2. Bundesliga

Roundup: Glatzel fertigt Darmstadt ab - Dresden zerfällt gegen Hansa

Robert Glatzel erzielte für den HSV einen Hattrick. Foto: Getty Images.
Robert Glatzel erzielte für den HSV einen Hattrick. Foto: Getty Images.

Unter anderem dank eines Viererpacks von Robert Glatzel hat der Hamburger SV mit 5:0 beim SV Darmstadt gewonnen. Hansa Rostock fertigte Dynamo Dresden derweil mit 4:1 ab, während Holstein Kiel ganz spät mit 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf gewann.

Glatzel leitet HSV-Sieg per Viererpack ein

Im Spitzenspiel gegen den SV Darmstadt erlebte der Hamburger SV einen Traumstart, binnen weniger als acht Minuten erzielte Robert Glatzel einen Hattrick: Nach fünf Minuten erhielten die Hanseaten einen Elfmeter, den der Stürmer sicher zur 1:0-Führung verwandelte, kurz darauf war er nach einem Standard von Miro Muheim per Kopf zur Stelle (11.) und in der 13. Minute brachte er eine Hereingabe von Moritz Heyer per Direktabnahme von der Unterkante der Latte aus im Netz unter. Darmstadt hatte mit den frühen Gegentreffern zu kämpfen, den Lilien gelang im Offensivspiel enorm wenig. Die erste Chance hatte Luca Pfeiffer, dessen Distanzschuss am Tor vorbeiflog – kurz darauf verpasste Ludovit Reis per Kopf knapp das 4:0 (19.). Kurz vor der Halbzeitpause feierte der HSV das vermeintliche 4:0 durch David Kinsombi, aufgrund einer Abseitsstellung von Glatzel wurde der Treffer aber zurückgenommen. Somit blieb es beim 3:0.

Lilien-Coach Torsten Lieberknecht wechselte zur Halbzeitpause dreimal, Aaron Seydel, Clemens Riedel und Mathias Honsak kamen für Pfeiffer, Thomas Isherwood und Marvin Mehlem. Die Hausherren bemühten sich um Offensivaktionen, in den ersten Minuten konnte der HSV die Situationen aber bereinigen und erhielt Räume für Konter. Nach einem Eckstoß hatte Darmstadt die Chance auf das erste Tor, Honsak scheiterte aber am Pfosten (57.). In den Folgeminuten blieb die Lieberknecht-Elf am Drücker, die Belohnung blieb ihr aber verwehrt: Zwar erzielte Seydel aus knapp 20 Metern ein ansehnliches Tor per sattem Linksschuss, der knapp unter der Latte landete. Bei der Entstehung griff Seydel allerdings aus einer Abseitsstellung ein, als er seinen eigenen Treffer initiierte. Daher blieb es beim 0:3. In der Schlussviertelstunde erstickten die Gäste dann jegliche Hoffnungen im Keim, der kurz zuvor eingewechselte Manuel Wintzheimer stellte nach einer Umschaltsituation per Schlenzer ins lange Eck auf 4:0 (75.). Dieser Treffer war aber nicht der letzte, Glatzel erzielte in der 89. Minute nach feiner Kombination das 5:0.

Durch den Sieg des HSV ist die Spitzengruppe der 2. Bundesliga dicht beisammen. Zwar führt Darmstadt die Tabelle noch immer mit 39 Zählern an, der HSV springt mit 37 Punkten aber auf Rang vier und hat nur einen Punkt Rückstand auf Werder Bremen und St. Pauli (beide 38). Zugleich ist die Elf von Tim Walter punktgleich mit dem FC Schalke 04 und dem 1. FC Heidenheim auf den Plätzen fünf und sechs - somit ist innerhalb der Top Sechs alles möglich.

Rostock furios in Dresden

Dynamo Dresden erlebte in den ersten 45 Minuten gegen Hansa Rostock ein Debakel. Bereits nach sechs Minuten gingen die Gäste durch John Verhoek in Führung, wenig später erhöhte Nils Fröling nach Vorlage von Hanno Behrens auf 2:0 (10.). Beide Tore resultierten jeweils aus einer Flanke, die im Strafraum einen Abnehmer per Kopf fand. In der 13. Minute erhöhte Fröling auf 3:0, nachdem Anton Mitryushkin einen Abschluss von Behrens unglücklich vor die Füße des Doppelpackers parierte. In der 18. Minute brachte Behrens dann eine hohe Hereingabe auf Verhoek, der erneut per Kopf traf und auf 4:0 erhöhte. Dynamo war völlig von der Rolle, leistete sich zahlreiche Fehler und ließ bei hohen Bällen jegliche Präsenz vermissen, weshalb Alexander Schmidt bereits nach 24 Minuten Sebastian Mai und Vaclav Drchal für Robin Becker und Heinz Mörschel einwechselte. Die erste und einzige richtig gute Gelegenheit hatten die Gastgeber durch Oliver Batista Meier, dessen Distanzschuss aber pariert wurde (33.). Zur Pause konnte keiner bei der SGD mit dem Spielverlauf zufrieden sein.

Nach dem Wiederbeginn legte Dynamo den Offensivgang ein, Mai scheiterte per Kopf aber an der Latte (51.). Auf der anderen Seite kam Haris Duljevic nach einem Konter zum Abschluss, Mitryushkin fing den Ball sicher ab. Nach etwas mehr als einer Stunde erzielte Julius Kade das 1:4 aus Dresdner Sicht, der Linksschuss des Mittelfeldspielers aus zentraler Position landete unhaltbar im oberen linken Toreck (63.). Rostock startete in dieser Phase nur selten Konteraktionen, während Dresden um weitere Treffer bemüht war und den Ball lange laufen ließ. Allerdings gelang es den Gästen, Dynamo immer weiter vom eigenen Tor wegzuhalten. Per Konter hatte dann Duljevic eine weitere Chance, doch weder der Außenbahnspieler noch Calogero Rizzuto im Nachschuss waren erfolgreich (75.). Die Beine der Hausherren wurden schwerer, die Bemühungen verloren an Intensität. Stattdessen hätte Danylo Sikan auf 5:1 stellen können, wäre Mitryushkin nicht zur Stelle gewesen (82.). In den Schlussminuten ließ Hansa nichts mehr anbrennen und nahm den 4:1-Sieg mit nach Hause.

Hansa Rostock hat den Puffer auf die Abstiegszone vergrößert, bei einem Spiel mehr als der SV Sandhausen beträgt der Vorsprung auf den Relegationsplatz vier Punkte. Zugleich überholte Rostock Dynamo Dresden. Zwar haben beide Mannschaften 24 Zähler auf dem Konto und ein Torverhältnis von -8, Rostock erzielte aber drei Tore mehr (25 vs. 22 von Dresden).

Kiel schlägt Düsseldorf ganz spät

Gegen Holstein Kiel trat Fortuna Düsseldorf mutig auf. Die Rheinländer hatten zahlreiche längere Ballbesitzphasen, in denen sie sich durch die Abwehrreihen der KSV Holstein zu kombinieren versuchten. Chancen waren in der Anfangsviertelstunde Mangelware, dann hatte Robert Bozenik nach einem Fehlpass von Kiel-Keeper Thomas Dähne die erste gute Chance – doch Dähne bereinigte seinen Fehler. Nach einem Distanzschuss von Adam Bodzek (28.) kam Bozenik aus wenigen Metern zum Abschluss, doch auch dieser Ball landete neben dem Tor (37.). Kurz vor der Halbzeitpause kam dann Benedikt Pichler für Kiel zum Zug, Florian Kastenmeier war aber zur Stelle (40.). Entsprechend gingen beide Mannschaften torlos in die Kabine.

In den Anfangsminuten der zweiten Halbzeit wirkte Kiel druckvoller, Düsseldorf konnte nicht mehr ganz so flüssig den Ball laufen lassen. Beide Mannschaften ließen erneut Torchancen vermissen, ein wirklich ansehnliches Fußballspiel entwickelte sich kaum. Vielmehr lieferten sich beide Mannschaften ein intensives Duell zwischen den Strafräumen, selbst in der 77. Minute warteten beide Seiten auf die erste Torchance im zweiten Durchgang. In der 84. Minute hatte Fabian Reese dann eine Chance, Matthias Zimmermann blockte den Schuss aber entscheidend. Im Anschluss klärte Nicolas Gavory eine gefährliche Flanke zur Ecke (85.). Auf einen Treffer musste Kiel ebenso verzichten wie Düsseldorf - beim torlosen Remis blieb es aber doch nicht: Ein satter Distanzschuss von Jonas Sterner, der von der Latte aus ins Tor prallte, bescherte den Hausherren mit der letzten Aktion des Spiels den Heimsieg.

Durch den Dreier erobert Holstein Kiel mit 28 Punkten den zehnten Tabellenplatz. Fortuna Düsseldorf bleibt derweil punktgleich mit dem Tabellen-16. SV Sandhausen auf Rang 15 und könnte auf den Relegationsplatz abrutschen, wenn die Sandhäuser im Nachholspiel gegen den Karlsruher SC am Dienstag (18.30 Uhr) punkten.

Florian Bajus  
06.02.2022