FC Augsburg

Reuter: Trainer boten sich während Weinzierl-Interviews an

Reuter hat Enrico Maaßen als Nachfolger von Weinzierl installiert. Foto: Getty Images
Reuter hat Enrico Maaßen als Nachfolger von Weinzierl installiert. Foto: Getty Images

Der FC Augsburg hat als letzter Bundesligist die Vakanz auf der Trainerposition geschlossen. Enrico Maaßen kommt von der Zweitvertretung von Borussia Dortmund, wird Nachfolger von Markus Weinzierl. Der hatte nach dem 34. Spieltag vor laufenden TV-Kameras seinen Abschied verkündet und damit auch Stefan Reuter überrascht.

Der Sportchef der Fuggerstädter wusste natürlich um den auslaufenden Vertrag des Chefcoachs, eigentlich war aber abgesprochen, dass sich die Seiten nach der Saison gemeinsam zu einer Analyse hinsetzen und erst dann eine Entscheidung fällt. Stattdessen stellte der Übungsleiter den FCA vor vollendete Tatsachen. "Das Verrückte war: Das Interview von Markus Weinzierl lief noch im Fernsehen, da kamen auf meinem Handy schon die ersten Anfragen und Bewerbungen von Beratern und auch von Trainern selbst", erklärt Reuter nun gegenüber der Augsburger Allgemeinen.

"War klar, dass er unsere Wunschlösung ist"

Favorit des Vereins sei dabei stets Maaßen gewesen. "Wir sind aber nicht sofort auf ihn zugegangen, sondern haben uns zuerst über unsere Netzwerke Infos und Meinungen eingeholt. Das haben wir dann für uns eingeordnet. Erst danach haben wir Enrico gefragt, ob wir uns persönlich treffen können", so Reuter. In diesen Gesprächen habe der 38-Jährige die Verantwortlichen "absolut überzeugt und es war klar, dass er unsere Wunschlösung ist", betont der Weltmeister von 1990.

Maaßen "ist ein positiv Verrückter"

Wichtig sei gewesen, einen Trainer zu finden, der gerne mit jungen Spielern arbeitet und sie weiterentwickeln kann. Das hat Maaßen in Dortmund bewiesen. Zudem passt er in das menschliche Profil, das Reuter und Co. entwickelt haben. "Wir hatten in den letzten Jahren zu viel Stagnation. Die Attraktivität unseres Spiels hat gelitten. Er ist ein positiv Verrückter, der viel Energie hat und sich beweisen will. Das ist ansteckend." Die mangelnde Erfahrung des Bundesliga-Debütanten spielt keine große Rolle. "Auch Markus Weinzierl und Manuel Baum hatten keine Erfahrung in der ersten oder zweiten Liga, als wir sie geholt haben. Letztlich hatten wir mit ihnen die erfolgreichsten und stabilsten Spielzeiten", erinnert Reuter.

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Lars Pollmann  
17.06.2022