Bayern München

Rassismus-Problem beim FC Bayern? Das sagt der Nachwuchschef

Bayerns NLZ-Chef Jochen Sauer äußerte sich zu den Rassismus-Vorfällen an seinem Campus. Foto: Imago

Der FC Bayern München wurde im August durch einen Rassismus-Vorfall im Jugendbereich erschüttert. Nun sprach Jochen Sauer, Chef des Nachwuchsleistungszentrums bei den Münchenern, über die Vorkommnisse.

Im Interview mit der tz äußerte sich Bayerns NLZ-Chef Jochen Sauer erstmals zu den Rassismusvorfällen auf dem Campus der Münchener: "Es war für uns alle ein Schock! Wir hatten keine Ahnung, dass es - in einem Teilbereich unseres Campus' - zu rassistischen Äußerungen gekommen war. Für uns war gleich klar, dass wir diese Vorwürfe sofort untersuchen und aufklären müssen." Der Justitiar des deutschen Rekordmeisters hat in der Folge einen Untersuchungsausschuss gebildet, die Mitglieder stammten nicht aus dem Campus, sondern von der Direktion Recht und Personal an der Säbener Straße.

Sauer bestätigt die Vorfälle

Bei den Untersuchungen wurde dann festgestellt, dass die Vorwürfe der Wahrheit entsprochen haben. "Es ging um arbeitsrechtliche Pflichtverletzungen, innerhalb einer geschlossenen Gruppe", erklärte Sauer. Die Chatgruppe, in der die Beleidigungen kommuniziert wurden, funktioniere wie "ein verschlossener Raum." Die Verantwortlichen haben deshalb erst im August von den Vorfällen erfahren. "Die rassischen Äußerungen in der Chatgruppe gab es, keine Frage", bestätigte der 48-Jährige die Vorfälle ganz konkret. Es habe sich dabei um einen Trainer gehandelt, "der länger als 15 Jahre im Verein tätig war, erfolgreich war und bei vielen Eltern und Spielern beliebt." Zudem war der betroffene Coach auch "außerordentlich qualifiziert."

Kein Rassismus-Problem beim FC Bayern

Ein allgemeines Rassismus-Problem beim FC Bayern München sieht der NLZ-Chef aber nicht: "Der FC Bayern hat bei drei Mitarbeitern der U9- bis U-15-Mannschaften arbeitsrechtliche Pflichtverletzungen ermitteln. Es wurde gegen die Werte und Haltung des FC Bayern verstoßen." In Zukunft will der deutsche Rekordmeister aufgrund der Vorfälle "Wertevermittlung noch gezielter auf Trainer, Staff, Mitarbeiter ausdehnen. Außerdem wollen wir eine Anlaufstelle für soziale Themen schaffen." Sauer fordert von seinen Mitarbeitern ganz klar: "Von meiner Seite gibt es die klare Erwartungshaltung, dass das in Zukunft in Einklang mit unseren Werten anders gehandhabt wird." 

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Benjamin Heinrich  
14.11.2020