2. Bundesliga

Roundup: Club springt auf drei, Schanzer schocken Dynamo

Nürnberg war in Aue zu Gast. Foto: Getty Images
Nürnberg war in Aue zu Gast. Foto: Getty Images

In den Samstagsspielen des 18. Zweitliga-Spieltags hat der 1.FC Nürnberg bei Erzgebirge Aue für einige Stunden Tabellenplatz drei erklommen. Gleichzeitig holte der FC Ingolstadt gegen Dynamo Dresden einen lebenswichtigen Sieg, während der SC Paderborn gegen den 1.FC Heidenheim verlor.

Im Erzgebirge entwickelte sich eine bisweilen rasante erste Halbzeit, in der Nürnberg bereits nach zwei Minuten vorne lag. Mats Möller Daehli flankte eine Ecke vors Tor, die die Hausherren unzureichend klärten. Aus dem Hinterraum kam Nikola Dovedan zum Abschluss, den er gar nicht voll traf; die Kugel fand dennoch den Weg ins Netz. Der Österreicher hätte kurz darauf nachlegen können, traf frei vor Martin Männel aber nur den Pfosten (5.). Es rächte sich, denn auch die Veilchen erzielten ein frühes Tor. Jan Hochscheidt behielt dabei seinerseits im Privatduell mit Club-Keeper Christian Mathenia die Nerven (8.), nachdem ein Schussversuch von Nicolas Kühn zur idealen Vorlage geworden war. Nach dieser ereignisreichen Phase nahm sich das Spiel eine erste Ruhepause, wobei keines der Teams große Kontrolle ausstrahlen konnte. In der 22. Minute ging Nürnberg wieder in Front: Erik Shuranov dribbelte sich auf rechts durch, spielte auf Dovedan, der schnürte den Doppelpack. Die schnelle Antwort blieb diesmal aus, auch weil Mathenia gegen Dimitrij Nazarov zur Stelle war (24.). In der Folge gelang es den Franken besser, Aue vom eigenen Tor fernzuhalten. Die Gäste waren dem womöglich vorentscheidenden 3:1 näher, ein Lattenkracher von Fabian Nürnberger zwei Minuten vor der Pause hätte aber wohl wegen einer Abseitsstellung zuvor keine Anerkennung gefunden.

Aufgrund der klareren Chancen ging die Führung für Nürnberg zur Halbzeit durchaus in Ordnung. Auch nach dem Seitenwechsel boten aber beide Teams ansehnliche Unterhaltung, wobei den vielen Abschlüssen zunächst auf beiden Seiten die letzte Präzision fehlte. Den etwas gefährlicheren Eindruck machte dabei Aue, das etwa durch einen Distanz-Versuch von Nazarov dem Ausgleich nahe kam (62.). Die Führung des Clubs lebte in dieser Phase durchaus gefährlich, zumal es die Gäste nicht mehr verstanden, ihre Kontergelegenheiten zuende zu spielen. Nikola Trujic ließ die größte Ausgleichschance allerdings liegen, nachdem Lino Tempelmann unfreiwillig für Kühn aufgelegt hatte. Der Joker hätte einschieben können, verhedderte sich jedoch und legte die Kugel so am Tor vorbei (74.). Für Nürnberg wiederum vergab Möller Daehli die Chance auf die Entscheidung, weil Männel eine starke Fußparade zeigte (77.). Wenig später erzielte der überragende Dovedan dann aber seinen dritten Treffer, erneut hatte Shuranov stark aufgelegt (81.). Aue war damit geschlagen, auch wenn sich die Veilchen nicht aufgaben. So hatte Kühn nach starkem Dribbling noch eine Chance auf den Anschluss, der aber wohl nichts mehr geändert hätte (90.).

Erzgebirge Aue verbringt das Weihnachtsfest auf dem direkten Abstiegsplatz 17, der 1.FC Nürnberg springt bis Samstagabend auf Tabellenplatz drei, wird dann aber in jedem Fall vom Hamburger SV oder FC Schalke 04 (oder beiden) überholt.

Schanzer schocken Dynamo

Der abgeschlagene Tabellenletzte FC Ingolstadt rief vor dem Rückrunden-Auftakt das Ziel aus, in der zweiten Saisonhälfte die minimale Chance auf den Klassenerhalt zu wahren. Dass es sich dabei nicht bloß um ein Lippenbekenntnis handelt, zeigte sich nach nicht einmal 50 Sekunden gegen Dynamo Dresden. Ein Freistoß aus dem Halbfeld fand über Umwege Nico Antonitsch, der am zweiten Pfosten mit dem Knie zur denkbar schnellen Führung traf. Die Gäste hatten in der Folge mehr vom Spiel, fanden aber offensiv kaum ein Mittel gegen die vielbeinige Abwehr der Schanzer. Die zeigten sich hingegen eiskalt und legten nach. Marcel Gaus war auf links durchgebrochen und hatte zu viel Zeit für eine Flanke an den zweiten Pfosten. Dort köpfte Stefan Kutschke Kevin Ehlers aus kurzer Distanz an. Der Treffer dürfte letztlich als Eigentor des SGD-Verteidigers in der Statistik auftauchen (17.). Von den beiden frühen Nackenschlägen erholte sich Dresden bis zur Pause nicht, tatsächlich gaben die Gäste nicht einen einzigen konkreten Torschuss ab. Stattdessen hätte Maximilian Beister in der Nachspielzeit beinahe den sprichwörtlichen Deckel aufs Spiel gemacht, zielte aber auf Vorlage von Kutschke knapp zu hoch.

So ging Ingolstadt mit einer verdienten Zwei-Tore-Führung in die Kabinen. In der zweiten Halbzeit entschied sich Gäste-Trainer Alexander Schmidt für zwei offensive Wechsel, die durchaus in größerem Engagement der Dresdner mündeten. Echte Chancen auf den Anschlusstreffer ergaben sich jedoch auch zu Beginn der zweiten Hälfte nicht. Ingolstadt verteidigte die Versuche der Sachsen konsequent weg, wurde dabei aber auch nicht vor unlösbare Aufgaben gestellt. Die Partie plätscherte so Mitte der zweiten Hälfte vor sich hin, immerhin aber sammelte Dynamo mit Eintritt in die Schlussphase einige Abschlüsse. Den Eindruck, ans Comeback zu glauben, machte Dresden aber nicht. Stattdessen hätte der eingewechselte Dennis Eckert-Ayensa das 3:0 machen können, scheiterte jedoch im Duell mit Kevin Broll (82.). Drei Minuten später war es dann soweit: Filip Bilbija bugsierte die Kugel nach einer Parade von Broll infolge einer Ecke von links aus kürzester Distanz über die Linie.

Durch den zweiten Saisonsieg verkürzt der FC Ingolstadt seinen Rückstand auf den Relegationsplatz auf sieben Punkte. Dynamo Dresden bleibt fürs erste Tabellenelfter.

Heidenheim gewinnt Verfolgerduell

In Ostwestfalen empfing der SC Paderborn als Tabellensechster den bisherigen -achten 1.FC Heidenheim zum Verfolgerduell. Die demnach also durchaus ähnlich starken Kontrahenten neutralisierten sich in den ersten 45 Minuten über weite Strecken. Torchancen ließen lange auf sich warten, absolute Hochkaräter blieben Mangelware. Am nächsten kam einem Treffer der auffällige Sven Michel, dessen kräftiger Abschluss aber doch recht zentral auf Heidenheim-Keeper Kevin Müller kam (34.). Ebenso war Jannik Huth zur Stelle, als sich Dzenis Burnic für die Gäste mit einer Direktabnahme versuchte (40.). Insgesamt war Heidenheim die optisch leicht überlegene Mannschaft, der unentschiedene Pausenstand war dennoch absolut folgerichtig.

In Durchgang zwei hätte Robert Leipertz die Gäste um ein Haar in Front gebracht, Huth rettete in höchster Not, nachdem Jasper van der Werff das Spielgerät fahrlässig verloren hatte (48.). Zwei Minuten später zirkelte Tobias Mohr einen Freistoß knapp über den Kasten. Heidenheim kam also druckvoll aus der Kabine, Paderborn hielt dem Druck aber zunächst stand. Erst nach einer Stunde kam Tim Kleindienst per Kopf zu einer nächsten Chance auf die nun verdiente Führung für den FCH. Auf der Gegenseite köpfte auch Uwe Hünemeier nach einer Ecke knapp am Pfosten vorbei (62.). Kurz darauf war es dann doch geschehen, und Huth hatte seine Aktien am Gegentor für Paderborn: Einen Mohr-Freistoß aus der Distanz ließ der Keeper nach vorne prallen, Patrick Mainka war für den Abstauber zur Stelle (64.). Die Führung hielt aber keine zwei Minuten, weil sich Felix Platte im Strafraum behauptete, Sven Michel den Ball dann aber abgeluchst bekam; Oliver Hüsing spitzelte die Kugel unglücklich perfekt auf Jonas Carls, der den Gleichstand unmittelbar wiederherstellte (66.). Nach diesem Ausbruch ging das Spiel wieder ins vorherige Muster über, in dem Heidenheim den stärkeren Eindruck machte und dem Siegtreffer näher schien. Eine Direktabnahme von Jan Schöppner fand noch in Huth seinen Meister (75.), sechs Minuten später zielte Kleindienst aus dem Rückraum besser und brachte die Gäste wieder in Führung. Diesmal blieb die postwendende Antwort der Hausherren aus, stattdessen drängte Heidenheim auf die endgültige Entscheidung; Mohr jagte aber den Ball aus kurzer Distanz über den Kasten (84.). So blieb Paderborn in der Partie, auch verzweifelte Angriffe bis tief in die Nachspielzeit blieben allerdings unvollendet.

Der SC Paderborn rutscht durch die Heimniederlage auf Platz acht ab, der 1.FC Heidenheim rangiert fürs erste vier Plätze davor.

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Lars Pollmann  
18.12.2021