St. Pauli verpasst die Tabellenführung knapp

Roundup: Erste Siege für Schultz und Klauß

Die Kiezkicker zeigten sich vor dem Tor gnadenlos. Foto: Cathrin Mueller/Getty Images
Die Kiezkicker zeigten sich vor dem Tor gnadenlos. Foto: Cathrin Mueller/Getty Images

Der FC Sankt Pauli hat am Sonntag gegen Heidenheim den ersten Pflichtspiel-Sieg unter Neu-Trainer Timo Schultz eingefahren. Zeitgleich besiegte der VfL Bochum auswärts den Karlsruher SC, während der 1.FC Nürnberg gegen den SV Sandhausen gewann.

Am Millerntor fanden die Gäste aus Heidenheim eigentlich den besseren Zugang in die Partie und dominierten nach kurzer Phase des Abtastens. Nach rund 20 Minuten sammelte der FCH ein Chancenplus von 5:0. Doch waren es die Hamburger, die zuerst zustechen konnten. Neuzugang Daniel Kofi Kyereh nahm sich nach einem Doppelpass mit Rico Benatelli ein Herz und versenkte von außerhalb des Strafraums sehenswert (26.). Die Partie war damit auf den Kopf gestellt, und es kam sogar noch dicker: Eine Freistoßflanke fälschte Patrick Schmidt unglücklich ins eigene Tor ab (34.). Der Halbzeitstand schmeichelte den Hausherren also durchaus, wenngleich Heidenheim auch die Kaltschnäuzigkeit fehlte.

Im zweiten Durchgang machte St. Pauli nach wenigen Sekunden den vermeintlichen Deckel auf die Partie: Ein Schuss von Kyereh wurde in den Lauf von Jannes Wieckhoff geblockt, der 20-Jährige schloss sicher zum 3:0 ab (46.). Die Gäste steckten weiter nicht auf, liefen dem Rückstand mit viel Einsatz hinterher. Es war jedoch der Tag des FC St. Pauli, und so traf Maximilian Dittgen mit einigem Glück zum 4:0 (70.). Es war ein durchaus kurioses Ergebnis, weil Heidenheim stets im Spiel war und sich den ein oder anderen Treffer selbst verdient gehabt hätte. Christian Kühlwetter schien Ergebnis-Kosmetik zu betreiben, indem er auf Vorlage von Tobias Mohr mit links einschob (78.). Doch Mohr legte schnell nach, traf per Direktabnahme zum 2:4 (80.). Ging doch noch etwas für die mutigen Gäste? Zumindest rannten sie mit Nachdruck an. Schultz nutzte derweil seine Wechsel-Optionen, um frische Kräfte zu bringen und an der Uhr zu drehen. In der Nachspielzeit kam David Otto dem Anschluss per Volley noch einmal recht nahe, letztlich war die Führung der Kiezkicker jedoch nicht mehr einzuholen. 

Bochum reicht ein Zaubertor von Zoller

Im Wildpark nutzte Simon Zoller für die Gäste aus Bochum die erste Großchance des Spiels mit einem absoluten Zaubertor: Ein Abschlag wurde in seinen Lauf verlängert, der Angreifer hob den Ball gefühlvoll über Marius Gersbeck hinweg in den Kasten (14.). In einer zu diesem Zeitpunkt eher ereignislosen Partie dauerte es eine weitere Viertelstunde bis zum nächsten Highlight. Dabei verpasste Babacar Gueye per Kopf den Ausgleich, er traf nur die Torumrandung. So ging der VfL mit einem etwas glücklichen 1:0 in die Pause.

Nach der Unterbrechung vergab der KSC den nächsten Hochkaräter, Marco Djuricin verpasste den Ball in aussichtsreicher Abschluss-Position jedoch gänzlich (53.). Zehn Minuten später hatte Gueye die nächste Kopfballchance, der Versuch geriet aber zu harmlos. Bochum tat in dieser Phase wenig fürs Spiel, verteidigte aber weitgehend problemlos. Allerdings ging der Revier-Klub in numerische Unterzahl: Gerrit Holtmann sah Gelb-Rot, weil er sich trotz mehrfacher Aufforderung des Schiedsrichters bei einer Auswechslung für den langen Weg zur anderen Spielfeldseite entschied und sich anschließend in ein Scharmützel mit Lukas Fröde begab (68.). Der KSC versuchte sich die Überzahl zunutze zu machen, kam aber zunächst über Halbchancen nicht hinaus. Stattdessen sorgte Danny Blum mit einem erdeckten Schuss für Entlastung (89.) und konnte an der Uhr drehen. Auch in der Nachspielzeit fehlte es den Bemühungen der Karlsruher an Durchschlagskraft und Überzeugung, sodass Bochum nicht mehr in ernste Bedrängnis kam.

Auch Klauß holt ersten Sieg

In Franken boten sich die beiden Kontrahenten schon kurz nach Anpfiff einen unterhaltsamen Schlagabtausch. Christian Mathenia musste schon nach zwei Minuten eingreifen, später wusste sich auch Martin Fraisl mehrfach auszuzeichnen. Gegen Johannes Geis (18.), Robin Hack (29.), Felix Lohkemper (36.) und Nikola Dovedan (45.+5) hielt er sein Team mehrfach ausgezeichnet im Spiel. Auf Seiten des SVS hatten Kevin Behrens (41.) und Diego Contento (45.+3) noch Großchancen auf die Halbzeitführung. 

In der zweiten Halbzeit übernahm der FCN erneut das Kommando, schloss allerdings immer wieder aus wenig aussichtsreichen Positionen außerhalb des Strafraums ab. Aus dem sprichwörtlichen Nichts fiel eine Großchance dem SVS zu. Julius Biada spielte den Ball dabei leicht in den Rücken von Daniel Keita-Ruel, der das Spielgerät so nur an den Pfosten setzte (62.). Wenig später jagte Dovedan die nächste Top-Chance aus guter Position am Kasten vorbei (64.) und konnte sich Fraisl einmal mehr gegen Tim Handwerker und Dovedan auszeichnen (68.). Langsam aber sicher ging dem Club die Zeit aus, doch nach einem Eckstoß war der Bann gebrochen: Lukas Mühl köpfte völlig frei zur längst überfälligen Führung ein (77.). Die Elf von Neu-Trainer Robert Klauß zog sich nun in die Defensive zurück, Sandhausen brachte jedoch kaum etwas zustande. Stattdessen vergab Sarpreet Singh die Chance zur endgültigen Entscheidung gegen den herausragenden Fraisl (90.). Doch in der Nachspielzeit brannte nichts mehr an.

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Lars Pollmann  
27.09.2020