2. Bundesliga

Roundup: Fortuna verpasst großen Schritt, Flipper-Tore in Wiesbaden

Fortuna Düsseldorf hat einen Dämpfer kassiert. Foto: Getty Images.
Fortuna Düsseldorf hat einen Dämpfer kassiert. Foto: Getty Images.

Zum Abschluss des 13. Spieltags der 2. Bundesliga gewann Greuther Fürth mit 1:0 gegen Fortuna Düsseldorf. In den Parallelspielen gewann Wehen Wiesbaden gegen den 1. FC Kaiserslautern (2:1) und Hansa Rostock verschärfte die Ergebniskrise des 1. FC Magdeburg (2:1).

Wagner macht für Fürth alles klar

Im Duell zwischen Greuther Fürth und Fortuna Düsseldorf waren die Franken zum Spielbeginn um Kontrolle bemüht. In der sechsten Minute wurde es für die Gäste erstmals brenzlig, weil Florian Kastenmaier aus seinem Tor herauseilte, gegen Tim Lemperle aber nicht an den Ball kam. Der Angreifer verpasste mit seiner Hereingabe ins Zentrum einen Mitspieler und die Gefahr verpuffte (6.). In der elften Minute hatte Branimir Hrgota per Kopf eine Chance, Kastenmaier fing den Ball problemlos (11.). Von Fortuna war offensiv wenig zu sehen, Christos Tzolis verbuchte in der 19. Minute mit einem harmlosen Schuss aus der zweiten Reihe die erste Gelegenheit. In der 29. Minute kam Felix Klaus immerhin nach einer Flanke zum Kopfball, der allerdings am Tor vorbeisegelte. Zum Ende der ersten Halbzeit wurde Düsseldorf aktiver, die Mannschaft von Daniel Thioune sammelte vermehrt Spielanteile und arbeitete sich nach vorne. Da Abschlüsse Mangelware blieben, verabschiedeten sich beide Mannschaften torlos in die Kabine.

Nach dem Wiederbeginn durften die Fürther Fans den ersten Treffer bejubeln. Die Hausherren kombinierten sich ohne Gegnerdruck in den Strafraum und Lemperle bediente Robert Wagner mit einem scharfen Pass. Der 20-Jährige musste nur einschieben und eine Prüfung des Video-Assistenten überstehen, doch Vorlagengeber Lemperle befand sich nicht im Abseits, als er angespielt wurde – die Führung hatte somit Bestand (48.). Auf der Gegenseite brachte Klaus den Ball von rechts in den Strafraum, Jordy de Wijs traf den Ball jedoch nicht richtig und wuchtete ihn über das Tor (56.). Im Gegenzug hatte Armindo Sieb per Seitfallzieher die Chance auf 2:0 und traf nur das Außennetz (62.). Düsseldorf spielte sich durchaus bis in den Strafraum und operierte mit hohen Bällen, in letzter Konsequenz mangelte es aber an Präzision und Entschlossenheit. Außerdem warfen sich die Fürther in alle Flanken und verteidigten das Tor mit aller Macht. Während Fürths Lukas Petkov das Außennetz traf (86.), wartete Fortuna weiter vergeblich auf die Chance zum Ausgleich. Trotz siebenminütiger Nachspielzeit und einer hohen Investition auf dem Rasen sollte das Tor nicht gelingen, Fürth setzte sich somit knapp durch.

Mit einem Sieg hätte Fortuna Düsseldorf auf den zweiten Tabellenplatz springen können, so belegen die Rheinländer mit 21 Punkten Rang fünf. Greuther Fürth zieht punktetechnisch gleich und belegt Platz sechs.

Kuriose Tore in Wiesbaden

Wehen Wiesbaden und der 1. FC Kaiserslautern lieferten sich in der Anfangsphase ein ausgeglichenes Duell. Beide Mannschaften wagten vereinzelt den Weg nach vorne, der Fokus lag allerdings auf defensiver Stabilität. Wenn die Gäste Gefahr erzeugen konnten, dann mit langen Bällen auf Terrence Boyd, der für einen freien Mitspieler klatschen ließ. Robin Heußer hatte den ersten Abschluss für die Hausherren, doch sein Versuch stellte keine Gefahr dar (6.). Im weiteren Verlauf blieben Chancen auf beiden Seiten aus, das Geschehen fand ausschließlich zwischen den Strafräumen statt. Im Aufbau wurde das Risiko gescheut: Neben langen Bällen wurden häufig Rückpässe auf die Innenverteidiger gewählt, während Kombinationen mit wenigen Ballkontakten oder durchs Zentrum vermieden wurden. In der 39. Minute fiel trotzdem ein Tor, Kaiserslautern setzte mit dem ersten Schuss zum Jubel an: Terrence Boyd verpasste es, eine Hereingabe in den Strafraum anzunehmen, doch von seinem Bein prallte der Ball vor die Füße von Marlon Ritter ab, dessen wuchtiger Schuss aus gut 16 Metern im Netz landete – 1:0 für die Gäste (39.). Das war zugleich der Pausenstand.

Nur wenige Minuten nach Beginn der zweiten Halbzeit erzielte Wiesbaden den Ausgleich. Nach einem Eckball eroberte Thijmen Goppel den zweiten Ball, zog nach innen und schloss mit links ab. Nikola Soldo fälschte den Schuss entscheidend ins eigene Tor ab – 1:1 (51.). Die Gastgeber zogen sich nach dem Tor ein wenig zurück und überließen Kaiserslautern den Ball. In der 65. Minute drehte Wiesbaden dann das Spiel mit einem abgefälschten Freistoß: Ivan Prtajin bekam den Schuss von Heußer an die Brust, der Ball rollte unhaltbar für Julian Krahl ins Netz. Die Pfälzer schalteten daraufhin einen Gang höher und erhöhten das Tempo, doch Krahl bewahrte seine Vordermänner vor dem 1:3, indem er einen Freistoß von Marcus Mathisen parierte (73.). Die große Schlussoffensive deutete sich nicht an, wie schon in der ersten Halbzeit wurde Kaiserslautern selten gefährlich, weil Wehen kompakt verteidigte. Bis zum Schlusspfiff brannte kaum etwas an, die Gastgeber behielten die drei Punkte.

Wehen Wiesbaden feierte mit dem vierten aufeinanderfolgenden Sieg den Sprung auf Platz sieben, der Aufsteiger hat nun 21 Punkte auf dem Konto. Der 1. FC Kaiserslautern hat drei Zähler Rückstand und ist auf Platz zehn abgerutscht.

Rossipal setzt (fast) den Lucky Punch

Der 1. FC Magdeburg war nach sieben sieglosen Spielen um einen Befreiungsschlag bemüht und stach gleich in der vierten Minute das erste Mal zu. Ein Angriff wurde auf die rechte Außenbahn verlagert, die Hereingabe von Herbert Bockhorn wurde immer länger und landete im Tor von Markus Kolke – 1:0 für die Gastgeber (4.). Hansa Rostock lief in der Anfangsphase nur hinterher, Magdeburg ließ den Ball sicher durch die eigenen Reihen laufen und baute das Spiel geduldig auf. Das einzige Manko war die knappe Führung, weil Luca Schuler aus wenigen Metern einen zu schwachen Schuss abgab (17.) und Kolke Jason Cekas Distanzschuss sehenswert parierte (19.). Nichtsdestotrotz strahlte die Mannschaft von Christian Titz Spielfreude und Kreativität aus, wie Cekas Fallrückzieher untermauerte, der über die Latte flog (23.). In den Minuten vor der Halbzeitpause nahm der Druck ab und Rostock hatte durch Junior Brumado (42.) eine Großchance, die am Pfosten vorbeirauschte, doch die Magdeburger Führung hatte bis zum Pausenpfiff Bestand.

Die zweite Halbzeit begann mit einem Nackenschlag für die Hausherren. Dennis Dressel hielt aus etwas mehr als 20 Metern einfach mal drauf, Dominik Reimann ließ den Schuss durchrutschen – Ausgleich Rostock (46.). Rostock fand zunehmend besser in die Partie und stellte Magdeburg vor Probleme, dennoch fanden die Hausherren regelmäßig den Weg ins letzte Drittel und kämpften sich zurück in die Partie. Die vorerst größte Chance hatte Innenverteidiger Silas Gnaka nach einem Solo-Lauf, Kolke parierte den wuchtigen Schuss an die Latte und zur Ecke (72.). Auch gegen Bockhorn behielt Kolke die Oberhand (74.). In den Schlussminuten spielte fast nur noch der FCM, das Tor fiel allerdings auf der Gegenseite: Alexander Rossipal zog eine Ecke scharf an den langen Pfosten, der Ball prallte von Conor Krempickis Rücken ins Netz (87.). Das Eigentor steht symptomatisch für den Magdeburger Negativlauf: Der hohe Aufwand wird nicht belohnt, und wenn die eigenen Chancen nicht genutzt werden, lässt die Bestrafung nicht lange auf sich warten. Nach 96 Minuten feierte Hansa den Sieg, während der FCM das achte aufeinanderfolgende Spiel nicht gewonnen hat.

Für Hansa Rostock war der Sieg ein Befreiungsschlag. Die Mannschaft von Alois Schwartz hat Rang 13 erobert und nun 16 Punkte. Der 1. FC Magdeburg belegt punktgleich mit dem Tabellen-16. Schalke 04 und dem Karlsruher SC (alle 13) den 14. Tabellenplatz.

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Florian Bajus  
12.11.2023