Nach Scharmützel mit Matthäus

Reif: "Jogi Löw ruht nicht mehr so ganz in sich"

Löw lässt für Reif aktuell die Souveränität vermissen. Foto: Joosep Martinson/Getty Images
Löw lässt für Reif aktuell die Souveränität vermissen. Foto: Joosep Martinson/Getty Images

Joachim Löw hat mit der deutschen Nationalmannschaft am Samstagabend in der Ukraine sein erstes Spiel in der seit 2018 bestehenden Nations League gewonnen. Für Aufsehen sorgt ein Scharmützel, das sich der Bundestrainer über die Medien mit Lothar Matthäus liefert. Marcel Reif erkennt darin mangelnde Souveränität.

"Ich finde, er ruht nicht mehr so ganz in sich. Wenn ein Rekordnationalspieler etwas sagt, das auf die Art wegzubügeln, dass fand ich sehr daneben und das war nicht sehr souverän", so der TV-Experte im Sport1-'Doppelpass'. Matthäus hatte Löw taktische Fehler und falsche Personalentscheidungen angelastet. Der Bundestrainer entgegnete in einer Pressekonferenz, ihm sei "egal, wer wie etwas sagt", weil er "über den Dingen" stehe. 

"Satz finde ich angreifbar"

Reif hält diese Bemerkung für ein Eigentor von Löw. "Das ist ein Satz, den finde ich angreifbar. Und in der Gesamtdarstellung des DFB, und Jogi Löw spricht da als Repräsentant, hilft das nicht." Deshalb sei die Replik dem Bundestrainer auch "zurecht um die Ohren" geflogen. Grundsätzlich sieht Reif Löw in einer gewissen Bringschuld. Dabei bezieht sich die Reporter-Legende nicht zuletzt auf die völlig missratene WM 2018 in Russland.

"Er muss jetzt liefern"

"Ich kann nachvollziehen, dass ein Weltmeister-Trainer einen Bonus hat, wenn er sagt, er traut sich zu, das nochmal umzudrehen. Dennoch muss er jetzt liefern, bei großen Turnieren", so Reif. Dass der Bundestrainer für sich beansprucht, über der Kritik zu schweben, lässt der 70-Jährige nicht gelten. "Wenn es Löw nicht gelingt, aus den besten Spielern, die wir haben, eine funktionierende Mannschaft zu machen, müssen wir ihn kritisieren", sagt Reif.

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Lars Pollmann  
11.10.2020