Auftakt in den 15. Spieltag

Roundup: Fürth verschenkt Tabellenführung, SVS befreit sich

Karlsruhe und Fürth lieferten sich einen engen Fight. Foto: Imago
Karlsruhe und Fürth lieferten sich einen engen Fight. Foto: Imago

Zum Auftakt der fünfzehnten Runde der zweiten Liga hat die SpVgg Greuther Fürth am Freitagabend beim Karlsruher SC die Tabellenführung regelrecht verschenkt. Gleichzeitig schaffte der SV Sandhausen gegen den 1.FC Heidenheim nach fünf Pleiten einen Befreiungsschlag im Keller.

Im Wildpark erwischte das Kleeblatt einen Alptraum-Start. Ein langer Schlag von Paul Jaeckel geriet zur Einladung für die Hausherren, die den Ball in Person von Marc Lorenz blockten. Die Kugel landete bei Philipp Hofmann, der zu Benjamin Goller weiterleitete, der wiederum sich nicht zweimal bitten ließ (2.). Nach dieser kalten Dusche brauchten die Gäste aus Fürth einige Zeit, um sich zu schütteln. Der KSC nutzte es beinahe aus, ein Flachschuss von Hofmann forderte eine gute Reaktion von Sascha Burchert ein (12.). Die erste wirklich gefährliche Aktion brachte Fürth dann aber den Ausgleich ein. Jamie Leweling tanzte sich auf dem rechten Flügel durch, legte in den Strafraum. Karlsruhe ließ mehrere Chancen aus, die Situation zu klären, letztlich fiel der Ball eher zufällig Havard Nielsen zu. Dessen Schuss war für Marius Gersbeck unhaltbar (23.).

Eine nächste Einzelaktion von Leweling brachte Fürth die Chance auf den Doppelschlag vom Strafstoßpunkt, Philip Heise brachte ihn ungestüm zu Fall. Den halbhoch getretenen Elfmeter von Paul Seguin jedoch parierte Gersbeck. Bei der resultierenden Ecke vergaß der KSC aber Sebastian Ernst, der sträflich frei aus kurzer Distanz doch zur Führung einnicken konnte (29.). Julian Green und Marco Meyerhöfer hätten beinahe gar ein drittes Tor nachlegen können. Zehn Minuten vor der Halbzeitpause meldeten dann Jerome Gondorf und Hofmann mit Abschlüssen Ambitionen des KSC an, den Spielverlauf nicht einfach über sich ergehen lassen zu wollen. Erneut war es jedoch ein Geschenk der Gäste, das dem KSC ein Tor ermöglichte. Burchert versprang auf dem nach Schneefall holprigen Geläuf ein Rückpass von Jaeckel, Goller bedankte sich wie schon zu Spielbeginn (45.+1).

Nach der so ereignisreichen ersten Hälfte nahmen sich die Teams zu Beginn der zweiten Halbzeit etwas mehr Anlauf. Ein Abschluss von Seguin läutete den Durchgang nach sieben Minuten Leerlauf ein, Gersbeck bekam die Tatze rechtzeitig an den Ball. Für den KSC hatte Hofmann per Kopf die erste Chance nach dem Seitenwechsel, wieder war eine Einladung durch die Gäste vorausgegangen, die sich scheinbar unbedingt selbst schlagen wollten. Ansonsten übte das Kleeblatt weitgehend Spielkontrolle aus, allerdings blieben Torchancen beidseitig Mangelware.

So war bereits längst die Schlussphase angebrochen, als eine abgefälschte Hereingabe von Dickson Abiama Gersbeck beinahe im kurzen Eck überraschte. Der Keeper reagierte jedoch glänzend (82.). Eine herausragende Aktion von Hofmann brachte die Hausherren kurz darauf spät und überraschend in Führung. Der Stürmer behauptete sich gegen drei Gegner und spielte einen Doppelpass mit Malik Batmaz, schob dann ganz überlegt flach ins Tor (85.). Fürth versuchte sich an der Antwort, dabei zielte Branimir Hrgota aus rund 20 Metern nur knapp neben das Tor (88.). 

In der dreiminütigen Nachspielzeit kam Dominik Kother mit einem Schlenzer aus der Distanz einem vierten KSC-Treffer nahe, Buchert reagierte gut. Die Badener konnten bei der folgenden Ecke aber lange an der Uhr drehen. Eine letzte Ausgleichschance bot sich Fürth so nicht. Die Franken verpassten durch die vermeidbare Niederlage den Sprung an die Tabellenspitze, könnten sich am Montagabend auf Platz fünf wiederfinden.

Sandhausen gelingt Befreiungsschlag

Der SV Sandhausen ging auf dem Rücken einer Horror-Serie von wettbewerbsübergreifend fünf Niederlagen am Stück in die Partie gegen den 1.FC Heidenheim. Dabei hatte das Team nicht einmal ein Tor erzielt. Am Freitagabend dauerte es nur wenige Minuten bis zum Erfolg. Eine Hereingabe von Alexander Esswein landete über Umwege bei Julius Biada, der in Ruhe und überlegt einschieben konnte (9.). Die frühe Führung gab dem SVS spürbar Sicherheit, Daniel Keita-Ruel verpasste nach Wiederanpfiff den Doppelschlag nur knapp (10.). Die Gäste kämpften sich anschließend mehr ins Geschehen, gingen aber nach der Hälfte des ersten Durchgangs in Unterzahl. Biada war auf und davon und kurz vor einer klaren Torchance, Kevin Sessa griff knapp vor der Strafraumgrenze zur Notbremse und sah folgerichtig glatt Rot (23.).

Es dauerte nicht lange, bis Sandhausen die Überzahl nutzte. Bei einer Ecke setzte sich Nils Röseler von seinem Bewacher ab und köpfte zum 2:0 ein (32.). Christian Kühlwetter scheiterte mit der unmittelbaren Antwort an einer starken Parade von Rick Wulle (34.), daraufhin griff Trainer Frank Schmidt bereits während der ersten Halbzeit zu einem Doppelwechsel. Bis zur Unterbrechung ergaben sich trotzdem weitere Gelegenheiten zur Vorentscheidung für Sandhausen, Biada verpasste jedoch erst knapp, erzielte dann ein Abseitstor und wurde schließlich zweimal durch Marnon Busch kurz vor der Torlinie geblockt.

Heidenheim war also durchaus noch gut bedient mit dem Zwei-Tore-Rückstand nach dem ersten Durchgang. Zu Beginn der zweiten Hälfte deutete sich nicht eben an, dass die Gäste mit einem Sturmlauf auf ein Comeback drängen würden. Stattdessen legte der SV Sandhausen endlich das verdiente dritte Tor nach. Dabei versenkte Alexander Rossipal einen direkten Freistoß, bei dem Torhüter Kevin Müller fälschlicherweise auf einen Schuss über die Mauer spekulierte (59.). Schmidt brachte seine drei verbleibenden Joker, das Spiel war aber nach menschlichem Ermessen entschieden.

Vollends aufgegeben hatten sich die Gäste noch nicht, Busch etwa kam dem Ehrentreffer 20 Minuten vor Schluss aus der Distanz nahe, doch Wulle bestand auf seine Weiße Weste. Sandhausen boten sich große Räume, die der eingewechselte Kevin Behrens auf uneigennützige Vorlage von Keita-Ruel zum 4:0 nutzte (83.). Dabei beließen es die beiden Teams. Durch den deutlichen Heimsieg schob sich der SVS zumindest bis Montagabend über den vielzitierten 'Strich', erst dann könnte Eintracht Braunschweig wieder vorbeiziehen.

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Lars Pollmann  
08.01.2021