Top-Klubs planen die Revolution

"Project Big Picture": Schrumpft die Premier League auf 18 Klubs?

Liverpool gewann zuletzt seine erste Meisterschaft in der Premier-League-Ära. Foto: Laurence Griffiths/Getty Images
Liverpool gewann zuletzt seine erste Meisterschaft in der Premier-League-Ära. Foto: Laurence Griffiths/Getty Images

Die Coronakrise hält den Profifußball in Europa und auf der Welt in ihren Klauen. Es ist eine Zeit für grundsätzliche Diskussionen, die das vielzitierte Große Ganze in den Blick nehmen. In England könnte dies zu radikalen Veränderungen des Ligasystems führen.

Wie die Tageszeitung Daily Telegraph berichtet, plant eine Gruppe von Klubs unter Federführung des FC Liverpool und von Manchester United die Einführung massiver Veränderungen in den kommenden Jahren. Ein zentraler Punkt sei dabei die Verkleinerung der Premier League von bisher 20 auf dann nur noch 18 Teilnehmer. Ziel sei es, den Top-Klubs mehr Möglichkeiten für internationale Spiele zu geben. Die Spitzenvereine aus England rechneten dabei mit einer Aufstockung der Champions League zur Mitte des Jahrzehnts.

Alle Macht den Top-Klubs?

Die Klubs wollen sich demnach zudem mehr Macht innerhalb des bisher paritätisch organisierten Ligaverbands sichern. So soll nicht mehr jeder Klub das gleiche Stimmrecht besitzen. Stattdessen sollen die Stimmen der neun am längsten in der Premier League vertretenen Klubs mehr Gewicht erhalten, und unter ihnen eine Zwei-Drittel-Mehrheit ausreichen, um Veränderungen in der lukrativsten Profifußball-Liga der Welt herbeizuführen. Die Gruppe besteht momentan neben Liverpool und ManUnited aus Manchester City, dem FC Chelsea, dem FC Arsenal, den Tottenham Hotspur, dem FC Everton, FC Southampton und West Ham United. Diese Vereine sollen dabei unter anderem die Möglichkeit erhalten, die Übernahme anderer Klubs durch neue Besitzer mit einem Veto zu blockieren.

Finanzspritze für unterklassige Ligen

Dadurch könnten sie sich dauerhaft ihren Status an der Spitze der Pyramide sichern. Weitere geplante Veränderungen sähen unter anderem die Abschaffung des League-Cups vor, zudem sollen TV-Gelder neu verteilt werden und die Rückkehr von Stehplätzen in den Stadien Teil der Pläne sein. Um sich die nötigen Voten für diese revolutionären Veränderungen zu sichern, sehe der Plan finanzielle Unterstützung für unterklassige Ligen und den englischen Verband vor, von denen der Jugend- und Amateur- sowie Frauenfußball profitieren soll. Zu den Unterstützern gehört unter anderem Rick Parry, CEO der EFL, des Dachverbands der Ligen unterhalb der eigenständigen Premier League.

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Lars Pollmann  
11.10.2020