Kipppunkt des Spiels

Referee erklärt: Darum gab es Elfmeter und Rot für Maglica

Darmstadt verspielte in Unterzahl eine 3:0-Führung. Foto: Getty Images.
Darmstadt verspielte in Unterzahl eine 3:0-Führung. Foto: Getty Images.

Der SV Darmstadt hat auch aufgrund eines Platzverweises gegen Matej Maglica einen 3:0-Vorsprung gegen Borussia Mönchengladbach verspielt. Die Entscheidung von Referee Timo Gerach wirkt diskutabel, seiner Ansicht nach hatte er aber keine andere Wahl.

Es lief die 49. Spielminute, als Tomas Cvancara im Strafraum des SV Darmstadt angespielt wurde und durch Matej Maglica in Bedrängnis geriet. Der Verteidiger der Lilien berührte den Ball in der Laufbewegung leicht mit der Hand, was von Schiedsrichter Timo Gerach nicht geahndet wurde. "Auf dem Feld hatte ich keine Wahrnehmung", erläuterte der Referee bei DAZN und ergänzte, er habe deshalb einen Hinweis vom Video-Assistenten erhalten.

"Es ist ein klares Handspiel"

Bei der Betrachtung der Szene sei er zum Entschluss gekommen, dass Maglica eine klare Torchance verhindert habe und deshalb der Strafstoß und der Platzverweis berechtigt seien. "Es ist ein klares Handspiel, das sicherlich diskutabel ist in der Auslegung, ob der Gladbacher eine Ballkontrolle hat oder in den nächsten Sekunden erlangt. Für mich als Fußballer — das ist elf bis zwölf Meter vor dem Tor, der Ball kommt runter auf den Fuß — ist das eine klare Torchance und deshalb habe ich mich für die Rote Karte entschieden", sagte Gerach: "Es sind manchmal unpopuläre und harte Entscheidungen, das war sicherlich eine davon."

Lieberknecht: "Man hätte es bei Elfmeter belassen können"

Darmstadts Cheftrainer Torsten Lieberknecht störte sich dennoch am Platzverweis gegen seinen Schützling. "Die Doppelbestrafung wirkt meines Erachtens sehr hart", so Lieberknecht, der erst nach mehrfacher Betrachtung der Szene ein leichtes Handspiel erkannte. "Die Entscheidung ist durch den VAR getroffen worden, der darauf hingewiesen hat. Ich habe schon das Gefühl, dass man es bei Elfmeter hätte belassen können, aber es gibt bestimmt die perfekte Regel und die perfekte Antwort seitens der Schiedsrichter darauf", so der 50-Jährige.

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Florian Bajus  
17.09.2023