Vierkampf um den Titel?

Premier League – spannende Saison und extreme Finanzkraft

Die Premier League verspricht Spannung.
Die Premier League verspricht Spannung. Foto: Unsplash.com

Die Premier League kann mit Sicherheit als eine der stärksten Ligen der Welt betitelt werden – in der vergangenen Zeit wahrscheinlich sogar die stärkste - in den letzten Jahren wechselte sie sich dabei teilweise mit der spanischen La Liga ab. Diese steckt im Moment allerdings in einer kleinen Krise, da die großen Vereine, allen voran der FC Barcelona und Real Madrid, in den europäischen Wettbewerben zuletzt wenig überzeugten.

Die Premier League hingegen stellte in der vergangenen Champions-League-Saison beide Finalisten, bei denen sich Manchester City letztendlich dem FC Chelsea geschlagen geben musste. 2018/19 wurde ebenfalls von englischen Mannschaften dominiert und es waren Liverpool und Tottenham, die das Endspiel bestritten, bei dem Jürgen Klopp mit seinem Team erfolgreich war.

Beste Liga der Welt

In der aktuellen Saison sind vier englische Mannschaften vertreten, wobei Liverpool und Chelsea mit hoher Wahrscheinlichkeit ins Achtelfinale einziehen werden, während die beiden Teams aus Manchester noch etwas bangen müssen, aber durchaus Chancen auf das Weiterkommen haben. In der nationalen Liga sind in dieser Saison mittlerweile sieben Spieltage beendet und ebenjene vier Teams führen auch aktuell die Tabelle der Premier League an.

Liverpool ist dabei sogar noch ungeschlagen. Der FC Chelsea hat mit 16 Punkten allerdings die beste Punkteausbeute und steht verdient an der Spitze. Manchester City und Manchester United haben je 14 Punkte, genau wie Everton und Brighton auf Rang fünf und sechs, können aber die besseren Torverhältnisse aufweisen. Somit deutet alles auf eine sehr spannende Saison hin, was im Vorjahr noch etwas anders aussah. Da konnte sich City souverän mit 12 Punkten Vorsprung vor dem Stadtrivalen United am Ende der Spielzeit zum Meister krönen und auch die Tordifferenz von +51 zeichnete ein deutliches Bild. Den zweitbesten Wert hatten die Red Devils mit einem Unterschied von 29 Toren.

Zwar steht Thomas Tuchel mit Chelsea im Moment vorne und mit ihrer Form gehört der Verein zu den besten Teams in ganz Europa, doch ein Blick auf die Quoten der Fußball Wetten verrät, dass die Buchmacher nach wie vor Manchester City als Favoriten auf den Titel sehen und das relativ deutlich. Ihren ohnehin schon unglaublich starken Kader verstärkten die Citizens in diesem Jahr mit Linksaußen Jack Grealish, den sie sich stolze 100 Millionen Euro kosten ließen und von Ligarivale Aston Villa abwarben. Doch auch Chelsea legte personell noch einmal nach und holte mit Romelu Lukaku einen der aktuell besten Stürmer der Welt ins Team, wo er bereits von 2011 bis 2014 spielte, häufig aber auf Leihbasis abgegeben wurde. In der vergangenen Spielzeit schoss er Inter Mailand zum Meister der Serie A und hatte über die komplette Saison hinweg eine bestechende Form. Auch für ihn wurden 100 Millionen Euro Ablöse bezahlt.

Extreme Finanzstärke

Die Transferpolitik in der Premier League macht deutlich, welche enorme Finanzkraft in der Liga steckt. Das liegt vor allem an einigen Clubbesitzern der Vereine, die Milliarden in ihre Mannschaften stecken. So steht hinter Manchester City Scheich Monsour Bin Zayed Al Nahyan, Ministerpräsident der Vereinigten Arabischen Emirate. Bei Chelsea ist es der russische Öl-Milliardär Roman Abramowitsch, der den Verein bereits 2003 kaufte und das entsprechende Geld gibt. Erst kürzlich bekam auch Newcastle United einen neuen Eigentümer, den saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman. Das Vermögen seiner Familie wird auf unglaubliche 370 Milliarden Euro geschätzt. Große Summen werden in Englands höchster Liga dementsprechend zum Alltag und das wird auch an den Transfersalden deutlich.

1,35 Milliarden Euro wurden in der Premier League allein zur Saison 21/22 ausgegeben. Mehr als das doppelte der Serie A, die mit Ausgaben in Höhe von 570 Millionen gleich dahinter folgt. Die Einnahmen in der Premier League belaufen sich dagegen lediglich auf rund 650 Millionen Euro, was ein Saldo von negativen 697 Millionen Euro ergibt. La Liga hat mit negativen 59 Millionen Euro die zweitschlechteste Bilanz, die aber folglich weniger als ein Elftel der Engländer beträgt. Die Premier League hat also eine Menge Geld und das ist auch an der starken Differenz innerhalb der Liga spürbar. Ein erneutes Wunder wie die Meisterschaft von Leicester im Jahr 2016 wird damit immer unwahrscheinlicher.

Offene Saison

So werden auch in diesem Jahr aller Voraussicht nach die vier Topmannschaften den Liga-Sieg unter sich ausmachen. Neben City, mit denen immer zu rechnen ist, läuft auch Liverpool wieder zu Höchstform auf, allen voran Superstar Mo Salah, der in sieben Partien bereits sechs Tore erzielen konnte und weitere drei Treffer auflegte. Wie erwähnt sind die Reds von Jürgen Klopp bislang ungeschlagen, auch wenn ihre Spiele bisher dreimal mit einem Remis endeten. Doch auch Chelsea ist mit Neuzugang Lukaku nicht zu unterschätzen, und viele Experten sehen in ihm das fehlende Puzzleteil zu einer echten Phase der Dominanz in Europa.

United ist in den letzten Jahren hinter den Erwartungen geblieben, mit Neuzugang Cristiano Ronaldo sind aber auch sie nicht abzuschreiben, schließlich wurde man im vergangenen Jahr noch Vizemeister. Ein junger und talentierter Kader wurde mit einigen erfahrenen Spielern ergänzt und nach 2013 soll nun der nächste Ligatitel folgen, mit dem es seit dem Abgang von Sir Alex Ferguson bislang nicht funktionierte.

Aktuell befinden sich die Ligen in einer Länderspielpause, ehe es am 16. Oktober weitergeht. Wann sich ein erstes Bild der diesjährigen Hierarchie abzeichnen wird, bleibt abzuwarten.

Die Recherche und Erstellung des Textes wurden durch einen externen Redakteur vorgenommen und stammen nicht aus der eigenen Redaktion.

Profile picture for user f.news
f.news  
13.10.2021