Gegen "totale Gleichmacherei"

Reformen im Fußball: Bode bringt "Soft-Salary-Cap" ins Spiel

Bode sieht Reformbedarf im Fußball. Foto: Christof Koepsel/Getty Images for DFB
Bode sieht Reformbedarf im Fußball. Foto: Christof Koepsel/Getty Images for DFB

Das Wirtschaftsmodell Profifußball hat sich in der Corona-Pandemie als Krisenanfällig erwiesen. Der Restart mit Geisterspielen war in erster Linie wirtschaftlichen Zwängen geschuldet. Es herrscht Einigkeit darin, dass Reformen vonnöten sind. Welche das sein sollen, bleibt aber umstritten. Marco Bode hat eine Idee.

Immer wieder verweisen Kommentatoren auf eine Gehaltsbegrenzung, wie sie im amerikanischen Sport üblich ist. Im Gegenzug verweisen andere aber darauf, dass solche Regelungen in Europa kaum umzusetzen wären und bei einem nationalen Alleingang die Wettbewerbsfähigkeit leiden müsste. "Es gibt Elemente, die man sich anschauen kann, ein Soft-Salary-Cap zum Beispiel", sagt Bode gegenüber dem Weser-Kurier. "Da definiert man, dass ein Klub Summe x nur für den Gesamtkader verwenden, aber selbst entschieden werden darf, welcher Spieler wie viel verdient", erklärt der Vorsitzende des Aufsichtsrats von Werder Bremen.

"Fußball muss bereit für Reformen sein"

Verbinden lasse sich eine derartige Regelung mit einer sogenannten 'Luxussteuer', bei der Klubs über die Begrenzung hinaus gehen, den Mitbewerbern aber eine Abgabe entrichten müssen. "Totale Gleichmacherei ist jedenfalls auch nicht die richtige Lösung", mahnt Bode vor Konzepten, die die große Fußball-Revolution ausrufen. Ein 'Weiter so' steht für den Ex-Nationalspieler aber auch nicht zur Debatte. "Der Fußball muss bereit für Reformen sein", fordert er.

Drei erstrebenswerte Ziele

Aber Bode stellt fest: "Aus sich selbst heraus hat er eine gewisse Neigung, doch eher so weiterzumachen wie bisher." Dabei sieht der Werder-Chef gerade in der Krise die Chance, den Profifußball besser zu gestalten. "Ein integrer, möglichst fairer Wettbewerb, die Stärkung der finanziellen Robustheit der Klubs sowie die Identifikation zu unseren Fans" stehen für Bode als erstrebenswerte Ziele im Vordergrund.

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Lars Pollmann  
27.08.2020