BVB-Coach

Druck auf Rose? Reif "weiß nicht, was ich ihm vorwerfen soll"

Rose steht nach dem Aus unter Druck. Foto: Getty Images
Rose steht nach dem Aus unter Druck. Foto: Getty Images

Nach dem vorzeitigen Ausscheiden von Borussia Dortmund in der Champions League weht auch Marco Rose ein eisiger Wind entgegen. Der im Sommer verpflichtete Cheftrainer hat das ziemlich blamable Abschneiden in Europa zu verantworten und steht laut Medienberichten unter internem Druck. Marcel Reif aber hält den Coach nicht für verantwortlich.

"Ich würde gerne taktische Fehler brandmarken, aber ich sehe nichts", erklärt die Reporter-Legende bei Bild Live. Aus seiner Sicht sei eher die Personalsituation und Kaderplanung beim BVB für das Debakel in Lissabon verantwortlich. "Es verletzt sich ein Guerreiro beim Warmmachen und dann spielt Schulz, der einen Fehler macht, den man in einer Schülermannschaft nicht machen kann", so Reif. Zur Erinnerung: Den Linksverteidiger hatte der BVB 2019 für 25 Millionen Euro aus Hoffenheim geholt und als 'Maschine' angepriesen.

Chefs in der Verantwortung

"Ich weiß nicht, was ich ihm vorwerfen soll", sagt Reif zu Rose. "Stell andere Spieler auf? Wen? Mach dich nicht so abhängig von Haaland? Wie soll das gehen?", nutzt er das Stilmittel der rhetorischen Frage, um die Probleme des Chefcoachs zu verdeutlichen. Denkt man die Gedanken von Reif weiter, müssen sich vor allem die Chefs des BVB an die Nase fassen, da sie dem Trainer einen schlecht balancierten Kader vorgesetzt haben. Kritik gab es an ihnen zuletzt auch von Dietmar Hamann. Der Sky-Experte prangerte an, die Präsenz von Edin Terzic untergrabe die Autorität von Rose.

Terzic-Frage "viel zu kurz gesprungen"

Die provokante Frage, ob der BVB nicht mit dem Technischen Direktor als Übungsleiter besser fahren würde, schmettert Reif jedoch ab. "Es wäre viel zu kurz gesprungen und an der Sache vorbei", so der 71-Jährige. Für ihn gibt es eine ziemlich einfache Erklärung für derzeitige Probleme der Schwarzgelben: "Die Sache ist, dass das eine Haaland-One-Man-Show ist. Wenn er nicht spielt, ist es eine völlig andere Mannschaft, die offensichtlich nicht konkurrenzfähig ist auf höherem Niveau." So muss der BVB seine Wunden lecken, er trifft am Samstag auf den VfL Wolfsburg. Eine Woche später steigt der Bundesliga-Schlager gegen den FC Bayern.

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Lars Pollmann  
26.11.2021