xG-Statistik

Retter Kalajdzic? So harmlos war die VfB-Offensive

Matarazzo kann bald wieder auf Kalajdzic bauen. Foto: Getty Images
Matarazzo kann bald wieder auf Kalajdzic bauen. Foto: Getty Images

Der VfB Stuttgart verbringt die kurze Winterpause der Bundesliga auf dem Relegationsplatz. Für die Schwaben ist es die erwartet schwere zweite Saison nach dem Aufstieg ins Oberhaus. Die Hoffnung auf Besserung lastet nicht zuletzt auf den Schultern von Sasa Kalajdzic.

Der Österreicher steht vor seinem Comeback, nachdem er sich bei seinem bisher einzigen Saisonspiel im VfB-Dress im August an der Schulter verletzte. Dass der Klub den 16-Tore-Mann der Vorsaison dringend brauchen kann, liegt auf der Hand. In der Vorrunde gelangen Stuttgart insgesamt 22 Treffer, womit die Elf von Pellegrino Matarazzo im Bundesliga-Mittelfeld liegt. Alleine acht Tore fielen dabei aber auf die Innenverteidiger Konstantinos Mavropanos, Marc Oliver Kemp und Hiroki Ito. Die Offensivabteilung des VfB blieb hingegen weitgehend hinter den Erwartungen.

Bester VfB-Profi hinter zwei Freiburger Abwehrspielern

Das zeigt neben den offensichtlichen Statistiken auch ein Blick in die tiefergehenden Daten. Das Portal Understat, das mit der Metrik der expected goals (xG), vereinfacht ausgedrückt, die Qualität von Torabschlüssen veranschaulicht, führt Philipp Förster als gefährlichsten VfB-Spieler der laufenden Saison. Im Vergleich aller Bundesliga-Spieler landet der 26-Jährige aber nur auf Rang 50 in der xG-Tabelle. Mit all seinen Abschlüssen hätte Förster rechnerisch 2,61 Tore erzielen sollen, damit liegt der beste VfB-Spieler unter anderem hinter den Freiburger Abwehrspielern Philipp Lienhart und Nico Schlotterbeck. Auf 90 Minuten gerechnet ist derweil Stürmer Hamadi Al-Ghaddioui der gefährlichste Stuttgarter, 0,39 xG pro 90 Minuten stellen aber auch keinen berühmten Wert dar.

Letzte Saison nur fünf Stürmer gefährlicher

Die Hoffnung, Kalajdzic werde für deutlich mehr Gefahr sorgen, scheint durchaus berechtigt. In der vergangenen Saison führte Understat den Zwei-Meter-Mann in der xG-Tabelle der Bundesliga auf Rang sechs. Nur Robert Lewandowski, Andre Silva, Erling Haaland, Wout Weghorst und Andrej Kramaric sammelten 2020/21 Torchancen von höherer Qualität als der VfB-Stürmer. Zudem gelang es Kalajdzic, seinen xG-Wert um mehr als vier Treffer zu überbieten. In anderen Worten: Der Nationalspieler war vor dem gegnerischen Kasten kälter, als es die Statistik erwartet hätte. Genau diese Qualität kann der VfB Stuttgart in der aktuellen Situation bestens gebrauchen. Ob der 24-Jährige aber schon am Wochenende gegen die SpVgg Greuther Fürth sein Comeback feiert, ist noch ungewiss.

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Lars Pollmann  
04.01.2022