2. Bundesliga

Roundup: Büskens siegt zum Debüt, Glatzel rettet HSV einen Punkt

Schalke hatte Hannover zu Gast. Foto: Getty Images
Schalke hatte Hannover zu Gast. Foto: Getty Images

Der FC Schalke 04 hat am Samstagmittag gegen Hannover 96 einen Heimsieg gefeiert. Gleichzeitig gelang dem Hamburger SV bei Fortuna Düsseldorf ein spätes Remis. Im dritten Spiel verlor der SV Sandhausen gegen Hansa Rostock.

Auf Schalke feierte Mike Büskens sein drittes Debüt als Interimstrainer. Seine Königsblauen waren gegen Hannover favorisiert, nachdem die Niedersachsen zuletzt wiederholt Federn hatten lassen müssen. Von Verunsicherung war bei 96 aber zunächst kaum etwas zu spüren, die Gäste waren den Knappen in der ersten Hälfte durchaus ebenbürtig. Die erste gute Chance des Spiels ging auch aufs Konto von Hannover, Sebastian Kerk zielte dabei knapp neben den Kasten (11.). Für Schalke kam Simon Terodde einer frühen Führung nahe, scheiterte aber an Ron-Robert Zieler (13.). Mitten in eine vermeintliche Ruhephase der Partie traf Kerk den Pfosten mit einer Ecke, die in der Mitte weder Freund noch Feind berührte (32.). Gegen Ende der ersten Hälfte drehte Schalke nochmal auf, unter anderem lenkte Zieler dabei einen Kopfball von Rodrigo Zalazar an die Latte. Die Hausherren belohnten sich dennoch noch vor der Pause: Ko Itakura kam bei einer Ecke von rechts per Kopf an den Ball, konnte ihn aber nicht aufs Tor drücken. Gael Ondoua wollte klären, bekam die Kugel jedoch nur unzureichend weg. Marius Lode brachte Itakura zurück ins Spiel, der Japaner schob flach ins Netz (42.).

Angesichts des Vorsprungs bei den klaren Torabschlüssen ging die Führung für S04 in Ordnung. Im zweiten Durchgang zeigte sich Hannover nicht sonderlich geschockt und sorgte schnell für den Ausgleich. Und das durch eine tolle Einzelleistung von Cedric Teuchert: Der Ex-Schalker erhielt im Strafraum den Ball, behauptete sich gegen insgesamt drei Gegenspieler und zielte dann aus der Drehung punktgenau (50.). Schalke fand aber schnell die passende Antwort: Zalazar leitete selbst mit ein, stahl sich dann auf rechts in den Strafraum. Dort setzte Lode den Uruguayer ein, der aus spitzem Winkel mit großer Wucht über Zieler hinweg die Führung wiederherstellte (54.). Der zwischenzeitliche Ausgleich schien Schalke so richtig aufgeweckt zu haben, denn die Knappen spielten nach der neuerlichen Führung weiter nach vorn. Terodde (57.) und Marius Bülter (59.), sowie Malick Thiaw und Bülter mit einer Doppelchance (60.) hätten dabei schon viel klarmachen können. Hannover drohte in dieser Phase der Knockout, konnte sich aber auf Zieler verlassen. Das hohe Tempo konnte Schalke nicht dauerhaft aufrecht erhalten, sodass die Gäste mit nur einem Tor Rückstand in die Schlussphase gingen. Allerdings fiel Hannover in eigenem Ballbesitz wenig ein, das die Hausherren in echte Verlegenheit gebracht hätte. Auch Schalke brachte nur noch wenige Angriff zu Ende, bei einem hätte Marvin Pieringer alle Zweifel beseitigen können, fand aber in Zieler seinen Meister (87.). In der fünfminütigen Nachspielzeit warf Hannover nochmal viel nach vorn, Schalke hielt seinen Sieg zum Einstand von Büskens aber fest.

Der FC Schalke 04 übernimmt damit bis Sonntag Platz vier und hat aktuell einen Punkt Rückstand auf de Ränge zwei und drei. Hannover 96 muss als Tabellen-14. auf Ausrutscher der Konkurrenz im Keller hoffen.

Glatzel rettet dem HSV ein Remis

Die zuletzt so formstarke Fortuna aus Düsseldorf hatte mit dem Hamburger SV ein Team zu Gast, dessen letzte Partie einem Corona-Ausbruch zum Opfer gefallen war. Der mangelnde Rhythmus schien den Rothosen durchaus anzumerken zu sein, jedenfalls war vom üblichen Offensivfußball der Männer von Tim Walter in den ersten 45 Minuten kaum etwas zu sehen. Stattdessen übte Düsseldorf viel Kontrolle aus und hätte sich gleich mehrfach mit einem Tor belohnen können. Daniel Heuer Fernandes hatte aber bei einem Freistoß von Edgar Prib etwas dagegen, lenkte die Kugel mit den Fingerspitzen an den Pfosten. Von dort sprang sie parallel zur Torlinie, Jordy de Wijs brachte das Kunststück fertig, aus kurzer Distanz über den Ball zu hauen (14.). Kurz vor der Pause steckte Daniel Ginczek stark auf Emmanuel Iyoha durch, der vor Heuer Fernandes eigentlich alles richtig machte, mit seinem Abschluss ins rechte Eck aber lediglich den Pfosten traf (45.). Auch außerhalb dieser beiden Großchancen machten die Rheinländer zu jedem Zeitpunkt der ersten Hälfte den gefährlicheren Eindruck, seitens des HSV war das Ergebnis zur Pause eindeutig das beste am Spiel. Lediglich der früh eingewechselte David Kinsombi mit einem Versuch aus der Distanz beschwor mal ansatzweise Torgefahr herauf.

Nach dem Seitenwechsel änderte sich an den Eindrücken wenig, Fortuna übte Dominanz aus und sammelte Abschlüsse, wobei Josha Vagnoman das überfällige 1:0 bei einem Schuss von Ao Tanaka verhindern konnte (48.). Strukturierte Angriffe des HSV wurden weiter schmerzlich vermisst, zudem zeigte die Abwehr immer wieder große Lücken und Abstimmungsprobleme. Nach etwa einer Stunde gelang es den Hamburgern aber doch, das Spiel etwas mehr in die eigenen Hände zu nehmen, ohne dabei aber selbst große Torgefahr zu bewirken. Urplötzlich hätte der Gast die Führung erzielen müssen: Florian Kastenmeier leistete sich einen Fehlpass in den Fuß von Kinsombi, der den völlig blanken und einschussbereiten Robert Glatzel mit seinem Anspiel aber verfehlte (77.). Von Fortuna kamen jetzt nur noch wenige konkrete Vorstöße, eine simple Eckballvariante brachte die Düsseldorfer aber doch endlich in Front: Khaled Narey legte zurück, der eingewechselte und unbewachte Adam Bodzek nahm die Kugel an und erwischte Heuer Fernandes aus etwa 22 Metern auf dem falschen Fuß, wobei dem Keeper auch die Sicht genommen war (86.). Der HSV musste nun anrennen, vergab in den letzten Sekunden der regulären Spielzeit eine goldene Chance, wobei Moritz Heyer wohl ohnehin im Abseits stand, ehe er aus kürzester Distanz an Kastenmeier scheiterte. Tief in der Nachspielzeit rettete Glatzel aber doch noch einen Punkt: Kittel flankte von der Eckfahne, Faride Alidou verlängerte per Kopf, der Torjäger konnte dem Ball nicht mehr ausweichen und traf so aus kürzester Distanz zum 1:1 (90.+3).

Fortuna Düsseldorf musste mit den vergebenen Chancen hadern, rutscht tabellarisch auf Rang zwölf ab. Der Hamburger SV ist mit einem Punkt kaum mehr zufrieden, ist nun sechster.

Hansa mit Big Points in Sandhausen

Ein Sieg im direkten Duell hätte dem SV Sandhausen ebenso wie Hansa Rostock ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum Klassenerhalt werden können. Dabei machte der SVS im ersten Durchgang den stärkeren Eindruck, was Aktionen vor dem gegnerischen Kasten anbelangte. Christian Kinsombi per Kopf (14.) und Pascal Testroet mit einem kraftvollen Abschluss (40.) sammelten dabei die nennenswerten Abschlüsse. Auf Seiten des Aufsteigers, der sich offensiv weitgehend zurückhaltend präsentierte, deutete Simon Rhein mit einem Freistoß noch am ehesten Ambitionen an (33.).

Das 0:0 zur Pause schmeichelte somit eher Hansa, wobei Sandhausen auch kein Feuerwerk abgebrannt hatte. In der zweiten Halbzeit dauerte es nur drei Minuten, um das Spiel so richtig zu eröffnen. Dabei nutzte John Verhoek eine erste größere Unaufmerksamkeit in der Defensive der Hausherren, indem er eine zielgenaue Flanke von Rhein per Kopf zum 1:0 verwertete (49.). Um eine schnelle Antwort blieb Sandhausen verlegen, die Gäste von der Ostsee kontrollierten mit der Führung im Rücken das Geschehen weitgehend. Bis in die Schlussphase hinein gelang es Sandhausen nicht, das immer tiefer stehende Rostocker Bollwerk zu durchdringen. Um ein Haar hätte dann ein Hansa-Profi den Ausgleich besorgt: Ryan Malone wollte eine Flanke von Chima Okoroji klären, traf per Kopf aber den eigenen Posten (77.). Es blieb die letzte Aufreger-Szene der Partie, die Hansa letztlich als cleverere Mannschaft für sich entschied.

Der SV Sandhausen könnte nun am Sonntag nach Punkten von Dynamo Dresden eingeholt werden. Hansa Rostock ist nach drei Siegen in Folge schon Tabellenzehnter.

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Lars Pollmann  
19.03.2022