Punktausbeute anhand Personalkosten

Rettig mit ausgefallenen Ideen zur gerechten TV-Vermarktung in Bundesliga und CL

Ex-DFL-Boss Rettig hat sich ein paar ausgefallene Ideen nur gerechten TV-Geld-Verteilung einfallen lassen.
Ex-DFL-Boss Rettig hat sich ein paar ausgefallene Ideen nur gerechten TV-Geld-Verteilung einfallen lassen. (Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Die Verteilung der TV-Gelder ist ein brisantes Thema. Die einen Klubs wünschen eine leistungsgerechte Ausschüttung, andere bevorzugen gleiche Gelder für alle. Andreas Rettig, der ehemalige Geschäftsführer der Deutschen Fußball-Liga (DFL), hat ein paar eigene Ideen entwickelt, wie jeder Verein gerecht entlohnt werden würde.

4,4 Milliarden Euro stehen für die Spielzeiten 2021/22 bis 2024/25 zur Verfügung, welche an die Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga ausgeschüttet werden sollen. Ex-DFL-Chef Rettig brachte im Interview mit dem Sportbuzzer einen eher ausgefallenen Vorschlag hervor, wie die Verteilung seiner Meinung nach gerecht wäre: "Wir dürfen nicht nur nach dem Tabellenplatz schauen, nicht nur danach, welche Mannschaften oben stehen. Wir müssen fragen, wie viel Kapital für welche Punkteausbeute eingesetzt wird." Demnach sollte unter anderem die Arbeit der Trainer, der Manager, das eingesetzte Personal und die Kosten dafür einbezogen werden. "Es bräuchte also eine Kennziffer, die anzeigt, was ein Punkt kostet. Dann würde übrigens wirklich jeder Punkt zählen." Zum Beispiel also: Schafft Arminia Bielfeld den Klassenerhalt mit 40 Zählern, hätte der Klub mehr vollbracht als ein punktgleicher VfL Wolfsburg.

Neue TV-Gelder-Reform auch für die Champions League?

Wie Rettig aus Erfahrung weiß, besitzt die DFL "alle Zahlen, alle Personalkosten" der Klubs aus der Bundesliga und 2. Bundesliga. Die Leistung müsse vergleichbar gemacht und dementsprechend belohnt werden. "Ich wünsche mir dringend, dass das Umdenken, das hier und da in den Raum gestellt wird, auch mal stattfindet", sagte der 57-Jährige und forderte: "Es braucht jetzt einen Grundsatzbeschluss, wie man schrittweise mehr Wettbewerbsgleichheit herstellen kann. Nicht nur für die nächsten vier Jahre, sondern darüber hinaus." Auch für die Champions League hat Rettig eine Idee: Statt wie bisher, dass die Gelder von der UEFA an die jeweiligen Vereine fließen, soll an die nationalen Verbände gezahlt werden. "Davon würde die Breite in jedem Land profitieren, das gesamte Niveau würde steigen – und damit die Spannung", so Rettig.

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Tom Jacob  
11.09.2020