Viele Spekulationen

Rebic vs. Silva: Irrungen und Wirrungen im Tauschdeal zwischen Milan und SGE

Ante Rebic (l.) und André Silva sind kurz vor ihren Transfers in der Nations League aufeinander getroffen. Foto: Imago

Italienische Medien heizen die Spekulationen im Tauschdeal zwischen Eintracht Frankfurt und dem AC Mailand an. André Silva war nach Leihe zunächst fix an den Main gewechselt, kurz danach Ante Rebic im Gegenzug fix nach Italien. Aktuell werden die verschiedensten Szenarien des Deals diskutiert.

Aus Frankfurt berichten die fussball.news-Reporter Benjamin Heinrich und Christopher Michel

Diverse Gerüchte ranken sich um die Transfers von André Silva und Ante Rebic. Nullsummenspiel für AC Mailand und Eintracht Frankfurt? Nullsummenspiel nur für die Hessen? Haben sich beide Partien im Tauschdeal am Ende nur auf eine geringe Ablöse geeinigt, um die dritte Partei aus Florenz nicht zu verärgern? Auch rechtlich eine durchaus strittige Partie. Die beiden Klubs schwiegen bislang zu den Konditionen. fussball.news zeigt mögliche Optionen auf, wie der Deal abgelaufen sein könnte.

1. Neun Millionen Euro für Silva, 18 für Rebic?

Die erste Variante des Deals, die derzeit im Umfeld von Eintracht Frankfurt kursiert, ist, dass der AC Mailand im Gegenzug für die von der Bild-Zeitung genannten neun Millionen Euro Ablöse für André Silva das Doppelte für Ante Rebic an die Hessen überwiesen haben. Hintergrund des Ganzen: Die AC Florenz hielt bislang 50 Prozent der Transferrechte am Kroaten, verdient folglich mit. Bei dieser Variante würde die Eintracht nach Abzug der Zahlungen an die Fiorentina bei Null rauskommen. Die Mailänder hingegen würden bei dem Deal unter dem Strich neun Millionen Euro Verlust machen, Florenz satte neun Millionen Euro einstreichen. Eine marktgerechte Lösung, aber beide Klubs haben eigentlich überhaupt kein Interesse daran, eine dritte Partei in solch einer Größenordnung zu bedienen. Zudem: Die Zahlen der Bild gelten nach wie vor nicht als verbrieft.

2. Silva und Rebic werden direkt miteinander verrechnet

Auch über einen direkten Tausch der beiden Spieler wurde zuletzt spekuliert. Dabei wären überhaupt gar keine Ablösen geflossen, beide Spieler quasi einfach nur gegengerechnet. Dieses Szenario gilt als unwahrscheinlich, denn dann würde die AC Florenz komplett leer ausgehen und hätte unter Umständen sogar Regressansprüche gegen die Eintracht. Dass die Hessen ein solches Risiko eingehen, und sei es nur die Florenzer Verantwortlichen zu verärgern, darf zumindest als relativ unwahrscheinlich angesehen werden. Ein solches Umgehen von Transferrechten wäre sehr umstritten.

3. Beide Parteien zahlen geringe Ablöse

Ein weiteres Szenario wäre, dass beide Klubs zumindest eine geringe Ablöse an den jeweils anderen Verein zahlen. Sollte die Eintracht beispielsweise eine Millionen Euro für Silva überwiesen haben, könnten die Mailänder im Gegenzug zwei Millionen gezahlt haben. Florenz würde dann an einer Ablöse beteiligt werden, zumindest eine Millionen Euro an Rebic verdienen und beide Klubs hielten ihre Ausgaben in der Coronakrise absolut im Rahmen.

Denn eines ist klar: Die italienischen Medienberichte, die die Bild aufgegriffen hat, dass die Frankfurter Rebic zum Nulltarif an Milan abgegeben haben, muss in jedem Fall ins Reich der Fabeln verwiesen werden. Denn es ist in der aktuellen Lage völlig auszuschließen, dass die Verantwortlichen um Fredi Bobic bei dem Tauschdeal draufzahlen. Der Aufsichtsrat der Hessen hätte in Zeiten der Coronakrise einen Deal dieser Größenordnung nicht bewilligt, das Gehalt Silvas dürfte schon herausfordernd genug sein. Die Prämisse, dass die Eintracht am Ende des Tauschs ohne Verlust dasteht, muss also in jedem Fall gegeben sein. 

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Benjamin Heinrich  
13.09.2020