2. Bundesliga

Roundup: Glatzel und Dompe machen Walter froh, Fortuna feiert Comeback

Tim Walter gastierte mit dem HSV in Nürnberg. Foto: Getty Images.
Tim Walter gastierte mit dem HSV in Nürnberg. Foto: Getty Images.

Der Hamburger SV feierte zum Jahresabschluss einen Auswärtssieg beim 1. FC Nürnberg (2:0). Während Hertha BSC und der VfL Osnabrück sich die Punkte teilten (0:0), drehte Fortuna Düsseldorf die Partie gegen den 1. FC Magdeburg (3:2).

Glatzel und Dompe lassen Walter jubeln

Roundup 21.01.2024: St. Pauli zurück auf Platz 1, FCN schlägt Hansa deutlich. Im wichtigen Auswärtsspiel gegen den 1. FC Nürnberg hatte der Hamburger SV die erste Möglichkeit. Jonas Meffert verlängerte einen Eckball, Bakery Jatta verpasste aus spitzem Winkel das Tor (6.). Ein sauberer Spielfluss kam auch wegen der Fans nicht auf, die vermehrt Tennisbälle auf das Spielfeld warfen und den Referee zu Unterbrechungen zwangen. Als der Ball wieder rollte, wurde der HSV über die linke Außenbahn gefährlich. Immanuel Pherai dribbelte sich bis in den Strafraum durch und bediente Robert Glatzel, der im Rückraum freistand – und es verpasste, den Ball ins Tor einzuschieben (19.). Beim darauffolgenden Eckball wurde ein Nürnberger Konter gefährlich, der Abschluss von Benjamin Goller wurde aber noch gerade so geblockt (20.). Besser spielte es der Club in der 27. Minute aus, als Johannes Geis aus 18 Metern den Pfosten traf. In der 33. Minute prüfte Jatta Carl Klaus, der den Schuss aus zehn Metern parierte. Die letzte gute Gelegenheit der ersten Halbzeit hatte Kanji Okunuki, dessen Schuss über dem Tor des HSV landete (45.). Danach bat Tobias Reichel zum Pausentee.

Ebenfalls interessant: Roundup 19.01.2024. Die erste Chance nach dem Seitenwechsel gehörte Glatzel, der Klaus nicht vor Probleme stellte (46.). Und weil aller guten Dinge drei sind, warfen die Anhänger erneut Tennisbälle auf den Rasen und erzwangen eine weitere Unterbrechung. Dann hatte Nürnberg die Riesenchance zur Führung: Daichi Hayashi lief frei auf Daniel Heuer Fernandes zu und chippte den Ball an die Latte, William Mikelbrencis köpfte den Abpraller an den eigenen Pfosten, Jonas Meffert bereinigte die Situation endgültig (56.). Insgesamt hatte der HSV mehr Spielanteile, doch es waren die Hausherren, die die auffälligeren Akzente in der Offensive setzten. Glatzel wurde in der 66. Minute zwar von Jatta gefährlich in Szene gesetzt, doch Geis verhinderte den Abschluss des Stürmers. Insgesamt taten sich die Rothosen schwer, weil Nürnberg aus einer kompakten Defensive heraus agierte und auf Kontersituationen lauerte. Gefährlich wurde es aber bei einem Drehschuss von Glatzel, der knapp am Tor vorbeistrich (78.). In der 80. Minute durfte der HSV trotzdem jubeln, Glatzel schnappte sich eine Hereingabe von Jatta und brachte den Ball aus kurzer Distanz in den Maschen unter. Plötzlich war der FCN gefordert, das Visier zu öffnen und offensiveren Fußball zu spielen. Hamburg verlor in der Nachspielzeit Sebastian Schonlau, der sich ohne Fremdeinwirkung offenbar verletzt hatte und ausgewechselt werden musste. Dennoch durften sich Tim Walter und die Seinen über einen wichtigen Sieg freuen, weil Jean-Luc Dompe in der 97. Minute nach einem Konter auf 2:0 stellte.

Während der 1. FC Nürnberg mit 24 Punkten auf dem zehnten Tabellenplatz bleibt, überwintert der Hamburger SV mit 31 Punkten auf dem Relegationsplatz. Wie groß der Abstand zum Spitzenduo St. Pauli und Kiel (beide 32 Punkte) sein wird, hängt von den restlichen Partien dieses Wochenendes ab.

Berliner Nullnummer ohne Reese

In Abwesenheit von Fabian Reese offenbarte Hertha BSC in der Anfangsphase der Partie Schwierigkeiten. Der VfL Osnabrück setzte indes kleinere Akzente im Offensivspiel, verbuchte zunächst aber keine Torchance. Zum ersten Mal wurde es in der zehnten Minute gefährlich, als Haris Tabakovic innerhalb des Strafraums abzog und Philipp Kühn sicher parierte. Die Hausherren suchten weiter den Weg nach vorne, bei der nächsten Chance schoss sich Tabakovic den Ball jedoch selbst an den Arm (21.). Die Gäste waren selten vor dem Tor präsent, ein Freistoß von Florian Kleinhansl landete lediglich in der Mauer (34.). Bei einem Berliner Eckball wurde es hingegen brenzlig: Robert Tesche kratzte einen Kopfball von Florian Niederlechner von der Linie, Kühn rettete danach gegen Marc Kempf (38.). Nachdem auch Derry Scherhant an Kühn scheiterte (45.+1), verabschiedeten sich beide Mannschaften mit 0:0 in die Kabine.

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten wurde die Partie kurzzeitig unterbrochen, weil mehrere Fußbälle auf das Spielfeld geschossen wurden. Das Spiel fand überwiegend zwischen den Strafräumen statt, Chancen blieben absolute Mangelware. In der 62. Minute hätte es für Hertha gefährlich werden können, Toni Leistner entschärfte jedoch eine Hereingabe von Christian Conteh. Auf der anderen Seite rettete Oumar Diakhite den VfL und köpfte eine Flanke weg, um den freistehenden Niederlechner am Kopfball zu hindern (69.). Auf der Gegenseite prüfte Diakhite Tjark Ernst, der den Kopfball so gerade noch zur Ecke blockte (78.). Ein Tor lag nicht in der Luft, besonders die Leistung der Hertha ließ zu wünschen übrig. Den größten Aufreger stellte ein Foul von Niederlechner dar, der nach einem Tritt auf die Wade zunächst Gelb erhielt. Nach einer Sichtung der Bilder in der Review-Area kassierte der Stürmer Glattrot (85.). In Unterzahl steckte Hertha nicht auf, dennoch lieferten die Hausherren zu wenig, um der Osnabrücker Defensive wirklich gefährlich zu werden. Somit trennten sich beide Teams torlos.

Aufgrund der Nullnummer bleibt Hertha BSC mit 25 Punkten auf dem siebten Tabellenplatz. Der VfL Osnabrück überwintert auf dem 18. Tabellenplatz und hat nun 9 Zähler auf seinem Konto.

Fortuna macht aus 0:2 ein 3:2

Im Duell zwischen dem 1. FC Madgeburg und Fortuna Düsseldorf leisteten sich die Hausherren beinahe ein kurioses Eigentor. Daniel Elfadli spielte einen ungenauen Rückpass auf Dominik Reimann, der Ball rollte am Keeper vorbei und knapp neben das Tor (7.). Kurz zuvor hatte Xavier Amaechi eine gute Chance für den FCM und traf das Außennetz (5.). In der 17. Minute setzte Magdeburg den ersten Stich, weil eine Flanke von Herbert Bockhorn immer länger wurde und im kurzen Toreck einschlug – 1:0 für die Gastgeber. Düsseldorf agierte verhalten, ließ Magdeburg in Ruhe aufbauen und wurde kaum im letzten Drittel gefährlich. Stattdessen folgte das 2:0, weil sich Luc Castagnos gegen zwei Verteidiger durchsetzt und ablegt für Amaechi, der Florian Kastenmeier mit dem Flachschuss ins lange Eck keine Chance lässt (36.). Die einzige nennenswerte Chance für Fortuna hatte Felix Klaus, der das Tor verfehlte (42.). Wenige Minuten später war die erste Halbzeit vorüber.

Unmittelbar nach dem Wiederbeginn meldete sich Düsseldorf im Spiel an. Tim Oberdorf bediente Shinta Appelkamp, der im Strafraum auf Vincent Vermeij querlegte. Der Stürmer ließ sich die Chance nicht nehmen und verkürzte auf 1:2 (46.). Auf der Gegenseite hatte Magdeburg die Großchance aufs dritte Tor: Castaignos hätte eine Flanke von der rechten Außenbahn nur einschieben müssen, doch er verpasste den Ball, weil Tim Oberdorf ihm zuvorkam (51.). Auf der Gegenseite hatte Fortuna Pech, als Christos Tzolis frei vor dem Tor stand und nur den Pfosten traf (54.). Der Anschlusstreffer war Balsam für die Rheinländer, die besser ins Spiel fanden und aktiver waren als im ersten Durchgang. Der Aufwand wrude in der 70. Minute belohnt, Oberdorf legte eine Flanke für Appelkamp ab, der Reimann mit einem Volleyschuss keine Chance ließ. Kurz darauf drehte Fortuna das Spiel komplett, nach einem Ballverlust von Elfadli blieb Vermeij eiskalt und stellte auf 3:2 (76.). Tzolis verpasste die Vorentscheidung und traf die Latte (80.), auf der anderen Seite scheiterte Baris Atik denkbar knapp an Kastenmeier und Vermeij (83.). Magdeburg warf alles nach vorne, doch Fortuna verteidigte genauso leidenschaftlich und nahm viel Zeit von der Uhr. Schlussendlich brachten die Gäste den Sieg über die Zeit.

Der 1. FC Magdeburg hat die Chance auf wichtige Zähler verpasst. Christian Titz und die Seinen belegen mit 20 Punkten Platz zwölf und könnten noch vom Karlsruher SC und dem 1. FC Kaiserslautern überholt werden. Fortuna Düsseldorf hält indes mit 30 Zählern den Anschluss an die Aufstiegsplätze und belegt Rang vier.

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Florian Bajus  
16.12.2023