2. Bundesliga

Roundup: 6. Streich von St. Pauli, Magdeburg schlägt Lautern

In Magdeburg stieg ein Aufsteigerduell. Foto: Getty Images
In Magdeburg stieg ein Aufsteigerduell. Foto: Getty Images

In den Freitagspartien des 23. Spieltags der 2. Bundesliga hat der FC St. Pauli seinen Siegeszug beim SC Paderborn fortgesetzt (1:2). Parallel setzte sich der 1.FC Magdeburg im Aufsteigerduell gegen den 1.FC Kaiserslautern durch (2:0).

In Ostwestfalen trafen sich zwei der formstärksten Teams des neuen Jahres, nur die Gäste aus Hamburg hatten vor Anpfiff mehr Rückrundenpunkte auf dem Konto als der Tabellenvierte Paderborn. Beide Seiten fanden mit diesem Selbstvertrauen auch gut ins Spiel. Den ersten konkreten Abschluss konnte St. Pauli verzeichnen, er sollte gleich sitzen: Lukas Daschner tankte sich von rechts ins Zentrum vor und schloss trocken ins rechte untere Eck ab (15.). Ärgerlich für Paderborn, dass es im Vorfeld fälschlicherweise einen Einwurf für die Kiezkicker gab. Der SCP antwortete beinahe postwendend, Nikola Vasilj war dem flachen Distanzschuss von Sirlord Conteh aber gewachsen (17.). 

Auch in der Folge spielten beide Teams durchaus mit offenem Visier. Tobias Müller verpasste aus eigentlich idealer Kopfballsituation freistehend den Ausgleich (27.), wenig später scheiterte Marcel Hartel aus spitzem Winkel an Yannick Huth im Kasten der Hausherren (30.). Eine Doppelchance hätte Paderborn um ein Haar zum 1:1 geführt, nach Ecke köpfte jedoch erst Bashir Humphreys an die Latte und scheiterte im Nachgang Marco Schuster mit einem Schlenzer (37.). St. Pauli nutzte die eigenen Gelegenheiten besser und markierte kurz vor der Pause das 0:2: Daschner leitete selbst ein, bekam einen scharfen Ball in die Mitte von Manolis Saliakas zurück und ließ ihn clever über den Schlappen rutschen (42.).

So war die Zwei-Tore-Führung der Gäste nach 45 Minuten vor allem der Abgebrühtheit des Doppeltorschützen zu verdanken, und einer Fehlentscheidung an der Seitenauslinie. Paderborn musste nach dem Seitenwechsel noch mehr offensiven Druck entfachen. Das taten die Hausherren auch und wurden rasch belohnt, wobei St. Pauli kräftig mithalf: Vasilj ließ einen Schlenzer des eingewechselten Florent Muslija nach vorn klatschen, Karol Mets stand denkbar ungünstig und ging so als Eigentorschütze zum 1:2 in die Bücher ein (51.). Panik löste der unglückliche Gegentreffer bei den Hamburgern keineswegs aus, stattdessen antwortete der Gast mit guten Angriffen und Halbchancen, etwa durch Oladapo Afolayan aus spitzem Winkel (61.).

Doch auch Paderborn kam in dieser Phase zu Gelegenheiten, Muslija war sogar frei vor Vasilj durch, der jedoch das Duell für sich entschied (66.). Einige Minuten später hatte der Keeper Glück, dass ein erneut nach vorn abgewehrter Schuss von Denis Srbeny gerade noch rechtzeitig von einem Kollegen geklärt wurde (73.). Kurz zuvor hatte der eingewechselte Niclas Nadj aus spitzem Winkel ans Außennetz geschossen (72.). Langsam aber sicher lief dem Gastgeber die Zeit davon, es zehrte offenbar an den Nerven. Der bereits ausgewechselte Conteh meckerte von der Bank aus, sah Gelb, applaudierte sarkastisch und wurde dafür sogar mit Gelb-Rot bedacht (76.).

Wenn in dieser Phase Fußball gespielt wurde, war der SCP am Ball und schnürte die Gäste ein, ohne sich ganz konkret in die Situation zu bringen, in der das 2:2 möglich wäre. So lief schon die sechsminütige Nachspielzeit, als Srbeny den Ausgleich auf dem Kopf hatte, nach Ablage von Uwe Hünemeier aber nicht aufs Tor drücken konnte (90.+4).

Dies blieb der letzte Hochkaräter des Spiels, das der SC Paderborn nicht verlieren hätte müssen. Die Ostwestfalen werden den Spieltag dennoch als vierter beenden. Mit dem sechsten Sieg in Serie bleibt der FC St. Pauli zwar siebter, hat aber sicher keinerlei Sorgen mehr beim Blick nach hinten. 

Magdeburg zieht das Aufsteigerduell

Im Aufsteigerduell ging es für Magdeburg darum, die ordentliche Tendenz der bisherigen Rückrunde im Kampf gegen den Abstieg zu bestätigen, während Kaiserslautern mit einem Sieg sogar den Aufstiegsfavoriten Druck machen wollte. Die Hausherren gaben dabei vom Anpfiff weg den Ton vor und sammelten erste Abschlussaktionen. Zweimal war dabei Mo El Hankouri beteiligt, jeweils parierte Andreas Luthe im Kasten der Pfälzer stark (11., 12.). Von den Roten Teufeln war zunächst wenig zu sehen, aus dem nichts landete der Ball dennoch im Tor von Magdeburg. Weil aber Terrence Boyd nach Pfostenschuss von Erik Durm klar aus dem Abseits abstaubte, konnte das vermeintliche 0:1 nicht zählen.

Immerhin schien sich der Gast durch die Szene aus der Umklammerung des FCM befreien zu können, denn in der Folge ließ sich Lautern nicht mehr so tief hinten rein drängen. Die Qualität des Spiels litt darunter etwas, beide Teams neutralisierten sich vor allem zwischen den Strafräumen. Kurz vor der Pause schaffte Magdeburg doch noch den 1:0-Durchbruch: Jason Ceka schickte Moritz Kwarteng steil, der den Ball direkt nahm, und ihn leicht abgefälscht über den Innenpfosten im Netz unterbringen konnte (41.).

Alles in allem ging die Halbzeitführung für die Gastgeber durchaus in Ordnung, weil Magdeburg mehr fürs Spiel investiert hatte als Lautern. Die Pfälzer mussten im zweiten Durchgang wenigstens eine Schippe nachlegen. In den ersten Minuten blieb eher Magdeburg die spielbestimmende Mannschaft, wobei vor allem knackige Zweikämpfe das Geschehen beherrschten. Erst nach rund zehn Minuten wurde auch aufs Tor geschossen, Boyd tat dies zu zentral auf Dominik Reimann (57.), Baris Atik verzog nach starkem Konter des FCM (58.), bei dem kurz darauf Amara Conde aus spitzem Winkel an Luthe nicht vorbei kam (59.). Der routinierte Schlussmann war auch beim verdeckten Flachschuss von Herbert Bockhorn zur Stelle (64.), wenige Augenblicke später aber machtlos: Atik steckte per Hackentrick für Halbzeitjoker Tatsuya Ito durch, der links durchbrach und fein zum 2:0 schlenzte (65.).

Magdeburg machte kurz darauf fast schon den Deckel drauf, als Durm unter Gegnerdruck einen Rückpass zu kurz geraten ließ. Castaignos zirkelte jedoch knapp am Tor vorbei (67.). Kaiserslautern war nach den bisherigen Eindrücken auch bei 'nur' zwei Treffern Rückstand kein Comeback zuzutrauen, auch wenn nach einem Freistoß wenigstens mal wieder Torgefahr entstand (76.). Tatsächlich fasste Lautern in der Schlussphase nochmal Mut und drängte auf den Anschluss. Dies bot den Gastgebern Räume für Gegenstöße, einen solchen ließ Ito nach starker Vorlage von Atik ungenutzt (84.).

Rächen sollte sich das nicht mehr, Reimann hielt in der Nachspielzeit gegen Philipp Hercher auch den Zu-Null-Sieg fest (90.+2). Der 1.FC Magdeburg sammelte so verdientermaßen drei wichtige Punkte und springt über Nacht auf Tabellenplatz elf. Der 1.FC Kaiserslautern könnte Rang fünf indes am Samstag verlieren.

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Lars Pollmann  
03.03.2023