2. Bundesliga

Roundup: Erster Punktverlust für Werder - HSV verpasst Sieg in Sandhausen

Werder Bremen lieferte sich mit Ingolstadt ein intensives Duell. Foto: Getty Images.
Werder Bremen lieferte sich mit Ingolstadt ein intensives Duell. Foto: Getty Images.

Werder Bremen hat im achten Spiel unter Ole Werner den achten Sieg verpasst und gegen den FC Ingolstadt nur 1:1 gespielt. Unterdessen kam auch der Hamburger SV beim SV Sandhausen nicht über ein Remis hinaus, während der Karlsruher SC bei Holstein Kiel siegte (2:0).

Bilbija schockt Werder

Im heimischen Stadion hatte Werder Bremen von Beginn an mehr Spielanteile, allerdings konzentrierte sich der FC Ingolstadt nicht nur auf das Verteidigen – wenngleich die Arbeit gegen den Ball ein wesentlicher Faktor im Spiel der Gäste war. Trotz flüssiger Kombinationen und langen Ballbesitzphasen verpassten es die Bremer, sich bis in den Sechzehner durchzuspielen, weshalb Romano Schmid in der 20. Minute aus der zweiten Reihe abschloss. Der Ball wurde zur Ecke geklärt, nach der Schmid noch einmal zum Zug kam, Dejan Stojanovic war im Tor des FCI aber zur Stelle. Während Werder das Tempo erhöhte und Nicolai Rapp eine Kopfballchance hatte (33.), tauchte plötzlich Filip Bilbija frei vor Jiri Pavlenka auf und umkurvte den Keeper etwas glücklich – doch Pavlenka war noch rechtzeitig zur Stelle und verhinderte das 0:1. Kurz vor der Halbzeitpause traf Niclas Füllkrug nach einer Flanke von Christian Groß die Latte (40.), unmittelbar darauf hatte Bilbija eine erneute Top-Chance, schob den Ball aber aus zentraler Position am Bremer Tor vorbei (41.). So blieb es zur Pause bei einem unterhaltsamen 0:0.

Bremen blieb auch nach dem Wiederbeginn druckvoll. In der 54. Minute rettete Stojanovic gegen Mitchell Weiser, im Nachsetzen landete der Ball auf dem statt im Tor. Bereits zuvor hatte Rapp aus wenigen Metern eine Chance, Nico Antonitsch warf sich jedoch entscheidend dazwischen (51.). Auf der anderen Seite verpasste es Ingolstadt, Umschaltsituationen auszunutzen und vor Pavlenka aufzutauchen. Michael Heinloth hatte aus der Distanz eine Möglichkeit, der Ball rauschte am Tor vorbei (59.). Werder blieb weiter am Drücker und versuchte immer wieder, die FCI-Defensive über die rechte Außenbahn zu knacken. Die beste Chance hatte Ömer Toprak aber nach einer Ecke – doch sein Schuss aus wenigen Metern segelte über das Tor (67.). In der 74. Minute hatte Marvin Ducksch die nächste Top-Chance, Antonitsch klärte aber auf der Linie – unmittelbar danach brach Füllkrug den Bann: Werder eroberte den zweiten Ball, Anthony Jung flankte den Ball gefühlvoll auf den Stürmer, der per Kopf traf. Vereinzelt sorgte Ingolstadt für Torgefahr, die ganz großen Chancen wie in der ersten Halbzeit blieben jedoch aus. Auf der anderen Seite rettete Stojanovic gegen Groß und Jung (83.). In der 86. Minute erzielte Ingolstadt plötzlich den Ausgleich: Nach einer Halbfeldflanke spitzelte Bilbija den Ball über Pavlenka hinweg ins Tor. In den Schlussminuten rannte Werder weiter an, bemühte sich um das Siegtor; Ingolstadt brachte das Unentschieden aber über die Zeit.

Zwar klettert Werder Bremen durch das Remis an die Tabellenspitze, mit einem Sieg über Hannover 96 könnte der FC St. Pauli am Sonntag (13.30 Uhr) aber wieder vorbeiziehen und den Vorsprung auf zwei Punkte ausbauen. Parallel könnte auch Darmstadt 98 die Grün-Weißen überholen, sofern ein Sieg gegen Hansa Rostock gelingt. Der FC Ingolstadt belegt unterdessen mit 15 Punkten Rang 17 und hat acht Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz.

HSV druckvoll - doch nur Kittel trifft

Der SV Sandhausen konzentrierte sich gegen den Hamburger SV auf eine kompakte Arbeit gegen den Ball und einzelne Nadelstiche nach Balleroberungen. Der Matchplan ging bereits früh auf: Nach 15 Minuten brachte Erik Zenga den Ball in den Strafraum, wo Pascal Testroet einschussbereit stand und zum 1:0 für den Underdog einschob. In der 19. Minute verpasste Miro Muheim knapp den Ausgleich, anschließend ließ der HSV trotz hoher Spielanteile die Torchancen vermissen. Die Gäste hatten sogar Glück, nicht das zweite Gegentor kassiert zu haben: Nach einem Freistoß aus der Sandhäuser Hälfte spielte Janik Bachmann einen Doppelpass mit Testroet und erzielte ein Tor, das aufgrund eines vorausgegangenen Handspiels zurückgenommen wurde. Die Führung wurde vor der Halbzeit aber nicht mehr aus der Hand gegeben.

Der Hamburger SV kam gut aus der Kabine und hatte gleich mehrere Chancen zum Ausgleich: Erst verpasste Bakery Jatta eine Hereingabe von David Kinsombi, dann kam der Mittelfeldspieler selbst aus zentraler Position frei zum Abschluss, doch Patrick Drewes hielt die Führung für Sandhausen fest (47., 50.). Die Gäste erhöhten die Schlagzahl und wurden mit jeder Minute druckvoller. Die Belohnung folgte in Minute 59: Jatta erhielt eine Halbfeldflanke am langen Pfosten und legte zurück auf Kittel, der den Ball ins lange Eck einschob. Mit dem Ausgleich gab sich die Elf von Tim Walter nicht zufrieden, vielmehr sollte das zweite Tor her. Sandhausen warf gegen den Ball alles in die Waagschale, weshalb Großchancen ausblieben. Giorgi Chakvetadze hatte eine Gelegenheit, dessen Schuss ging aber drüber (86.). Da sich der HSV auch in der Schlussphase nicht für die Offensivbemühungen belohnte, kam kein Treffer auf der Anzeigetafel hinzu.

Der Hamburger SV ist vorübergehend Tabellenzweiter, kann aber wieder von den Abstiegsplätzen abrutschen, wenn die Konkurrenz die Fehler ausnutzt. Der SV Sandhausen konnte den Vorsprung auf den Relegationsplatz derweil nur minimal ausbauen und hat zwei Zähler Vorsprung auf Fortuna Düsseldorf.

Karlsruhe effizient

In einem zu Beginn ausgeglichenen Spiel hatte Fabian Reese in der ersten Minute den ersten Abschluss für Holstein Kiel, dieser ging jedoch über das Tor des Karlsruher SC. Die Gäste wurden aktiver, Innenverteidiger Christoph Kobald scheiterte knapp mit einem Flachschuss (7.), kurz darauf traf Daniel O’Shaughnessy mit einem wuchtigen Schuss aus der zweiten Reihe zur Führung für den KSC (17.). Im weiteren Spielverlauf wurde Kiel aktiver und übernahm das Kommando, Benedikt Pichler scheiterte zunächst jedoch an Marius Gersbeck und dann am Außennetz (19., 25.). In der 36. Minute hätte Philipp Hofmann auf 2:0 erhöhen können, Kiel-Keeper Thomas Dähne war allerdings zur Stelle; genau wie sein Gegenüber Gersbeck, der bei einem Heber von Finn Bartels hellwach war (39.). Die knappe Karlsruher Führung versprach eine spannende zweite Halbzeit.

Zu Beginn der zweiten 45 Minuten blieb Kiel die tonangebende Mannschaft, doch die Störche konnten sich kaum nennenswerte Torchancen herausspielen. Die Karlsruher Defensive präsentierte sich weiterhin kompakt, während Kiel die Präzision im letzten Drittel vermissen ließ – zwischenzeitlich betrug die Passquote der Hausherren lediglich 75 Prozent. In Minute 67 legte der KSC dann nach und erhöhte auf 2:0: Hofmann bediente Fabian Schleusener, der zehn Minuten zuvor eingewechselt worden war, sich im Strafraum durch die Defensivreihen dribbelte und den Ball mit rechts im langen Eck unterbrachte. Karlsruhe wurde vom zweiten Tor beflügelt und hätte auf 3:0 erhöhen können, Hofmann traf per Direktabnahme aber nur den Pfosten (73.). Auch Fabian Goller hätte für die Entscheidung sorgen können, doch Dähne war zur Stelle (80.). Kiel fand in der Schlussphase keine Antwort mehr, weshalb es beim 0:2-Endstand aus Sicht der Störche blieb.

Unabhängig vom Endresultat befinden sich beide Mannschaften im gesicherten Tabellen-Mittelfeld. Holstein Kiel rangiert mit 31 Punkten auf Platz elf und hat acht Punkte Vorsprung auf die Abstiegszone, der Karlsruher SC hat nun 32 Zähler auf dem Konto und belegt Rang neun.

Florian Bajus  
19.02.2022