Der Sonntag in Liga zwei

Roundup: H96 dankt Ducksch, Bochum clever auf Rang zwei

Ducksch entschied das Duell mit Dursun für sich. Foto: Alex Grimm/Getty Images
Ducksch entschied das Duell mit Dursun für sich. Foto: Alex Grimm/Getty Images

In den Sonntagsspielen der zweiten Bundesliga hat Hannover 96 beim SV Darmstadt dank Marvin Ducksch gewonnen. Gleichzeitig holte der VfL Bochum bei Jahn Regensburg Platz zwei, während der SC Paderborn gegen Erzgebirge Aue siegte.

In Darmstadt blickten alle Augen auf den heftig von Hannover umworbenen Torjäger Serdar Dursun. Der Lilien-Angreifer jagte seine einzige Gelegenheit in der ersten Halbzeit über das Tor, ganz im Gegensatz zu Marvin Ducksch. Dem Mann also, den er bei den 96ern womöglich ersetzen würde. Der Ex-Torschützenkönig zielte nach einer halben Stunde noch knapp daneben, kurz vor der Pause traf er aber ins Netz. Und wie! Einen direkten Freistoß zirkelte Ducksch passgenau ins Eck (45.). Es war die verdiente Halbzeit-Führung für die Gäste aus Niedersachsen, die das insgesamt eher ereignisarme Spiel mehrheitlich kontrolliert hatten.

Im zweiten Durchgang legte Ducksch gleich nach. Vorausging ein schlimmer Ballverlust von Lars Lukas Mai gegen Genki Haraguchi, der Angreifer nahm den Ball kurz an und jagte ihn dann unhaltbar links oben in den Kasten (50.). Zuvor hatte Torhüter Marcel Schuhen noch gegen Kingsley Schindler gerettet (48.), er rückte nun immer mehr in den Fokus. Gegen Dominik Kaiser (52.) und Valmir Sulejmani (56.) war der Keeper des SVD erneut zur Stelle. Dursun übrigens ging nach einer Stunde vom Platz, für ihn kam Felix Platte. Der meldete sich mit einem Kopfball aufs Tor an, der Michael Esser aber vor keine großen Probleme stellte. Die Lilien waren nun aber plötzlich deutlich besser im Spiel.

Esser parierte erneut gegen Platte (65.), kurz darauf auch gegen Tim Skarke. Dessen Abschluss wehrte Esser zur Seite ab, wo aber der ebenfalls eingewechselte Aaron Seydel abstauben konnte (68.). Nach Anstoß eroberte Darmstadt schnell wieder den Ball, erneut musste Esser, diesmal mit einer Fußabwehr gegen Skarke, eingreifen. Seine bis dato beste Parade zeigte der Routinier bei einem Distanzschuss von Fabian Schnellhardt (80.). Bis tief in die Nachspielzeit hinein blieb es die letzte wirklich gefährliche Situation im Strafraum von Hannover 96. Ein Kopfball von Patric Pfeiffer brachte Esser nicht in größere Bedrängnis (90.+4), der Sieg der Gäste wackelte anschließend nicht mehr.

Bochum reicht ein wacher Moment

In Regensburg wollten die Gäste aus Bochum auf den direkten Aufstiegsplatz zwei springen. Erst nach 20 Minuten äußerte sich dieser Wille auch mit Abschlussaktionen. Simon Zoller (20.), Gerrit Holtmann (28.) und Robert Tesche (38.)bl vergaben jedoch Gelegenheiten auf die Führung, die Feldüberlegenheit fand so keinen Ausdruck im Ergebnis. Der SSV Jahn brachte erst kurz vor der Pause den ersten Schuss überhaupt zustande, der die Gäste keineswegs vor Probleme stellte.

Zu Beginn der zweiten Hälfte bot sich infolge einer Freistoßflanke eine erste echte Gelegenheit für die Hausherren. Der eingewechselte Kaan Caliskaner lenkte das Kunstleder jedoch mit dem Kopf recht deutlich am Kasten vorbei (48.). Fast 20 Minuten später bot sich ihm die nächste Gelegenheit per Kopf, erneut ging der Ball auf der falschen Seite neben den Pfosten. Zwischendurch hatte Bochum wieder die Kontrolle, erspielte sich aber keine nennenswerten Chancen. Ein schnell ausgeführter Freistoß brachte den Gästen doch die späte Führung ein: Robert Zulj schaltete blitzschnell und steckte durch, Simon Zoller war komplett blank und bewahrte vor dem Tor die Coolness (80.). Regensburg drängte auf den Ausgleich, kam durch den eingewechselten Andre Becker zu einer Top-Chance. Vor Manuel Riemann versagten ihm jedoch, anders als bei Zoller auf der anderen Seite, die Nerven (85.). In der vierminütigen Nachspielzeit überstand der VfL Bochum noch einige bange Momente, der Sieg geriet aber nicht mehr entscheidend in Gefahr. Stattdessen versenkte Thomas Eisfeld noch einen direkten Freistoß (90.+5) zum 2:0. Platz zwei war der letztlich nicht unverdiente Lohn.

Paderborn trotzt dreifachem Alu-Pech

Während auf den anderen beiden Plätzen eher gemächliches Tempo die Anfangsphase bestimmte, war in Ostwestfalen gleich viel los. In der zweiten Minute köpfte Denis Srbeny an die Latte, eine Zeigerumdrehung später lag der Ball im Netz. Sven Michel traf aus abseitsverdächtiger Position, den entsprechenden Pfiff nahm Schiedsrichter Martin Thomsen aber nach VAR-Konsultation wieder zurück. Erzgebirge Aue fand in Person von Florian Krüger die perfekte Antwort: Von links nach innen ziehend schlenzte der Angreifer wunderbar ins Netz, hatte dabei aber auch allenfalls Geleitschutz durch die Defensive des SCP (6.). Dieses wahnwitzige Tempo hielten die Teams natürlich nicht durch, die Begegnung blieb aber unterhaltsam. Chima Okoroji mit einem Freistoß an die Latte hatte dabei die beste Chance auf die Führung für Paderborn (19.).

Nach dem Seitenwechsel schlugen die Hausherren mit einem Konter nach einer Ecke von Aue zu. Dabei kam der Ball nach einer missglückten Klärungsaktion von John-Patrick Strauß auf den Fuß von Julian Justvan, der vor Martin Männel eiskalt blieb und zur durchaus verdienten Führung traf (58.). Michel traf kurz darauf zum bereits dritten Mal aufseiten des SC Paderborn in der Partie die Torumrandung (64.). Die nächsten Chancen zur wohl endgültigen Entscheidung boten sich Srbeny, der erst verstolperte, dann aus spitzem Winkel scheiterte (73., 75.). Erzgebirge Aue blieb so im Spiel, kam durch einen Kopfball von Pascal Testroet beinahe zum Ausgleich (78.). Es blieb die letzte Gelegenheit für Aue, während Michel nochmal an Männel scheiterte (90.+3). Am verdienten Sieg des SC Paderborn änderte es nichts mehr.

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Lars Pollmann  
10.01.2021