Transfer-Bilanzen

Fast 600 Mio. Euro: Die Premier League dominiert erneut den Transfermarkt

Darwin Nunez ist der bisher teuerste Neuzugang der Premier League. Foto: Getty Images.
Darwin Nunez ist der bisher teuerste Neuzugang der Premier League. Foto: Getty Images.

Offiziell wurde der Transfersommer erst am Freitag eröffnet, dennoch waren die allermeisten Vereine schon im Vorfeld fleißig und haben zahlreiche Transfers getätigt. Allen voran die Premier League hat kräftig investiert und sogar mehr Geld ausgegeben, als die beiden darauffolgenden Ligen zusammen.

Die Corona-Pandemie hat bei zahlreichen, aber nicht bei allen Vereinen große Spuren hinterlassen. Etliche Klubs können geforderte Ablösesummen für interessante Spieler nicht zahlen oder ihre Angebote erst dann erhöhen, wenn zuvor eigene Stammspieler verkauft wurden. Solange aber keine Käufer für das Tafelsilber gefunden wurden, kommen die Transferaktivitäten zum Erliegen. Hierzulande waren bisher der FC Bayern und Borussia Dortmund davon ausgenommen, international können sich auch Spitzenvereine wie Real Madrid oder Paris St. Germain teure Transfers leisten - in England wird indes ungeachtet der Pandemie viel Geld investiert, da die meisten Vereine in den Händen wohlhabender Investoren sind.

Premier League hat bereits über eine halbe Milliarde investiert

Laut dem Portal Transfermarkt haben die 20 Premier-League-Klubs bis zum 3. Juli bereits 591,3 Millionen Euro für neue Spieler ausgegeben. Die zweithöchsten Ausgaben verzeichnet die Serie A mit 307,43 Millionen Euro, dahinter folgt die Bundesliga mit 242,13 Millionen Euro. Kurios: Selbst zusammengerechnet haben beide Ligen mit bisher 549,56 Millionen Euro weniger Geld investiert als die Premier League. Unterdessen belegt die Ligue 1 mit Ausgaben über 190,09 Millionen Euro den vierten Platz im europäischen Vergleich, die spanische La Liga rangiert direkt dahinter auf Platz fünf (135,4 Millionen Euro).

Ligue 1 mit positiver Bilanz 

Bei den Einnahmen belegt die Premier League derweil den zweiten Platz (234,3 Millionen Euro), das Transferminus von 357 Millionen Euro ist dennoch unübertroffen. Die Serie A weist etwa ein Defizit von 75,16 Millionen vor (Einnahmen: 232,27 Millionen Euro), die Bundesliga hat eine Bilanz von -29,06 Millionen Euro (Einnahmen: 213,07 Millionen Euro) und die La Liga steht bei -49 Millionen Euro (Einnahmen: 86,4 Millionen Euro), während die Ligue 1 einen Gewinn von 22,3 Millionen Euro zu Buche stehen hat (Einnahmen: 212,39 Millionen Euro).

Liga Portugal mit den höchsten Einnahmen

Am nachhaltigsten hat bisher die Liga Portugal gehandelt. Die Klubs der höchsten portugiesischen Spielklasse verzeichnen verhältnismäßig geringe Ausgaben über 86,1 Millionen Euro und Einnahmen über stolze 260,95 Millionen Euro, was einer Bilanz von +174,85 Millionen Euro entspricht. Alleine für Darwin Nunez kassierte Benfica einen Sockelbetrag in Höhe von 75 Millionen Euro, der FC Porto erhielt indes von Paris St. Germain 41,5 Millionen Euro für Vitinha. Kumuliert haben beide Akteure mehr eingebracht (116,5 Millionen Euro), als die gesamte Liga bislang investiert hat.

Florian Bajus  
03.07.2022