Zu wenig eigene Erfahrung?

Rost empfiehlt Schalke: Auf Führungsetage der Bayern schauen

Schalke soll sich an Bayern orientieren, meint Rost. Foto: SASCHA SCHUERMANN/AFP via Getty Images
Schalke soll sich an Bayern orientieren, meint Rost. Foto: SASCHA SCHUERMANN/AFP via Getty Images

Der FC Schalke 04 hat die zweifelhafte Ehre, am ersten Spieltag der neuen Saison beim FC Bayern zu gastieren. Man muss das schlimmste fürchten, geht man nach den Eindrücken der vergangenen Monate. Frank Rost empfiehlt seinem Ex-Klub den Blick neben den Platz, auf die Ehrentribüne der Münchner.

"Leider sitzen an den Entscheider-Positionen Leute, die selber nie auf höchstem Niveau Fußball gespielt haben", sagt der langjährige Keeper des S04 über die Führungsetage der Königsblauen. Im Gegensatz dazu halte er die Lage beim FC Bayern für vorbildlich. "Die Führung besteht fast nur aus ehemaligen Weltklasse-Fußballern", so Rost. Oliver Kahn, Karl-Heinz Rummenigge und Hasan Salihamidzic führt er dabei ins Feld. "Aufgrund ihrer immensen Erfahrung können sie sich bestens in die Spieler hineinversetzen."

Kahn 2009 auf Schalke im Gespräch

Bekanntlich hätte der designierte Vorstandschef der Münchner, Kahn, vor einigen Jahren als Sportchef beim FC Schalke anheuern können. 2009 erteilte er aber selbst eine Absage, weil er sich noch nicht bereit für eine derartige Position fühlte. Schwer zu sagen, ob der langjährige DFB-Kapitän auf Schalke funktioniert hätte. Dass es dem Verein an Führungspersonal von Rang und Namen im Profifußball fehlt, ist jedenfalls ein nicht nur von Rost ins Feld geführter Vorwurf.

Gehaltsbegrenzung deplatziert

Der 47-Jährige kritisiert dabei nicht nur die Personen an sich, sondern auch manche ihrer Entscheidungen. Unter anderem findet er die vielzitierte Gehaltsbegrenzung auf Schalke deplatziert. "Man sollte in Gelsenkirchen viel lieber darüber diskutieren, wie man besser Fußball spielt", fordert der ehemalige Stammkeeper. Der S04 zahlt seinen Spielern künftig maximal zweieinhalb Millionen Euro. "Für einen Durchschnittsspieler kann das zu viel sein, für einen Top-Spieler vielleicht viel zu wenig", so Rost.

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Lars Pollmann  
04.09.2020