Eintracht-Turbulenzen

"Richtig und notwendig": Glasner spricht über das Younes-Aus

Amin Younes hat keine Zukunft mehr bei der Eintracht. Foto: Imago

Das Kapitel Amin Younes steht bei Eintracht Frankfurt vor dem Ende. Die Beteiligten verhandeln aktuell über eine Auflösung des Leihvertrags. Trainer Oliver Glasner sprach nun über die schwere Entscheidung, den begabten Offensivspieler endgültig auszusortieren. 

Aus dem Deutsche Bank Park in Frankfurt berichtet fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich

Es war der Anfang vom Ende. Am 3. April diesen Jahres wurde Amin Younes beim Auswärtsspiel von Eintracht Frankfurt bei Borussia Dortmund zur Halbzeit ausgewechselt. Überliefert ist ein Streit in der Pause zwischen Younes und dem damaligen Trainer Adi Hütter, der wohl schon in den Minuten zuvor auf dem Spielfeld begonnen haben soll. Es kursieren einige Versionen dieser Geschichte. Den einen Schuldigen gab es womöglich nicht. Und doch kam Younes anschließend nur noch zu einem einzigen Startelfeinsatz, wollte nach den Ereignissen von Dortmund unter Hütter eigentlich gar nicht mehr spielen. Das Team konnte ihn aber wohl umstimmen, sodass er zumindest weiter im Kader stand und zu Kurzeinsätzen kam. Doch das Tischtuch zwischen Hütter und Younes war zerschnitten. Die Querelen um den Leistungsträger der vorherigen Wochen schwächten die Mannschaft und hatten womöglich auch ihren Anteil am Verpassen der Champions League. 

"Der festen Überzeugung, dass es notwendig war"

Unter Hütters Nachfolger Oliver Glasner suchte Younes seine Chance, absolvierte in der Sommervorbereitung teils starke Phasen. Und doch scheiterten Gehaltsverhandlungen mit dem neuen Sportvorstand Markus Krösche. Die Folge: Younes entschloss sich sein monetäres Glück woanders zu suchen, fühlte sich gekränkt, weil vermeintliche Absprachen nicht eingehalten wurden. Auch in der Mannschaft kam es zum Bruch mit den 28-Jährigen, der mit Undiszipliniertheiten bei den Verantwortlichen nach und nach in Ungnade fiel. Nach dem geplatzten Wechsel zu Al Shabab Riad wollte Younes wieder einen Anlauf in Frankfurt nehmen, doch der Zug war für die sportliche Leitung abgefahren. Nach dessen Rückkehr am Dienstag wurde ihm das mitgeteilt. "Ihr könnt mir glauben, das war kein einfacher Schritt", sagte Trainer Oliver Glasner auf Nachfrage von fussball.news und ergänzte: "Wir sind der festen Überzeugung, dass es richtig und notwendig war." 

Causa Younes für Glasner "abgehakt"

Glasner bestätigte damit, was fussball.news bereits berichtete: Younes wurde von den Verantwortlichen suspendiert, weil in den Wochen zuvor zu viel passiert war und es für den Nationalspieler kein Weg zurück mehr gibt. Auch die Mannschaft hat sich nicht für eine Rückkehr eingesetzt - anders als im Fall Filip Kostic. Die Causa Younes sei laut Glasner "kompliziert für beide Seiten. Eine sehr schwierige Situation." Wichtig war es dem Österreicher, dass man in den Gesprächen "offen und ehrlich" mit Younes umgegangen sei. "Wir sagen den Jungs unsere Meinung, teilen ihnen unsere Entscheidung mit." Diese steht und ist endgültig, es geht einzig nur noch um die Frage, wie die Trennung realisierbar ist. "Deswegen ist das Thema für mich auch abgehakt und sogar noch weiter weg. Wenn die Themen abgehakt sind, versuchen wir sie auch abgehakt zu lassen, damit wir wieder Platz und Energie haben für die Themen, die uns helfen, die nächsten Spiele zu gewinnen", so Glasner weiter. Amin Younes wird dann nicht mehr dabei sein. 

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Benjamin Heinrich  
11.09.2021