2. Bundesliga

Reese schießt Hertha zum Sieg - 96 springt auf Platz drei

Fabian Reese traf für Hertha BSC doppelt. Foto: Getty Images.
Fabian Reese traf für Hertha BSC doppelt. Foto: Getty Images.

Hertha BSC hat zum Auftakt des 22. Spieltags der 2. Bundesliga ein wildes Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg gewonnen (3:2). Parallel war die Begegnung zwischen Hannover 96 und Greuther Fürth (2:1) von einer langen Unterbrechung geprägt, nach dem Abpfiff hatten die Hausherren trotzdem einen Grund zum Feiern.

Hertha feiert Sieg in Überzahl

In einer von viel Pyrotechnik begleiteten Anfangsphase hatte der 1. FC Magdeburg die Möglichkeit zur frühen Führung, weil sich Tjark Ernst bei einer Hereingabe verschätzte – doch Marton Dardai bereinigte die Situation (4.). Auf der anderen Seite hatte Hertha BSC nur eine Minute später die erste Chance. Fabian Reese dribbelte sich im Strafraum durch, sein Schuss wurde von Dominik Reimann pariert. Die Hausherren setzten sich häufig auf der linken Angriffsseite in Szene, wenngleich nicht alles über Reese ging. In der elften Minute kamen Palko Dardai und Marten Winkler zu zwei Chancen, die geblockt wurden. Bei aller Überlegenheit der Berliner waren es aber die Magdeburger, die das erste Tor erzielten: Luca Schuler ließ ein Zuspiel auf Baris Atik klatschen, dessen Linksschuss im langen Eck einschlug (22.). Das Tor verlieh den Gästen Selbstvertrauen, Schuler ließ das 2:0 jedoch aus kurzer Distanz liegen (27.). Die verpasste Chance rächte sich, weil sich Xavier Amaechi im eigenen Strafraum ein Foul an Reese leistete und Hertha einen Elfmeter erhielt. Der Gefoulte trat selbst an, verlud Reimann und verwandelte sauber im unteren linken Toreck – 1:1! Für Magdeburg kam es noch dicker, weil sich Jean Hugonet als letzter Mann ein Foul gegen Jonjoe Kenny erlaubte und mit Glattrot vom Platz gestellt wurde (37.). Den darauffolgenden Freistoß verwandelte Palko Dardai sehenswert mit dem linken Fuß im kurzen Toreck unter – 2:1 für Hertha (39.). Mit dem Anbruch der Nachspielzeit ließ die Ausführung einer Ecke auf sich warten, weil Tennisbälle auf den Rasen geworfen wurden. Nach fünf Minuten wurden beide Mannschaften von Florian Exner in die Kabine geschickt.  

Der Wiederbeginn der Partie nahm einen außergewöhnlichen Verlauf. Zuerst wurde die Nachspielzeit beginnend mit dem Magdeburger Eckball nachgeholt, anschließend vollzogen beide Teams den Seitenwechsel. Nach zwei Minuten war die Partie erneut kurzzeitig unterbrochen, weil Raketen in Richtung Marathontor abgefeuert wurden. Als der Ball wieder rollte, jubelte Magdeburg, Tobias Müller köpfte eine kurz ausgeführte Ecke zum 2:2 ein (51.). Die Gäste blieben dran, Ernst parierte einen Schuss von Schuler (55.). Auf der Gegenseite prüfte Winkler Reimann mit einem Schuss aus der zweiten Reihe (57.). Kurz darauf durfte Hertha erneut jubeln: Reimann partierte einen Schuss von Haris Tabakovic in den Laufweg von Reese, der zum 3:2 einschob (59.). Der Rückstand hinderte Magdeburg nicht daran, den Weg nach vorne zu suchen und den Ball flüssig durch die eigenen Reihen laufen zu lassen. Connor Krempicki setzte in der 70. Minute eine Duftmarke, Ernst parierte den Versuch aus spitzem Winkel. Die Gastgeber blieben ebenfalls am Drücker, weshalb das Spiel bis in die Schlussphase hinein von Spannung und Offenheit geprägt war. In der 88. Minute hielt Reimann Magdeburg im Rennen, der Keeper parierte einen trockenen Abschluss von Aymen Barkok. Kurz darauf hatten die Hausherren Glück, weil Tatsuya Ito mit einem Schlenzer nur die Latte traf (90.). Der FCM warf alles nach vorne, suchten den Weg durch das Bollwerk – und Hertha spielte die Konter schwach aus. Insofern feierten die Hauptstädter auch wegen der notwendigen Portion Spielglück den Sieg.

Lange Unterbrechung in Hannover - Tresoldi mit Siegtor

Hannover 96 drückte der Partie in der Anfangsphase den Stempel auf. Die Niedersachsen setzten sich gefährlicher in Szene als Greuther Fürth, Phiul Neumann setzte mit einem Schuss über das Tor die erste Duftmarke (4.). In der siebten Minute fing Jonas Urbig einen Kopfball von Havard Nielsen ab. Im Fürther Ballbesitz lief Hannover hoch an, womit die Gäste anfangs Probleme hatten. Danach wurden die Gäste mutiger, Oussama Hadddadi verzeichnete nach Vorarbeit von Simon Asta den ersten Torschuss (13.). Nachdem Nicolo Tresoldi eine Kopfballchance hatte (26.) und Armindo Sieb den Ball auf der Gegenseite auf das Tornetz köpfte (28.), jubelten in der 29. Minute die Fürther: Asta bediente Sieb mit einem Chip in den Strafraum, der Angreifer brachte den Drehschuss im Netz unter – 1:0! Nach dem Tor blieb eine schnelle Hannoveraner Antwort aus. Den Hausherren waren ihre Bemühungen keinesfalls abzusprechen, von Erfolg waren sie aber nicht gekrönt. Fürth kontrollierte den Ball und damit auch das Spiel, die Führung wirkte vor dem Pausenpfiff nicht in Gefahr. Andreas Voglsammer hatte bei einem Eckball noch einmal eine Chance für Hannover und setzte den Kopfball am Tor vorbei (44.). Wenige Augenblicke später bat Schiedsrichter Patrick Ittrich zum Pausentee.

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Hannover kam schwungvoll aus der Kabine, im Ballbesitz zeigten sich die Fürther davon allerdings unbeeindruckt. Lange sollte die Partie ohnehin nicht andauern, weil ab der 52. Minute die Fan-Proteste begannen. Ittrich unterbrach die Partie, beide Mannschaften verließen den Rasen und kamen nach zehn Minuten aus der Kabine zurück. Da bei jedem Versuch, das Spiel fortzusetzen, Tennisbälle auf den Rasen geworfen wurden, gingen beide Mannschaften erneut an die Seitenlinie. Die Spieler mussten sich 28 Minuten in Geduld üben, bis der Ball wieder rollte – und kurz darauf bejubelte 96 den Ausgleich. Neumann stand bei einem Eckball am ersten Pfosten goldrichtig und köpfte den Ball ins lange Eck ein – 1:1 (72.). Kurz darauf rettete Neumann gegen Tim Lemperle (75.), danach bediente Asta den freistehenden Sieb, der nicht zum Abschluss kam (76.). Die Franken waren um die erneute Führung bemüht. Branimir Hrgota zog aus der zweiten Reihe trocken ab, Ron-Robert Zieler blockte den Schuss (86.). Kurz darauf setzte der Kapitän den Ball am Tor vorbei (87.). Jubeln durften aber die Hausherren, Tresoldi spitzelte das Spielgerät nach einem langen Einwurf über die Linie – 2:1 Hannover (90.+1)! Es entwickelte sich ein umkämpftes Duell, wobei der Spielfluss unter vielen intensiven Zweikämpfen litt. Lemperle prüfte Zieler mit einem Flachschuss aus knapp 20 Metern, der 96-Keeper hielt die Führung fest (90.+12). In den letzten Zügen der Nachspielzeit erhöhte Fürth den Druck, Hannover konzentrierte sich ausschließlich auf die Verteidigung. Großchancen blieben Mangelware, weil kein Vorbeikommen am Bollwerk war – und mit dem Schlusspfiff bejubelte 96 den Heimsieg, der den vorübergehenden Sprung auf den dritten Tabellenplatz bedeutet.

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Florian Bajus  
16.02.2024