2. Bundesliga

Roundup: Doppelter Glatzel! HSV springt auf Rang zwei

Glatzel brachte den HSV früh doppelt in Führung. Foto: Getty Images
Glatzel brachte den HSV früh doppelt in Führung. Foto: Getty Images

Der Hamburger SV hat am Samstag Tabellenplatz zwei der 2. Bundesliga durch ein 2:1 gegen Hannover 96 errungen. Gleichzeitig verlor Jahn Regensburg gegen den 1.FC Heidenheim (0:2), während der FC Ingolstadt und Hansa Rostock unentschieden spielten (0:0).

In Hamburg war den Rothosen von Beginn an die besondere Motivation anzusehen, die die Niederlage des SV Darmstadt bei Fortuna Düsseldorf am Freitagabend ausgelöst hatte. Bereits in der 2. Minute prüfte Anssi Suhonen mit einer Direktabnahme die Aufmerksamkeit von Ron-Robert Zieler im Tor der 96er, für die es am Saisonende um nicht mehr viel ging. Dennoch spielte auch der Gast von Beginn an mutig mit und verzeichnete sogar den ersten Hochkaräter: Nach Flanke von rechts brachte Hendrik Weydandt die Kugel direkt aufs Tor, Daniel Heuer Fernandes lenkte sie sehenswert an die Latte (4.). Der Torhüter behielt im Privatduell mit Weydandt auch in der 12. Minute die Oberhand, der Stürmer hatte womöglich zu viel Zeit nachzudenken, als er alleine auf den Schlussmann zu rannte. Die Parade von Heuer Fernandes leitete einen Gegenangriff ein, an dessen Ende nur 24 Sekunden später Robert Glatzel auf flache Vorlage von Bakery Jatta zum 1:0 für den Hamburger SV vollenden konnte (13.).

Die gleiche Kombination sorgte bei einem weiteren Gegenstoß sieben Zeigerumdrehungen später für das zweite Tor der Hanseaten. Diesmal flankte Jatta weich an den zweiten Pfosten, wo Glatzel den Ball mit dem Oberkörper zum 2:0 über die Linie bugsierte (20.). Hannover zeigte sich von den Gegentreffern aber keineswegs schockiert und fand die passende Antwort. Sebastian Kerk tunnelte dabei erst Jonas Meffert, schlenzte dann sehenswert mit dem linken Fuß ins linke obere Eck und stellte so den Anschluss zum 1:2 aus Hannover-Sicht her (22.). Das halsbrecherische Tempo der Partie ließ im Anschluss nur unwesentlich nach, auch wenn es nicht mehr beinahe minütlich zu gefährlichen Szenen kam. Ein Fernschuss von Ludovit Reis hätte dem HSV um ein Haar das dritte Tor eingebracht (27.), für Hannover verpassten Weydandt und Maximilian Beier bei einer Flanke von links denkbar knapp (32.). Erst in den letzten Minuten der ersten Hälfte gönnten sich die Mannschaften mehr Atempausen, sodass die Hausherren ihre knappe Führung mit in die Pause nehmen konnten.

Auch im zweiten Durchgang legten beide Teams mit großem offensiven Tatendrang los. Für den HSV kam der aufgerückte Josha Vagnoman zum Abschluss ans Außennetz (49.), die Gäste aus Niedersachsen hätten zwei Minuten später beinahe von einem Eigentor durch Sebastian Schonlau profitiert. Nach tollem Angriff und starkem Anspiel von Glatzel jagte Reis auf Seiten des HSV die nächste Top-Gelegenheit knapp über den Kasten (56.). Insgesamt hatte die Partie nach dem Seitenwechsel nicht mehr ganz das Niveau des ersten Durchgangs, Hamburg hatte das Geschehen besser unter Kontrolle. Das beruhigende dritte Tor verpasste aber auch Jatta aus spitzem Winkel, der Nachschuss-Knaller von Meffert ließ die Handschuhe von Zieler qualmen (66.). Kurz darauf zielte Glatzel von außerhalb des Strafraums knapp neben den Kasten.

Mit Einbruch der Schlussphase schlug Mikkel Kaufmann eine Einladung zum 3:1 von Julian Börner aus, den zu kurzen Rückpass erlief der eingewechselte Angreifer, setzte den Ball aber anschließend doch deutlich über den Kasten (76.). Der Däne vergab auch per Kopf nach Vorarbeit von Jatta die Entscheidung (83.). Den größten Hochkaräter ließ aber Faride Alidou auf Vorlage von Kaufmann liegen, eigentlich stand ihm das Tor ziemlich offen, der Jungstar knallte die Kugel aber klar neben den Kasten (88.). So blieb Hannover stets im Spiel, in der zweiten Halbzeit brachten die Gäste aber nicht viel nach vorn zustande und kamen so auch dem Ausgleich nicht mehr nahe.

Der Hamburger SV springt so mindestens bis Sonntag auf Rang zwei und kann bei einem Sieg am 34. Spieltag bei Hansa Rostock nicht mehr vom Relegationsrang verdrängt werden. Hannover 96 bleibt vor dem Saisonfinale Tabellen-14.

Heidenheim schlägt Regensburg

Weder für Jahn Regensburg, noch für den 1.FC Heidenheim ging es am 33. Spieltag noch um große Ziele. Anzusehen war dies in den ersten 45 Minuten vor allen den Gastgebern, die mit Ausnahme eines wegen Abseits zurecht aberkannten Treffers von Andreas Albers (35.) offensiv mit diskreter Zurückhaltung auffielen. Ganz anders Heidenheim, das mit dem Pech bei eigenen Abschlüssen hadern musste. Nach drei Minuten lenkte Thorsten Kirschbaum im Tor des SSV Jahn einen Abschluss von Robert Leipertz an den Pfosten, in der 20. Minute klatschte auch ein abgefälschter Schuss von Jonas Föhrenbach an das Aluminium. Kirschbaum machte auch eine dritte Top-Chance zunichte, indem er einen Kopfball von Patrick Mainka entschärfte (28.). Eine Halbzeitführung für Heidenheim wäre also allemal verdient gewesen.

Nach dem Seitenwechsel dauerte es dann nicht lange, bis sich die Gäste endlich belohnten. Nach einer Ecke gewann Heidenheim gleich mehrere Kopfballduelle, letztlich nickte Mainka die Kugel in hohem Bogen über die Unterkante der Querlatte ins Netz (52.). Regensburg zog ab Mitte der zweiten Hälfte etwas Tempo an, Joker Joel Zwarts kam per Kopf zur ersten Ausgleichschance (70.). Heidenheim machte acht Minuten vor Schluss aber den sprichwörtlichen Deckel auf die Partie. Tim Kleindienst spielte Tobias Mohr frei, der eingewechselte Flügelspieler konnte ohne Gegnerdruck abziehen und ließ das Netz mit seinem kräftigen Schuss zappeln (82.). 

Beim 0:2 blieb es, der 1.FC Heidenheim hat nun mindestens Platz acht sicher. Jahn Regensburg rutscht auf Rang 13 ab.

Ingolstadt verabschiedet sich torlos

Auch die Partie zwischen dem FC Ingolstadt und Hansa Rostock hatte größtenteils statistischen Wert, da die Schanzer lange als Absteiger feststehen und die Hansa-Kogge den Klassenerhalt bereits sicher hatte. Das Niveau der Partie passte sich der wenig spannungsvollen Ausgangslage in der ersten Hälfte an, die Offensivabteilungen boten gegen konzentrierte Abwehrreihen Magerkost, in den ersten 30 Minuten blieben die Chancenzettel komplett blank. Erst in der Schlussphase der Halbzeit taute die Partie etwas auf, die beste Chance hatte Rostock: Nach Ingolstädter Ecke konterten die Gäste blitzartig, Haris Duljevic forderte FCI-Keeper Robert Jendrusch zu einer starken Parade heraus (35.). Anschließend sammelten beide Teams immerhin noch ein paar Abschlüsse, von denen aber keiner die ganz große Gefahr heraufbeschwor. Durchaus folgerichtig also, dass es torlos in die Kabinen ging.

In Hälfte zwei dauerte es weniger lang zum ersten nennenswerten Abschluss, diesmal kam die Schanzer dem Führungstreffer nahe. Marcel Gaus scheiterte aber alleine vor Markus Kolke im Tor der Gäste (55.). Im Großen und Ganzen blieb das Niveau der Begegnung überschaubar, die Teams boten gewissermaßen Sommerfußball. Für Highlights sorgte vor allem der Anhang der Gäste von der Ostsee, der in großer Zahl die weite Reise auf sich genommen hatte und 90 Minuten lang den Klassenerhalt von Hansa feierte. Die Rostocker Profis wollten sich mit einem Auswärtssieg bedanken und waren dem vielzitierten Lucky Punch in der Schlussphase näher als Ingolstadt, Hochkaräter waren aber nicht dabei.

So verabschiedet sich der FC Ingolstadt ohne Tore für mindestens ein Jahr von seinen Fans. Hansa Rostock klettert mit dem Punkt vorerst auf Platz elf.

Profile picture for user Lars Pollmann
Lars Pollmann  
07.05.2022