an, scheiterte aber an Huth (48.). Womöglich spielte eine Rolle, dass der Stürmer lange auf die Ausführung warten musste, während Schiedsrichter Bastian Dankert in Kommunikation mit seinen Videoassistenten war. Vier Minuten später jagte Beister die Kugel ins Netz, der Treffer fand aber keine Anerkennung. Kutschke hatte im Abseits gestanden, nach Ansicht der Unparteiischen anschließend aktiv ins Spielgeschehen eingegriffen, obwohl er nicht an den Ball kam. Wie so oft im Fußball kam es für den FCI noch schlimmer: Michel dribbelte sehenswert an zwei Schanzern vorbei und knallte das Kunstleder mit links unhaltbar ins Tor (56.). Damit war die Partie in der 2. Halbzeit auf den Kopf gestellt, durch die Führung gewann Paderborn aber an Sicherheit. Felix Platte legte beinahe folgerichtig das 2:0 nach, indem er eine flache Hereingabe von Marco Schuster mit der Fußspitze ins Netz lenkte (65.). Das Spiel war damit aber nicht entschieden, weil die Gastgeber den keine zwei Minuten zuvor eingewechselten Fatih Kaya gewähren ließen: Der Joker kam rund 40 Meter vor dem Tor an den Ball, wurde nicht angegriffen und ließ so nach zentralem Lauf eine Fackel mit links ab, die mit einer leichten Abfälschung unten rechts im Tor einschlug (70.). Ingolstadt drängte in der Folge auf den Ausgleich, unter anderem vergab Marcel Gaus nach starker Vorlage von Marc Stendera (79.). Große Chancen erspielte sich Ingolstadt anschließend jedoch nicht mehr, stattdessen vergab  Denis Srbeny die Gelegenheit aufs 3:1 (90.+4).

Der SC Paderborn springt wenigstens bis Sonntag auf Tabellenplatz drei, während der FC Ingolstadt erhobenen Hauptes, aber ohne Punkte die Heimreise antreten muss und, das war vorher klar, weiter die Rote Laterne trägt.

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Lars Pollmann  
06.11.2021