2. Bundesliga

Roundup: Ducksch sticht für Werder, SCP erobert Dresden

In Bremen traf Ab- auf Aufsteiger. Foto: Imago
In Bremen traf Ab- auf Aufsteiger. Foto: Imago

In den Sonntagsspielen der 2. Bundesliga hat Werder Bremen daheim gegen Hansa Rostock gewonnen. Dynamo Dresden unterlag vor heimischem Publikum dem SC Paderborn, während Tabellenführer Jahn Regensburg beim FC St. Pauli verlor.

Werder-Coach Markus Anfang setzte gleich auf Neueinkauf Marvin Ducksch in der Sturmspitze, die Wahl sollte sich auszeichnen. Zunächst jedoch gelang es Werder nur selten, Ballbesitz-Dominanz in Torgefahr umzuwandeln. Hansa verlegte sich vornehmlich auf Gegenstöße, bei denen Streli Mamba wiederholt auffällig wurde. Den Hanseaten half letztlich etwas Zufall auf die Sprünge: Julian Riedel bekam die Kugel bei einer Hereingabe an die Hand, nach Videostudium entschied Referee Daniel Siebert auf Strafstoß. Eine durchaus harte Entscheidung, von Absicht konnte in der Szene kaum die Rede sein. Ducksch übernahm gleich die Verantwortung und verwertete vom Punkt kraftvoll zur 1:0-Führung (39.). Kurz vor der Pause hätte Rostock beinahe ausgeglichen, Mamba setzte einen Schuss denkbar knapp neben den Pfosten (45.).

Nach dem Seitenwechsel hätte Ducksch den Doppelpack schnüren müssen, nach Doppelpass mit Niclas Schmidt schob der freistehende Angreifer einen Versuch am langen Eck vorbei. Womöglich hätte das Tor aber wegen eines Fouls von Ducksch ohnehin nicht gezählt (47.). Wenig später hatte der auffällige Neuzugang großes Pech: Sein Schuss landete von den Fingerspitzen des Keepers Markus Kolke an der Unterkante der Latte, tischte auf der Linie auf und überschritt sie denkbar knapp nicht. Es kann sich nur um wenige Zentimeter gehandelt haben. Seine dritte Top-Chance zum Auftakt in die 2. Halbzeit nutzte Ducksch kurz darauf nach hervorragender Vorlage von Romano Schmid eiskalt (53.), diesmal sprachen Zentimeter für Werder, weil der Torschütze hauchzart nicht im Abseits stand. Eren Dinkci hätte nach Wiederbeginn alles klar machen können, traf aber nur den Pfosten, wenige Minuten später rettete Kolke sein Team gegen Schmid mit einer starken Parade. Hansa wiederum hätte per Konter verkürzen können, diesmal parierte Zetterer nicht minder stark gegen Nik Omladic (64.). Das ganz große Aufbäumen seitens des Aufsteigers blieb anschließend aber aus. Stattdessen schien die Frage zu lauten, ob Werder sich noch mehr Frust von der Seele schießen könnte. Der zweite Neuzugang Roger Assale hätte sein Debüt beinahe ebenfalls erfolgreich bestritten, schoss aber nach einem Standard knapp neben das Tor (83.). Den Schlusspunkt setzte stattdessen Nicolai Rapp, der nach Parade von Kolke gegen Niclas Füllkrug abstauben konnte (90.+4).

Werder holt damit den ersten Heimsieg seit Februar und verbessert sich in der Tabelle zwischenzeitlich auf Rang sieben. Hansa bleibt mit vier Zählern auf Rang 13 im Soll.

Paderborn überrollt Dynamo

In Dresden wollte Paderborn Rache für das Aus im DFB-Pokal nehmen und den Sachsen die erste Niederlage seit Monaten zufügen. Bereits nach acht Minuten trafen die Ostwestfalen dabei traumhaft: Julian Justvan flankte per Außenrist, Sven Michel köpfte nahe der Strafstoßmarkierung gefühlvoll in die Maschen. Bis dahin war auch Dynamo gut im Spiel gewesen. Die größere Gefahr ging aber stets vom SCP aus, der in Person von Kai Pröger nachlegte, und das gleich doppelt. In der 24. Minute bestrafte er einen Lapsus von Michael Sollbauer aus spitzem Winkel unter Zuhilfenahme des Innenpfostens, nur zwei Zeigerumdrehungen später zielte Pröger von links nach innen ziehend genau ins Netz. Mit dem 3:0 nach 26 Minuten schien die Partie früh entschieden. Dynamo spielte bis zur Halbzeit vergeblich auf den Treffer, der das Team womöglich zurück ins Spiel hätte bringen können.

Dynamo kam auch durchaus wie ein Team aus der Kabine, das noch an sich glaubt. Ein Kopfball von Sollbauer kam dabei dem 1:3 sehr nahe (51.). Anschließend gelang es Paderborn aber weitgehend, das Spiel zu beruhigen. So tröpfelte die Partie über längere Phasen vor sich hin, in denen Dresden schlichtweg zu wenig Gefahr ausstrahlte. Paderborn selbst wartete auf den einen Konter, um alle Zweifel zu beseitigen. Pröger schloss einen schnellen Angriff erfolgreich ab, hatte aber deutlich im Abseits gestanden (74.). Erst in der Endphase boten sich Dynamo nochmals Chancen, bei denen Jannik Huth aber keine Probleme hatte. Zu allem Überfluss holte sich der nur zwei Minuten zuvor eingewechselte Robin Becker für eine Notbremse noch die Rote Karte ab (90.).

Durch den Sieg im direkten Duell der Verfolger von Spitzenreiter Regensburg setzt sich Paderborn während der Länderspielpause auf Rang zwei, Dynamo ist als Tabellendritter immer noch sehr beachtlich gestartet.

St. Pauli stürzt Regensburg

Das Überraschungsteam von Jahn Regensburg hatte mit dem FC St. Pauli den nächsten starken Gegner vor der Brust. Die Hausherren aus Hamburg machten von Beginn an den zielstrebigeren und gefährlicheren Eindruck. Gegen die dichte Abwehr des Spitzenreiters erspielten sich die Kiezkicker aber zunächst kaum große Gelegenheiten. Guido Burgstaller per Kopf und aus kurzer Distanz vergab die ersten echte Chancen auf das 1:0 (14., 22.). Als das Tor elf Minuten später durch Simon Makienok fiel, fand es wegen einer Abseitsstellung des Österreichers im Vorfeld keine Anerkennung. Der Sturmriese hatte per Kopf vor dem Halbzeitpfiff die letzte gute Torchance, zielte knapp daneben. Regensburg verzeichnete vor der Unterbrechung kaum etwas nennenswertes auf dem Weg nach vorn.

Auch Halbzeit zwei ging mit einer Kopfballchance von Makienok los, diesmal köpfte er über den Kasten (49.). Top-Gelegenheiten blieben aber eher die Ausnahme. Bereits 60 Minuten waren gespielt, als Daniel Kofi Kyereh einen Schlenzer aus der Distanz über das Tor fliegen ließ. Erneut elf Minuten drauf vergab Burgstaller frei vor dem Kasten die bisher beste Chance des Spiels, traf nur den Pfosten. Der nächste Schuss aber saß und brachte die längst verdiente Führung ein: Kyereh setzte sich auf links durch, spielte flach ins Zentrum. Burgstaller schloss direkt mit der Innenseite ab (74.). Regensburg schien der Rückstand wachzurütteln, der SSV Jahn erhöhte die offensiven Bemühungen deutlich. Zwingende Gelegenheiten sprangen dabei aber bis in die absolute Schlussphase der Begegnung nicht heraus. Stattdessen machte St. Pauli den Deckel drauf: Wieder konnte sich Burgstaller bei Kyereh bedanken, dessen mustergültige Vorlage nach tollem Solo der Österreicher nur noch über die Linie drücken musste (89.).

Regensburg muss also den ersten Punktverlust der Saison hinnehmen, bleibt aber Spitzenreiter der 2. Bundesliga. St. Pauli gehört mit zehn Zählern zu den ärgsten Verfolgern.

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Lars Pollmann  
29.08.2021