Hertha BSC

Richter über seinen Hodenkrebs: "Man muss darüber lachen"

Richter hat in Augsburg sein erstes Tor nach dem Comeback erzielt. Foto: Getty Images
Richter hat in Augsburg sein erstes Tor nach dem Comeback erzielt. Foto: Getty Images

Marco Richter ist nach seiner Hodenkrebs-Diagnose aus dem Sommer zuletzt bereits zu zwei Einwechslungen für Hertha BSC gekommen. Mit einem Joker-Tor beim FC Augsburg sorgte der Angreifer dabei auch schon für einen sehr emotionalen Glücksmoment. Der Umgang des Berliners mit seinem Tumor ist für viele Fans inspirierend.

Denn Richter geht sehr offen damit um, dass ihm die Diagnose zunächst große Angst gemacht hat. "Die Angst ums Leben und davor, nie wieder Fußball spielen zu können", wie er gegenüber dem Spiegel erzählt. Deshalb habe er während der Untersuchung beim Urologen sehr emotional reagiert. "Ich konnte kaum reden und habe angefangen zu weinen. Man verbindet mit so einer Nachricht so viele Dinge. Ein Tumor, Krebs! Das Wort hört sich richtig schlimm an", sagt Richter.

Keine Chemotherapie

Im Nachhinein stellte sich heraus, dass der frühere U21-Nationalspieler noch Glück im Unglück hatte. Der Tumor im linken Hoden war zwar bösartig, hat aber nicht ausgestrahlt. So musste sich Richter, anders als etwa die Bundesliga-Kollegen Timo Baumgartl von Hertha BSC und Sebastien Haller von Borussia Dortmund keiner Chemotherapie unterziehen und kam vergleichsweise schnell zurück auf den Platz. Wie unter Fußballern typisch, bekommt er dabei auch den ein oder anderen neckischen Spruch gedrückt.

"Es wird noch lange dauern"

Ein befreundeter Bundesligaspieler habe Richter zwischenzeitlich den 'einhodigen Banditen' getauft, schreibt das Nachrichtenmagazin. "Zum Glück kann ich über das, was passiert ist, jetzt auch mal lachen. Man muss darüber lachen. Das tut gut. Mir hilft das, wenn Späße darüber gemacht werden. Es hilft mir, alles zu verarbeiten. Aber es wird noch lange dauern", betont Richter. Wichtig ist ihm zudem, mit seinem Fall Aufmerksamkeit für das Thema in der Öffentlichkeit zu erzeugen. Schließlich war der frühzeitige Gang zum Arzt entscheidend für den noch milden Verlauf der Krebserkrankung. "Sogar mein Friseur in Berlin war wegen meines Falles beim Arzt", sagt Richter.

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Lars Pollmann  
10.09.2022