2. Bundesliga

Roundup: Fortuna deklassiert Club, auch Fürth und Kiel siegen

Fortuna schoss Nürnberg am Samstag regelrecht ab. Foto: Getty Images
Fortuna schoss Nürnberg am Samstag regelrecht ab. Foto: Getty Images

In den Samstagspartien des 15. Spieltags der 2. Bundesliga hat Fortuna Düsseldorf beim 1.FC Nürnberg einen Kantersieg gelandet. Gleichzeitig holte die SpVgg Greuther Fürth bei Eintracht Braunschweig einen knappen Auswärtserfolg, während Holstein Kiel den SV Wehen Wiesbaden schlug.

Nürnberg vs. Düsseldorf (0:5)

Im Frankenland wollte der Club nach Punkten zu seinem Gast aus Nordrhein-Westfalen aufschließen, Fortuna ging es darum, sich näher an die Aufstiegsplätze heranzupirschen. Das Spiel bot zu Beginn großen Leerlauf ohne jede Torgefahr. Den ersten Aufreger bot so ein Kuriosum: Schiedsrichter Richard Hempel verletzte sich an der Wade und konnte sein Amt nicht weiter ausüben. Nach rund 14-minütiger Unterbrechung ersetzte der eigentliche 4. Offizielle Assad Nouhoum den Referee. Dem Spiel tat die Pause durchaus gut, jedenfalls war es anschließend wesentlich ansehnlicher. Vor allem Fortuna war wie ausgewechselt und stach dreimal zu: Vincent Vermeij köpfte auf Flanke von Shinta Appelkamp die Führung (45.+7), Ao Tanaka schob von der Strafraumkante zum 0:2 ein (45.+9). Unmittelbar vor dem Halbzeitpfiff legte Vermeij auf Vorlage von Tanaka nach, wurde dabei auch von Gegenspieler Ivan Marquez angeköpft (45.+15). Mit diesem Dreifachschlag schien die Partie nach der langen ersten Hälfte entschieden, obendrein hatte Isak Johannesson noch die Latte getroffen (45.+11).

Vermeij schnürt Dreierpack

In Halbzeit zwei konnte es nach menschlichem Ermessen für den FCN in erster Linie nur darum gehen, zuhause kein völliges Debakel zu erleben. Dieses Unternehmen ließ sich alles andere als ideal an, weil Nouhoum nach mutmaßlichem Handspiel von Jannes Horn auf Strafstoß für die Gäste entschied. Vermeij trat aus elf Metern an und traf unten rechts, um seinen Dreierpack zu vollenden (56.). Fortuna nahm daraufhin den Fuß vom Gaspedal, das Nürnberg nie so richtig gefunden hatte. Die Folge war ein vor sich hin plätscherndes Spiel, dessen Abpfiff Heimteam und -fans bei immer dichterem Schneefall herbeisehnten. Wenn die Gäste wollten, konnten sie jederzeit anziehen, so gelang auch das fünfte Tor durch Einwechselspieler Jona Niemiec nach Doppelpass mit Felix Klaus (85.). Dabei beließen es die Rheinländer.

Fortuna Düsseldorf bleibt damit auf Rang vier, liegt aber nur noch zwei Zähler hinter den Aufstiegsrängen. Der 1.FC Nürnberg orientiert sich als Tabellenneunter eher ins graue Mittelfeld der 2. Bundesliga.

Braunschweig vs. Greuther Fürth (0:1)

Für Eintracht ergab sich vor der Partie gegen des Kleeblatt durch den Schalker Sieg am Freitagabend beinahe schon eine Siegpflicht, um den Relegationsplatz nicht frühzeitig aus den Augen zu verlieren. Die Gäste aus Franken hatten sich zuletzt im Aufstiegsrennen angemeldet und kamen mit einigem Selbstvertrauen nach Niedersachsen. Dies war Fürth durchaus anzumerken, die Gäste waren in den ersten 45 Minuten weitgehend spielbestimmend. Große Torchancen erspielte sich die Mannschaft allerdings kaum, so musste ein wenigstens strittiger Elfmeterpfiff helfen: Armindo Sieb wollte mit dem Kopf durch die Wand, nahm ein Angebot von Ermin Bicakcic an und ging zu Boden. Den Strafstoß legte sich Julian Green auf den Punkt, er schickte Torhüter Ron-Thorben Hoffmann ins falsche Eck und verwandelte souverän (31.). Mit der Führung im Rücken kam Fürth durch Tim Lemperle (35.) und Sieb (43.) zu zwei ordentlichen Chancen auf ein zweites Tor. Von den Löwen kam in der ersten Hälfte offensiv vergleichsweise wenig, abseits einer unglücklichen Abschlussaktion von Sidi Sane (8.) wurde nur ein Schuss von Johan Gomez (16.) im Ansatz gefährlich. Gegen Ende des Durchgangs taute der BTSV nochmal auf, wurde aber nicht zwingend.

Dauerdruck der Löwen

Nach dem Seitenwechsel blieb Braunschweig am Drücker und schnürte den Gegner zeitweise tief in der eigenen Hälfte ein. Maurice Multhaup scheiterte dabei aus spitzem Winkel an Jonas Urbig im Tor von Greuther Fürth (47.). Dies blieb der einzige klare Abschluss in dieser ansonsten beeindruckenden Phase der Hausherren. Rund um die Stundenmarke konnte sich der Gast etwas aus der Umklammerung lösen und fuhr Entlastungsangriffe, die allerdings ebenfalls nicht in Top-Chancen mündeten. Mit Anbruch der Schlussviertelstunde kam erneut Multhaup zu einem potenziell gefährlichen Abschluss, wurde aber vom eigenen Mitspieler Gomez geblockt (75.). Der US-Amerikaner verzeichnete selbst die bis dato größte Ausgleichschance, sein Abschluss zischte jedoch ans Außennetz (86.). Sekunden vor Abpfiff der Nachspielzeit jagte Multhaup die Kugel aus aussichtsreicher Position drüber und besiegelte so die Heimniederlage.

Die SpVgg Greuther Fürth liegt als Tabellenfünfter nun einen Zähler hinter dem Relegationsplatz. Eintracht Braunschweig hat als 17. acht Punkte Rückstand auf Rang 16.

Kiel vs. Wehen Wiesbaden (3:2)

An der Förde bot sich der KSV Holstein die Chance, Tabellenplatz zwei vom Hamburger SV zu übernehmen. Dafür brauchte es einen Sieg gegen den Aufsteiger aus Hessen, entsprechende Ambitionen waren den Störchen quasi von Beginn an anzusehen. Die Heimmannschaft bot in den ersten 45 Minuten einen überzeugenden Auftritt, belohnte sich vom Punkt für den guten Beginn: Gino Fechner wusste sich nach einem Ballverlust der Gäste nur mit einem Foul an Lewis Holtby zu helfen, Steven Skrzybski verwandelte den fälligen Strafstoß souverän (19.). In der Folge spielte phasenweise nur Kiel, das sich allerdings in Chancenwucher übte. Unter anderem verpasste Skrzybski zweimal den Doppelpack (28. 36.). Wehen Wiesbaden hatte kaum etwas entgegenzusetzen, so war das 2:0 nur eine Frage der Zeit. Bestellen sollte es Fiete Arp, nachdem Benedikt Pichler eine scharfe Hereingabe von Finn Porath über den rechten Flügel hatte passieren lassen (37.).  Dies stellte auch den Halbzeitstand dar, mit dem die Gäste noch recht gut bedient waren.

Aufsteiger macht es spannend

Der zweite Durchgang bot ein kaum verändertes Bild, wobei Kiel es mit etwas geringerem Tempo angehen ließ. Dennoch gelang ein dritter Treffer und damit die wahrscheinliche Vorentscheidung: Skrzybski blieb mit einem Pass hängen, aber in der Szene und setzte Porath ein. Dessen recht ansatzloser Schuss aus halbrechter Position zappelte im Netz (58.). Damit schienen letzte Restzweifel beseitigt und nur die Höhe des Heimsiegs noch offen, die Störche hatten durchaus Lust, weitere Treffer nachzulegen. Porath hob die Kugel aufs Tordach (62.), Holtby schoss vorbei (66.). Allerdings ließen die Hausherren in der Schlussphase doch merklich die Zügel fallen, der SVWW strafte es in Person von Ivan Prtajin, der eine Flanke von Lasse Günther aus kurzer Distanz über die Linie nickte (81.). Der Stürmer hatte zuvor schon mit einem Schussversuch die Torumrandung gestreift, eigentlich war Holstein also gewarnt (76.). Shuto Machino stellte den alten Abstand beinahe schnell wieder her, Stritzel parierte stark (83.). In der Nachspielzeit bot sich den Gästen die Chance, nochmal für richtige Spannung zu sorgen, nach Foul von Nicolai Remberg an Prtajin gab es nach Videostudium durch Referee Patrick Alt Strafstoß. Der Gefoulte trat selbst an, und stellte links unten den Anschluss her (90.+3). Allerdings ergab sich anschließend keine Ausgleichschance mehr.

Holstein Kiel springt mit dem Heimsieg auf Rang zwei, der SV Wehen Wiesbaden bleibt fürs erste Tabellenachter.

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Lars Pollmann  
02.12.2023